US-Wahl 2020

Donald Trumps Attacke auf die Hochburgen der Demokraten: „Kalifornien fährt zur Hölle“

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen

Nachdem sich Donald Trump über das für die Republikaner vermeintlich unfaire Wahlsystem in Kalifornien, New York und Illinois beschwerte, greift er diese drei Bundesstaaten direkt an.

Washington D.C. - Am 3. November ist es soweit: Dann wird sich entscheiden, ob Donald Trump eine zweite Amtszeit antreten oder der Demokrat Joe Biden ins Weiße Haus einziehen wird. In den aktuellen Umfragen verliert Trump immer weiter an Boden.

Während er und sein Herausforderer Biden vor allem um die „Swing States“ wie Florida und Pennsylvania kämpfen, haben die Demokraten die Unterstützung der „blauen“ Bundesstaaten wie Kalifornien, Illinois und New York sicher. Diese drei griff Donald Trump nun hemmungslos an - sie gelten als die liberalsten in den USA.

US-Wahl 2020: Donald Trump greift demokratische Bundesstaaten an

So gespalten waren die Vereinigten Staaten lange nicht mehr. Im erbitterten Kampf um die Präsidentschaft sieht sich Donald Trump vom System benachteiligt. „Die Republikaner haben einen Nachteil“, sagte Trump letzte Woche noch in Bezug auf das „Electoral College“ der USA. „Sie verlieren New York, Illinois und Kalifornien, bevor es überhaupt beginnt.“ Deshalb würde er in diesen Staaten überhaupt keinen Wahlkampf mehr betreiben.

US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Orlando, Florida

Jetzt äußerte sich der Präsident erneut: „Kalifornien fährt zur Hölle“, hieß es am Montag (12.10.2020) auf Twitter. Regelmäßig äußern sich Trump und die Republikaner abfällig über den demokratischen Gouverneur Gavin Newsom. Ihn und die örtliche Forstwirtschaft machen sie für die verheerenden Waldbrände an der Westküste verantwortlich. Kalifornien müsse seine Wälder laut Trump „säubern“. Es gebe „so viel Laub und kaputte Bäume, die so brennbar sind - man berührt sie und sie stehen in Flammen“.

US-Wahl 2020: Donald Trump attackiert Kalifornien, New York und Illinois

Doch Kalifornien ist nicht der einzige Bundesstaat, den Donald Trump verdammt. Auch New York sei vor die Hunde gegangen. Der US-Präsident stellte zudem Behauptungen auf, nach denen die Bevölkerung aufgrund der Führung unter Gouverneur Andrew Cuomo und New York Citys Bürgermeister Bill de Blasio zahlreich fliehe. Nachdem er die Stadt als „anarchistischen Zuständigkeitsbereich“ bezeichnete und drohte, die Finanzierung durch die US-Regierung einzustellen, wehrte sich Cuomo. Er legte Trump nahe, aufzupassen, wenn er in New York City unterwegs ist. „Vergiss Bodyguards, er braucht eher eine Armee, wenn er glaubt, dass er die Straßen von New York entlanglaufen könne.“

Auch Illinois könne „nirgendwo hingehen“, wie Trump auf Twitter von sich gab. „Traurig, oder? Wählt Trump!“. Dabei handelt es sich jedoch eher um Angriffe auf die Stadt Chicago und ihre Waffengesetze. Aufgrund der hohen Gewaltrate nehmen die Republikaner die Metropole oft als Beispiel für das Scheitern strengerer Auflagen.

In einem Brief an Illinois Gouverneur J. B. Pritzker im Juni hatte Donald Trump die Zusammenarbeit angeboten, um dieses Problem Chicagos zu bewältigen. Als Lösungsansatz hatte der US-Präsident vorgeschlagen, die Steuern zu senken und Auflagen für Unternehmen zu lockern. Nur so und durch das Aufgeben von Parteilichkeit könne man verhindern, dass die Bevölkerung Illinois in Scharen verlässt.

Während Trump also Angriffe auf die Hochburgen der Demokraten fährt, verliert er in den eigentlichen republikanischen Bollwerken wie den Bundesstaaten Arizona und Texas weiter an Boden. Mittlerweile scheint selbst Texas zu einem Swing State zu werden.

Rubriklistenbild: © SAUL LOEB/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare