Präsidentschaftswahl 2020

US-Wahl 2020 auf der Kippe: Donald Trump und Joe Biden streiten um das Ergebnis

  • vonMirko Schmid
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Donald Trump will ein schnelles Ergebnis der US-Wahl, Joe Biden will warten, bis alle Stimmen ausgezählt sind. Ein zähes Ringen um die Präsidentschaft zeichnet sich ab.

  • Die Ergebnisse der US-Wahl 2020 sind extrem knapp.
  • Präsident Donald Trump und sein Herusforderer Joe Biden liegen annähernd gleichauf.
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USA - Der Fall der Fälle ist eingetreten. Die Nacht der US-Wahl bringt kein klares Ergebnis, während hunderttausende Briefwahlstimmen noch nicht ausgezählt sind. Donald Trump twittert - wie erwartet - seinen Sieg, während sein Herausforderer Joe Biden darauf warten will, bis alle Stimmen ausgezählt sind.

Donald Trump sieht sich als Wahlsieger der US-Wahl 2020.

Swing States wie Pennsylvania und Georgia stehen für Donald Trump im Mittelpunkt

Gerade in den umkämpftesten Swing States wie Pennsylvania erklären die US-Nachrichtensender noch keinen Sieger - zu eng ist das Ergebnis und zu wichtig sind die bisher in diesen Bundesstaaten noch gar nicht ausgezählten Briefwahlstimmen. Donald Trump passt das gar nicht. Der Briefwahlgegner will nicht warten, bis die Stimmen aller Amerikaner:innen ausgezählt sind, vielmehr will er sich sofort zum Sieger ausrufen.

Dem widerspricht sein Herausforderer Joe Biden. Jede Stimme, jede Wahlbeteiligung müsse zählen, sagt der Demokrat. Dabei weiß er, dass gerade in Swing States wie Pennsylvania Tausende von Stimmen noch nicht ausgezählt sind - die meisten davon werden den Demokraten zugerechnet. Biden will, im Gegensatz zu Donald Trump, jede Stimme gezählt wissen, bevor ein Sieger der Präsidentschaftswahl 2020 verkündet wird.

Schon jetzt haben mehr Menschen in der US-Wahl zwischen Donald Trump und Joe Biden abgestimmt als je zuvor

Donald Trump besteht darauf, das Ergebnis der Wahlnacht sofort anzuerkennen - unabhängig von den tausenden Stimmen, die per Post abgegeben wurden und teilweise erst in den nächsten Tagen ausgezählt werden. Für den Präsidenten spielt es dabei auch keine Rolle, dass sein Rivale Joe Biden in bisher von Republikanern dominierten Bundesstaaten wie Arizona klar in Führung liegt. Das Kalkül ist klar: Trump möchte seinen Vorsprung in Staaten wie Pennsylvania ins Ziel bringen, ohne die Auszählung der Briefwahlstimmen dort abzuwarten.

Derzeit kann Joe Biden 215 feststehende Wahlleute auf sich vereinen, Donald Trump nur 171. Trotzdem fühlt sich Donald Trump, der die Briefwahlen im Wahlkampf immer wieder als betrügerisch und anfällig für Fehler bezeichnet hat, mit seinen 171 sicheren Wahlleuten als Sieger. Sicher ist: Die noch zu zählenden Stimmen, die per Post erst nach der Nacht der US-Wahl eingehen werden, akzeptiert Trump nicht. Er will jetzt, sofort, gewonnen haben. Und das obwohl er selbst mithilfe seiner republikanischen Freunden in den Bundesstaaten dazu beigetragen hatte, dass Briefwahlstimmen vor der Schließung der Wahllokale gar nicht ausgezählt werden durften.

Ein klarer Nachteil für die Demokraten um Joe Biden, deren Wähler:innen als besonders fleißige Briefwähler:innen gelten. Es scheint die erklärte Kampflinie des Präsidenten zu sein: Er habe gewonnen, so Donald Trump. Auch wenn immer noch - auch über Wochen - Stimmen der Wähler:innen in den USA gezählt werden sollten. Joe Biden lässt Trump dessen Narrativ nicht durchgehen: Die US-Wahl 2020 sei erst vorbei, wenn die Briefwähler:innen auch gehört werden würden. Es ist zu erwarten, dass die Auseinandersetzung über die Gültigkeit der Briefwahlwahlen nun vor den Gerichten ausgetragen wird. Die US-Wahl bleibt spannend. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Chris Kleponis via www.imago-images.de

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