Dirk Nowitzki US Wahl 2020
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Dirk Nowitzki ruft die US-Amerikaner:innen dazu auf, nach der Wahl friedlich zu bleiben

US-Wahlkampf

US-Wahl 2020: Sportstars um Dirk Nowitzki und LeBron James mischen sich ein

  • vonMirko Schmid
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Der Wahlkampf zur US-Wahl 2020 am 3. November geht in den Endspurt - jetzt melden sich auch Sportstars wie LeBron James, Dirk Nowitzki und Brett Favre zu Wort.

  • Immer mehr Sportler mischen sich in den USA in den aktuellen Wahlkampf ein. Dirk Nowitzki ruft die US-Bevölkerung zu einer friedlichen Wahl auf.
  • LeBron James und Steve Kerr stellen sich gegen Donald Trump, Golfer Jack Niklaus und NFL-Ikone Brett Favre stehen hinter dem Präsidenten.
  • In den Trump News finden Sie alle Nachrichten und Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA und die US-Wahlen.

USA - In den letzten Tagen vor der US-Wahl am 3. November mischen sich die Stars des US-Sports in den Wahlkampf ein. Dirk Nowitzki, der wohl größte deutsche Basketballer der Geschichte und Meister mit den Dallas Mavericks, ruft in „schwierigen Zeiten“ dazu auf, dass es nach der Wahl vor allem friedlich bleiben müsse. „Was auch immer nächste Woche kommen mag“, appelliert Nowitzki, wichtig sei, dass „alle ruhig bleiben, das Ergebnis akzeptieren und einfach weitermachen, um das Beste für das Land und die Gemeinden zu tun.“

LeBron James gilt als besonders scharfer Kritiker von Donald Trump

Die Angst davor, dass es nach der Wahl zu Unruhen kommen könnte, ist in den USA virulent. Nicht zuletzt Donald Trump selbst heizt die Lage vor der Präsidentschaftswahl weiter auf. Er zweifelt immer wieder an der Legitimität der Briefwahl und gab den rechtsextremen „Proud Boys“ im ersten TV-Duell mit Joe Biden den verklausulierten Marschbefehl mit auf den Weg, einen Schritt zurückzutreten und sich bereitzuhalten.

LeBron James, aktueller Meister der NBA mit den Los Angeles Lakers, gilt als besonders engagierter Kritiker von Donald Trump. Er bezeichnet den Amtsinhaber als „sogenannten Präsidenten“, dem er die Fähigkeiten für den „wichtigsten Job der Welt“ gänzlich abspricht. Ihm assistiert Steve Kerr, der als Trainer mit den Golden States Warriors in den Jahren 2015, 2017 und 2018 die Meisterschaft in der wichtigsten Basketballliga der Welt holen konnte. Er wird nicht müde, an all die Vorwürfe gegenüber Donald Trump zu erinnern, welche dessen Amtszeit begleitet haben - vor allem in Verbindung mit Rassismus und sexuellem Missbrauch: „Wenn Trump sich bei einem Unternehmen in den USA um eine Stelle bewerben würde, würde die Personalabteilung seine Einstellung ablehnen.“

Donald Trump kritisierte den Protest gegen Rassismus in der NFL, begonnen von Colin Kaepernick, scharf

Der US-Sport fällt in den letzten Jahren immer häufiger dadurch auf, dass sich Sportstars deutlich gegen Rassismus positionieren, angefangen mit dem knienden Protest von Colin Kaepernick. Der damalige Quarterback der San Francisco 49ers sah sich im Jahr 2016 am 24. Dezember rassistischen Schmähgesängen ausgesetzt, die er damit konterte, dass er während dem Abspielen der amerikanischen Nationalhymne aus Protest kniete. Im Anschluss daran fand er keine Anstellung mehr in der NFL, was viele Sportler dazu animierte, seine Geste nachzuahmen - auch aus Protest gegenüber Donald Trump, der Kaepernick als unpatriotisch bezeichnet.

Spätestens infolge der sich häufenden Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegenüber Schwarzen wie George Floyd und Breonna Taylor, die dadurch immer lauter werdende Black Lives Matter-Bewegung und die eskalierenden Äußerungen von Präsident Donald Trump, der in erster Linie die Demonstranten und Bürgerrechtler:innen ins rhetorische Visier nahm, rückte der Sport in den Fokus einer gesellschaftlichen Bewegung.

Die Basketballliga NBA unterbrach ihre Saison, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren

Dabei setzte keine andere Sportliga in den USA so klar und deutlich Zeichen wie die NBA. Die Basketballliga mit zu mehr als 80 Prozent Schwarzen unterbrach ihren Spielbetrieb für zwei Tage, um gegen die Ermordung von Breonna Taylor zu demonstrieren, und erzwang in der Folge unter anderem, dass die Klubbesitzer 20 Arenen der NBA als Wahllokale zur Verfügung stellten. Ein Umstand, den die wohl größte Legende des US-amerikanischen Basketballs, Michael Jordan, mit Wohlwollen registriert: Wahlen seien die „wichtigsten Möglichkeiten, den systemischen Rassismus zu beenden“.

Doch auch Donald Trump hat Fürsprecher in der Sportwelt der USA. Der weiße Golfer Jack Niklaus, der als einer der größten seiner Zunft gilt, steht dem Präsidenten bei. Trump habe „seine Versprechen gehalten“ und „für den durchschnittlichen Amerikaner“ gearbeitet. Der Amtsinhaber würde „vielen Familien in den USA den amerikanischen Traum ermöglichen“, so Niklaus.

Auch Donald Trump hat Fürsprecher in der Welt des Sports in den USA

In der NFL, der größten American Football-Liga der Welt, macht sich für viele Beobachter eine Wechselstimmung bemerkbar. Zwar würden immer noch viele der Klubbesitzer für Donald Trump spenden, sprechen würde darüber aber kaum noch jemand. Zu groß sei die Angst, dass Trump die Wahl verlieren könnte und man selbst auf der Seite der Verliere stünde, analysieren Kristof Stühm und Thomas Häberlein vom Sportinformationsdienst SID. NFL-Ikone Brett Favre twitterte, seine Stimme sei für das, was die USA „großartig“ mache. Er stünde hinter der Religions- und Redefreiheit, der Polizei, dem Militär und den steuerzahlenden Bürger:innen der USA. Mit seinen Prinzipien gäbe es für ihn nur eine Wahl: Donald Trump.

Der aber wohl größte Star im American Football, Tom Brady, brach zuletzt offen mit Donald Trump. Der zuvor als Unterstützter des Präsidenten bekannte Patriots-Quarterback kritisierte die abfälligen Bemerkungen des Präsidenten gegenüber Sportlern, die aus Respekt vor dem Kampf gegen Rassismus knieten, scharf: „Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit dem, was er gesagt hat. Das war entzweiend“, so Brady. Er sei noch nie jemand gewesen, der anderen erklärt habe, was richtig oder falsch sei. Aber er glaube an Respekt, Liebe und Vertrauen und daran, Menschen zusammenzubringen. Brady: „Das sind die Werte, die meine Eltern mir vermittelt haben. Danach versuche ich jeden Tag zu leben.“ (Mirko Schmid)

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