Wahl 2020

US-Wahlguru: Biden liegt vorne – doch Trump zählt auf die „Swing States“

  • Tim Vincent Dicke
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Die US-Wahl 2020 rückt immer näher: Die Spannung um die Frage, wer nächster Präsident wird, steigt. Donald Trump liegt in den Umfragen hinten, aber in Stein gemeißelt ist noch nichts.

  • Biden liegt in den Umfragen zur Wahl 2020 vor dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump.
  • Der US-Wahlguru Nate Silver geht ebenfalls davon aus, dass der demokratische Herausforderer den Kampf ums Weiße Haus gewinnen wird.
  • Ein Umstand macht den Demokraten jedoch zu schaffen: Das US-Wahlsystem benachteiligt Joe Biden massiv.

Washington – Nur noch wenige Wochen ist die Wahl 2020 entfernt. Am 3. November müssen sich die US-Amerikaner entscheiden: Soll Donald Trump weiterhin an der Macht bleiben oder sein demokratischer Herausforderer Joe Biden 46. Präsident der Vereinigten Staaten werden?

Donald Trump gegen Joe Biden: Das sagt der bekannteste Wahlguru zum Ausgang der US-Wahl 2020

Joe Biden liegt laut Meinungsforschern in den Umfragen vorne, trotzdem vermuten viele Experten ein enges Rennen. Viel wird davon abhängen, wie die Wähler in den „Swing States“ abstimmen werden.

Der US-amerikanische Wahlguru Nate Silver, geht mehrheitlich davon aus, dass Joe Biden die Wahl gewinnen wird. Seit einigen Wochen berechnet sein Prognosemodell die Siegchancen Donald Trumps und seines demokratischen Herausforderers. Das Ergebnis: eindeutig. Joe Biden gewinnt demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent die Wahl 2020, Donald Trump degegen hat nur eine 25 prozentige Chance.

US-Wahl 2020: Joe Biden gewinnt wahrscheinlich das „Popular Vote“ – Chancen von Donald Trump nur gering

Noch klarer fällt die Prognose für das „Popular Vote“ aus. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent erhält Joe Biden die meisten Stimmen der US-Wähler, Trumps Chancen sind dem Modell nach nur sehr gering.

Trotzdem könnte Donald Trump die Wahl immer noch gewinnen. Grund dafür ist das Wahlsystem, das „Popular Vote“ ist eben nicht entscheidend, sondern die Abstimmung des „Electoral College“ – bestehend aus 538 Wahlmännern. Die wichtigsten Stimmen kommen aus den „Swing States“, Trump fokussiert seinen Wahlkampf voll auf diese Staaten.

In den USA haben diese Staaten eine besondere Stellung. Der Grund: Während sich die Republikaner um Donald Trump ihren Stimmen in dem als konservativ geltenden Deep South und den Staaten des Mittleren Westens sicher sein dürften sowie sich die Demokraten traditionell über die Stimmen aus dem progressiven Kalifornien freuen, ist der Ausgang der Wahl in den „Swing States“ bis zum Schluss offen.

Donald Trump hat beim „Electoral Collage“ massive Vorteile – Joe Biden im Nachteil

Das gilt unter anderem für die Bundesstaaten Florida, Pennsylvania, Michigan, Georgia, Ohio und North Carolina. In diesen Staaten, in denen sich sowohl Donald Trump, als auch Joe Biden Chancen auf den Wahlsieg ausrechnen, ist der Wahlkampf besonders hart umkämpft. Verliert Donald Trump zum Beispiel Florida, ist das ein herber Verlust und hat direkte Auswirkungen auf den Kampf um das Weiße Haus.

Der amtierende US-Präsident ist beim „Electoral College“ klar im Vorteil. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump das Mehrheitsvotum gewinnt, aber trotz allem nicht weiter im Amt bleibt, liegt bei unter einem Prozent. Sollte Joe Biden die Mehrheit der Stimmen für sich gewinnen können, hat er weiterhin ein großes Risiko nicht ins Weiße Haus einziehen zu dürfen.

Nahezu ausgeschlossen ist nach Berechnungen von Nate Silvers Modell, dass Donald Trump einen Erdrutschsieg feiern wird. Ganz anders dagegen sieht es bei seinem Herausforderer aus: Joe Biden gewinnt demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von 31 Prozent mit großem Abstand.

Wahl 2020 zwischen Donald Trump und Joe Biden: Der Kampf um das Weiße Haus inmitten von Krisen

Nate Silver begann im Jahr 2007 Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl 2008 zu veröffentlichen. Die Genauigkeit seiner Voraussage für die Wahl brachte dem 42-Jährigen weltweite mediale Aufmerksamkeit. Bis auf Indiana lag er bei allen Staaten richtig. Zudem prognostizierte er die Gewinner aller US-Wahlen zum Senat zutreffend.

Der Kampf um die Präsidentschaft findet inmitten einer großen Krise in den USA statt. Mit bisher mehr als 190.000 Corona-Toten sind die Vereinigten Staaten das am stärksten von der Virus-Pandemie getroffene Land der Welt. Zudem halten Massenproteste gegen Polizeigewalt und Rassismus die USA nach dem Tod von George Floyd in Atem. (Von Tim Vincent Dicke)

Rubriklistenbild: © SAUL LOEB/ROBYN BECK/AFP

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