Wahlkampf in den USA

Chaos nach Wahlkampf-Auftritt von Donald Trump: Hunderte Trump-Fans in Kälte stehen gelassen

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Nach einem Wahlkampfauftritt von Donald Trump im Bundesstaat Georgia werden Fans des Präsidenten in der kalten Nacht zurückgelassen. Das Gleiche spielte sich bereits in Nebraska und Pennsylvania ab.

Update vom Montag, 2.11.2020, 16.03 Uhr: Bereits vergangene Woche wurden Fans von Donald Trump nach seinem Auftritt in Omaha im Kalten gelassen. Mehrere Personen mussten ins Krankenhaus. Am Sonntagabend (1.11.2020) hat sich das Ganze im Bundesstaat Georgia wiederholt. Nachdem der US-Präsident nach einem Auftritt in der Stadt Rome bereits zum nächsten Termin nach Florida gereist war, warteten Hunderte Personen stundenlang auf Busse, die sie zurück zu ihren Autos bringen sollten. Das berichtet die Journalistin Julie Tsirkin von „NBC News“ auf Twitter.

Fußgänger:innen, Autos, Busse und Krankenwagen mussten sich demnach eine enge Straße teilen, was für Chaos beim Einsatz von Shuttle-Bussen sorgte. Einige der gestrandeten Unterstützer:innen von Trump seien alt und körperlich eingeschränkt gewesen. Viele setzten oder legten sich bei einer Temperatur von sieben Grad Celsius und Wind auf den Boden oder haben trotz der Corona-Pandemie nach einer zufälligen Mitfahrgelegenheit gesucht. Es bildete sich eine Schlange mit einer Länge von einer Meile (1,6 Kilometer), berichtet Tsirkin. Auch in Pennsylvania soll sich am Samstag (31.10.2020) das Gleiche zugetragen haben.

Tausende Fans von Donald Trump im Kalten gelassen - viele müssen ins Krankenhaus

Erstmeldung vom 30.10.2020: Omaha - Donald Trump saß schon längst wieder in der Präsidentenmaschine „Air Force One“. Sein Wahlkampf-Auftritt in Omaha im Bundesstaat Nebraska war vorbei. Tausende Trump-Fans hatten den Worten ihres Präsidenten gelauscht, und der hatte sie auf einen Sieg über Joe Biden bei den anstehenden US-Wahlen eingestimmt. Da ging das Fiasko erst los.

Weil die Show von Donald Trump auf einem Flugfeld des Omaha-Eppley Airport, dem größten Flughafen des Bundesstaates Nebraska, stattgefunden hatte, mussten die angereisten Anhänger:innen des US-Präsidenten mit Bussen zurück zu ihren geparkten Autos gebracht werden. Doch die Busse kamen auf den maroden Straßen des alten Flughafens kaum voran. Schnell bildeten sich lange Schlangen. Es wurde Nacht. Die Temperaturen sanken richtung Gefrierpunkt.

Donald Trump in Omaha: Mit dickem Mantel und Handschuhen schützt sich der US-Präsident vor der Kälte.

Donald Trump macht Wahlkampf in Omaha - Hunderte Fans stranden in der kalten Nacht

Während manche den fast fünf Kilometer langen Weg bis zu ihrem Auto per Fuß antraten, hatte die Polizei alle Hände voll zu tun, zumindest die älteren Gäste Donald Trumps in Sicherheit zu bringen. Insgesamt 30 Personen mussten medizinisch versorgt werden. Sieben mussten sogar aufgrund „einer Vielzahl von medizinischen Problemen“ ins Krankenhaus gebracht werden, wie die „Washington Post“ von Michael Pecha, Sprecher der Polizei in Omaha, erfuhr. Laut der Zeitung hatte der Abtransport der Leute um 22:30 Uhr immer noch nicht begonnen. Der US-Präsident war dagegen schon um ca. 21 Uhr abgeflogen.

Neben dem Chaos bei dem Wahlkampfauftritt und dem medizinischen Risiko, das sich ein Großteil der Besucher:innen offenbar ausgesetzt hatte, rief auch die Frage nach ausreichendem Schutz vor dem in den USA grassierenden Coronavirus Kritik hervor. Laut der „Washington Post“ wurden bis zu 25.000 Menschen mit Bussen an den Flughafen gekarrt. Zwar hatte die Trump-Kampagne Stationen zum Fiebermessen aufgebaut und Masken im Publikum verteilt. Doch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes war nicht vorgeschrieben und etliche Trump-Fans lauschten den Worten ihres Idols ohne Maske im Gesicht.

Donald Trump: Wahlkampfteam reagiert auf chaotische Zustände und schiebt die Schuld von sich

Donald Trump und sein Team reagierten auf die Nachrichten zu den chaotischen Zuständen in Omaha. „Präsident Trump liebt seine Anhänger und war begeistert von seinem Besuch in Omaha“, sagte ein Sprecher. Derek Oden, hochrangiges Mitglied der Republikanischen Partei in Nebraska, freute sich darüber, dass „dreimal so viele Leute erschienen wie wir kalkuliert hatten“. Die Atmosphäre sei „unglaublich“ gewesen.

Wer nun Schuld am Fiasko der Heimreise sei, darüber gingen die Meinungen weit auseinander. Oden machte die Busfahrer verantwortlich, die „nicht in der Lage gewesen“ seien, auf dem Parkplatz zügig zu wenden. Samantha Zager, Pressesprecherin der Wiederwahl-Kampagne von Donald Trump, gab die Schuld den „schlechten Straßen“ am Flughafen.

Für Joe Biden, den demokratischen Herausforderer Donald Trumps bei den anstehenden US-Wahlen, war aber der Präsident selbst mitverantwortlich für das, was auf seinen Auftritten passiert. „Hunderte Menschen, darunter ältere Amerikaner und Kinder“ seien betroffen gewesen, sagte Biden und ergänzte: „Es ist ein Bild, das sehr gut zusammenfasst, wie Präsident Trump diese Krise angeht.“ (Von Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © JUSTIN SULLIVAN/AFO

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