Kommentatoren charakterisierten das erste von drei Duellen als chaotisch und einer Demokratie wie den USA für unwürdig. Foto: Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa
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Kommentatoren charakterisierten das erste von drei Duellen als chaotisch und einer Demokratie wie den USA für unwürdig.

US-Wahl 2020

Zweites TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden abgesagt

Das für kommende Woche geplante zweite TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden ist abgesagt worden.

  • Vor den Wahlen am 3. November finden mehrere TV-Debatten statt
  • Das zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden fällt aus
  • Trump bezeichnet Kamala Harris in einem Interview als „Monster“.

Update vom Samstag, 10.10.2020, 06.40 Uhr: Die für kommende Woche geplante zweite TV-Debatte von Donald Trump und Joe Biden zur US-Präsidentenwahl ist offiziell abgesagt worden. Diese Entscheidung verkündete die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission nach einem Streit um mögliche Formatänderungen wegen der Corona-Infektion von Trump. 

„Es wird keine Debatte am 15. Oktober geben“, erklärte die zuständige unabhängige Kommission. Nun solle alle Kraft auf die Organisation des am 22. Oktober in Nashville geplanten letzten TV-Duells gerichtet werden. Die Planungen für die Debatte am 15. Oktober gerieten durcheinander, als Donald Trump an Covid-19 erkrankte. Die Kommission gab am Donnerstag bekannt, dass sie die Debatte online abhalten wolle, statt die Kandidaten in einem Raum zusammenzubringen. Trump sagte daraufhin seine Teilnahme ab. Herausforderer Joe Biden setzte daraufhin für den Tag eine Fragestunde mit Wählern an, die im Fernsehen übertragen werden soll. Die Kommission, die die TV-Debatten veranstaltet, verwies nun darauf, dass die Kandidaten andere Pläne hätten.

US-Wahl 2020: Donald Trump beschimpft Harris als lügendes „Monster“

+++ 19.22 Uhr: Nur Stunden nach seiner Absage des für kommende Woche geplanten TV-Duells mit seinem Herausforderer Joe Biden hat US-Präsident Donald Trump nun eine Verschiebung angeregt. Die ursprünglich für den 15. Oktober geplante Debatte solle um eine Woche verschoben werden, um eine direkte Gegenüberstellung der Kandidaten in einem Raum zu ermöglichen, erklärte Trumps Wahlkampfteam am Donnerstagmittag (Ortszeit). Auch die dritte und letzte Debatte vom 22. Oktober soll demnach um eine Woche verschoben werden.

+++ 19.00 Uhr: Bei dem TV-Duell zwischen dem republikanischen US-Vizepräsident Mike Pence und seiner demokratischen Herausforderin Kamala Harris, warf Harris der Trump-Regierung Versagen im Umgang mit der Corona-Pandemie vor.

US-Präsident Donald Trump reagiert auf das TV-Duell zunächst auf Twitter: Trump twitterte, dass Mike Pence als großer Gewinner aus dem TV-Duell hervorgegangen sei. („Mike Pence WON BIG!“).

Donald Trump bezeichnet Demokratin Kamala Harris als „Monster“

In einem Interview mit dem Fernseh-Sender Fox Business am Donnerstag (08.10.2020) legte Donald Trump dann nach: Trump bezeichnete die Demokratin Kamala Harris als dieses „Monster“, das mit Mike Pence auf der Bühne war.. „Alles, was sie gesagt hat, war eine Lüge“, behauptete der US-Präsident in dem Telefon-Interview weiter. Mehr als einmal bezeichnete Trump Harris in dem Interview als „Monster“ und „unlikable“. „Sie ist unsympathisch. Sie ist eine Kommunistin“, so Trump weiter.

Über seinen direkten Konkurrenten Joe Biden sagte Trump, dass „er mental nicht im Stande dazu ist, Präsident zu sein“. Er werde sich keine zwei Monate als Präsident halten, betonte Trump. Nicht zum ersten Mal stellte er damit die Gesundheit des demokratischen Kandidaten in Frage.

Donald Trump lehnt Teilnahme an virtuellem TV-Duell gegen Joe Biden ab

+++ 14.12 Uhr: Nächsten Donnerstag (15.10.2020) sollte eigentlich das zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden stattfinden. Aufgrund der Corona-Infektion des Präsidenten war die Debatte nur virtuell geplant. Die Kontrahenten sollten an unterschiedlichen Orten platziert werden und nicht in nur einem Raum. Doch Trump weigert sich offenbar, teilzunehmen. Der Wechsel zu einem virtuellen Format sei „für uns nicht akzeptabel“, sagte er am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox Business. „Ich werde meine Zeit nicht mit einer virtuellen Debatte verschwenden.“ Das neue Format sei nur eine „traurige Entschuldigung“, Biden zu helfen, sagte Wahlkampfmanager Bill Stepien.

Donald Trump lehnt die Teilnahme an einem virtuellen TV-Duell mit Joe Biden ab.

Donald Trump kündigte zudem an, bald wieder Wahlkampfveranstaltungen abhalten zu wollen - am liebsten noch am heutigen Abend, sagte der US-Präsident. Er fühle sich perfekt. Sein Leibarzt Sean Conley hatte am Mittwoch erklärt, Trump habe seit mehr als 24 Stunden keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung mehr. Seine Werte seien im Bereich des normalen Spektrums „stabil“. Der 74-Jährige war am Montagabend nach einem dreitägigen Aufenthalt im Walter Reed Medical Center ins Weiße Haus zurückgekehrt.

TV-Debatte der Vize-Kandidaten: Kamala Harris gegen Mike Pence

Salt Lake City - In der einzigen TV-Debatte der Vize-Kandidaten vor der US-Präsidentenwahl hat Kandidatin Kamala Harris das Coronavirus zu einem zentralen Thema gemacht. „Das amerikanische Volk ist Zeuge des größten Versagens einer Regierung in der Geschichte unseres Landes geworden“, sagte Harris am Mittwoch in Salt Lake City auf einer Bühne mit Vizepräsident Mike Pence. „Das amerikanische Volk hat Opfer bringen müssen wegen der Inkompetenz dieser Regierung.“ Pence konterte mit dem oft auch von Donald Trump vorgebrachten Argument, dass Maßnahmen seiner Regierung hunderttausende Menschenleben gerettet hätten.

TV-Debatte der Vize-Kandidaten zur US-Wahl 2020 viel geordneter als zwischen Trump und Biden

Die Debatte verlief viel geordneter als das Duell von US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden, das eine Woche zuvor im Chaos versunken war. Der Auslöser dafür war vor allem, dass Trump immer wieder Biden ins Wort fiel. Die Vize-Kandidaten unterbrachen einander kaum - auch weil Harris zwei Anläufe von Pence mit einem resoluten „Mr. Vizepräsident, jetzt rede ich“ unterband. Dafür überzog Pence immer wieder die ihm zugeteilte Zeit. Er ließ sich auch von der Moderatorin - der Journalistin Susan Page von der Zeitung „USA Today“ - nicht stoppen und redete einfach weiter.

„Das amerikanische Volk ist Zeuge des größten Versagens einer Regierung in der Geschichte unseres Landes geworden“, sagte Harris am Mittwoch in Salt Lake City auf einer Bühne mit Vizepräsident Mike Pence.

Pence fiel auch damit auf, dass er mehrfach einfach die Fragen ignorierte und stattdessen die Botschaften platzierte, die er unterbringen wollte. So redete er bei einer Frage nach der Position zu Abtreibungen zunächst einmal darüber weiter, wie die Trump-Regierung Irans Top-General Ghassem Soleimani mit einem Raketenangriff getötet hatte.

Vize-Kandidaten der US-Wahl 2020 weichen Frage aus

Beide Kandidaten wichen der Frage aus, wie ihre Absprachen mit den jeweiligen Präsidentschaftsanwärtern für eine Machtübergabe sind. Es ist ein wichtiger Punkt: Trump ist 74 Jahre alt und an Covid-19 erkrankt, Biden ist 77. Jeder der beiden wäre bei Amtsantritt im Januar 2021 der älteste Präsident in der US-Geschichte. Moderatorin Page hakte nicht nach.

Kamala Harris und Mike Pence duellieren sich beim einzigen TV-Duell der Vize-Kandidaten.

Genauso wenig beantwortete Harris die von Pence gestellte Frage, ob Biden und die Demokraten im Falle ihres Wahlsiegs und der Rückeroberung der Mehrheit im Senat das Oberste Gericht vergrößern würden. Die Republikaner versuchen gerade, die Juristin Amy Coney Barrett in das höchste US-Gericht zu bringen. Sie würde eine konservative Mehrheit im Gericht zementieren. Pence ging nicht darauf ein, ob Trump und er eine Wahlniederlage akzeptieren würden. „Ich denke, wir werden diese Wahl gewinnen“, sagte der Vizepräsident. Trump liegt in landesweiten Umfragen deutlich hinter Biden zurück.

US-Wahl 2020: Mike Pence beantwortet Frage zu Klimawandel nicht

Harris betonte, dass Biden als Präsident die Steuerreform von Trump rückgängig machen würde. Pence erklärte daraufhin, dass dies Steuererhöhungen für die Wähler bedeuten würde. Harris versicherte: „Joe Biden wird für niemanden die Steuern erhöhen, der weniger als 400.000 Dollar im Jahr verdient.“ Harris sagte auch, dass eine Biden-Regierung „mit Stolz“ wieder dem Pariser Klimaschutz-Abkommen beitreten würde.

Pence wich unterdessen der direkten Frage aus, ob er den Klimawandel für eine existenzielle Bedrohung halte. „Das Klima ändert sich, wir werden der Wissenschaft folgen“, sagte er. Harris bezeichnete den Klimawandel als „eine existenzielle Bedrohung für uns als Menschen“.

Pence griff mehrfach die politische Vergangenheit von Joe Biden als Vizepräsident von Barack Obama und US-Senator an. Unter anderem hielt er ihm vor, dass Jobs an China verlorengegangen seien und dass die Gesundheitsreform von Obama versagt habe.

Harris (55) und Pence (61) bestritten ihr rund 90-minütiges Duell auf etwa 3,7 Metern Distanz zueinander und zusätzlich getrennt von Plexiglasscheiben. Für die wenigen Zuschauer der Debatte vor Ort galt eine Maskenpflicht. (dpa)

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