US-Wahl 2020

„Gemeinsamer Schatz“: Angela Merkel beschwört deutsch-amerikanische Freundschaft

  • vonMirko Schmid
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Nach dem Wahlsieg von Joe Biden hofft Bundeskanzlerin Angela Merkel auf frischen Wind in der deutsch-amerikanischen Freundschaft.

  • Angela Merkel gratuliert Joe Biden zum Wahlsieg.
  • Donald Trump nahestehende Regierungschefs wie Recep Tayyip Erdogan, Viktor Orban und Jair Bolsonaro schweigen.
  • News zur Wahl 2020*: Alle News und Hintergrundinformationen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA 

Update vom 09.11.2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Montagvormittag erneut zum Ausgang der US-Wahl 2020 geäußert - insbesondere zum designierten US-Präsident Joe Biden. Auf einer Pressekonferenz betonte sie die Bedeutung der Wahl: „Die ganze Welt verfolgt alle vier Jahre die amerikanischen Präsidentschaftswahlen mit großer Aufmerksamkeit.“

Anschließend gratulierte Merkel nochmals Joe Biden zum Sieg über Donald Trump. Zudem äußerte sie sich in Richtung der designierten Vize-Präsidentin Kamala Harris. Was sie erreicht habe, sei „ein Beispiel für die Möglichkeiten Amerikas“, so Merkel.

Mit dem Wahlsieg von Joe Biden könnte die deutsch-amerikanische Freundschaft neuen Auftrieb erfahren. Diese bezeichnete die Kanzlerin als „gemeinsamen Schatz“. Merkel lobte Biden: „Ich erinnere mich an gute Begegnungen mit ihm.“

Angela Merkel hat sich zum Wahlsieg von Joe Biden geäußert. (Symbolfoto)

Erstmeldung vom 08.11.2020: Joe Biden ist der gewählte Präsident der USA. Weltweit wird gefeiert, aufgeatmet - aber auch lamentiert. Während die meisten Medien den Sieg von Joe Biden positiv und freudig kommentieren, stellen sich rechte Politiker und Kommentatoren weiter hinter Donald Trump*.

Kanzlerin Merkel, Bundespräsident Steinmeier und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen gratulieren Joe Biden

Aus ganz Europa werden Gratulationsadressen in die USA versandt, Kanzlerin Angela Merkel freue sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Joe Biden, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Herzlichen Glückwunsch! Dier amerikanischen Bürgerinnen und Bürger haben entschieden. Joe Biden wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich wünsche ihm von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris*, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schließt sich der Freude von Angela Merkel an und erklärte in einer Gratulationsadresse an Joe Biden, dass sich mit dessen Präsidentschaft die Hoffnungen unzähliger Menschen verbänden, weit über die Grenzen der USA hinaus, auch in Deutschland. Es sei die Hoffnung auf eine neue Gemeinsamkeit, auf Verlässlichkeit, Vernunft und die beharrliche Arbeit an Lösungen in einer unruhigen Welt, schreibt Steinmeier. Für die EU twitterte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Ich gratuliere Joe Biden wärmstens und freue mich darauf, ihn zum schnellstmöglichen Zeitpunkt zu treffen. Die EU und die Vereinigten Staaten sind Freunde und Verbündete, unsere Bürgerinnen und Bürger teilen die tiefsten Verbindungen. In einer sich unaufhörlich verändernden Welt mit ihren neuen Herausforderungen und Möglichkeiten wird unsere erneuerte Partnerschaft besonders wichtig.“

Europäische Staats- und Regierungschefs gratulieren Joe Biden - Viktor Orban verweigert Glückwünsche und glaubt an Donald Trump

Europaweit gratulieren weitere Staatschefs. Boris Johnson, Premierminister des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und ein politischer Freund von Donald Trump, gratulierte umgehend nach der Bekanntgabe des Sieges von Joe Biden in den US-amerikanischen Medien. „Gratulation an Joe Biden zu seiner Wahl als Präsident der Vereinigten Staaten und an Kamala Harris zu ihrem historischen Erfolg. Die USA ist unser wichtigster Verbündeter und ich freue mich darauf, eng mit Ihnen in unseren gemeinsamen Prioritäten vom Klimawandel über Handel bis Sicherheit zusammenzuarbeiten.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz twitterten Glückwünsche an den gewählten Präsidenten Joe Biden. Als einziger europäischer Regierungschef plant Viktor Orban nicht, Biden zum Wahlsieg zu gratulieren. Der erzkonservative Regierungschef von Ungarn, ein erklärter Fan von Donald Trump, hatte zuvor erklärt, dass Trump wiedergewählt werde und er keine Pläne für einen Wahlsieg Bidens mache.

Auch weltweit senden Staatschefs Gratulationen an Joe Biden - Brasiliens Präsident Bolsonaro schweigt

Doch nicht nur Viktor Orban schweigt. Auch der ebenfalls rechtspopulistische Präsident von Brasilien, Jair Bolsonaro, hat bisher noch keine Glückwünsche an Joe Biden ausgerichtet. Der brasilianische Staatchef verliert in Donald Trump einen politischen Seelenverwandten und muss jetzt befürchten, dass Joe Biden Menschenrechte und den Klimaschutz an die Spitze der Agenda weiterer Verhandlungen mit dem größten Staat Südamerikas stellen wird, vermutet die Agentur „Reuters“. Auch seitens des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sind noch keine Glückwünsche an Joe Biden bekannt. Während Donald Trump Ermittlungen gegen staatliche Banken in der Türkei eingestellt* hatte, hatte Joe Biden in seiner Zeit als Vizepräsident abgelehnt, in juristische Ermittlungen zugunsten Erdogans einzugreifen. Dagegen zeigt sich der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau erfreut über Bidens Wahlsieg und betont in seinem offiziellen Statement die „außerordentliche Partnerschaft“ der Nachbarländer. (Mirko Schmid) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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