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Ausgebrannt: Bei einem erneuten Anschlag auf ein US-Militärfahrzeug wurden am Freitag in Bagdad eine US-Soldatin und ein irakischer Zivilist verletzt.

US-Truppen erschießen elf irakische Angreifer

Erneut Attacken / Angeblich neues Tonband von SaddamDrei Tage nach der Kampfansage von US-Präsident George W. Bush an die "Friedensfeinde" in Irak haben US-Truppen am Freitag nördlich von Bagdad elf irakische Angreifer getötet. Bei einer Reihe neuer Attacken auf alliierte Besatzungstruppen töteten Iraker eine US-Soldatin und verletzten 17 US-Militärs. Das arabische Fernsehen strahlte ein Tonband aus, auf dem die Stimme des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein zu hören sein soll.

BAGDAD / DUBAI, 4. Juli (dpa/rtr/ap). Nach Angaben des US-Zentralkommandos vom Freitag hatten die Angreifer versucht, eine Patrouille in Balad, etwa 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt, mit leichten Schusswaffen und Panzerfäusten zu treffen. Als die US-Soldaten daraufhin das Feuer erwiderten, seien alle Angreifer getötet worden. Während die US-Militärbehörden die Zahl der Getöteten nicht nannte, berichteten der britische Sender BBC sowie der arabische Kanal Al Dschasira von elf irakischen Opfern. Bei dem Schusswechsel sollen 18 US-Soldaten verletzt worden sein, zwei von ihnen schwer.

Bei einem Angriff von Aufständischen im Osten von Bagdad war am Donnerstagabend eine US-Soldatin getötet worden. Heckenschützen erschossen sie, als sie vor dem Nationalmuseum der Stadt Wache schob. Drei Zivilpersonen sowie zwei US-Soldaten sind am Freitag nach Angaben der Nachrichtenagentur ap zudem bei der Explosion eines Sprengsatzes im Westen von Bagdad verletzt. Al Dschasira berichtet überdies von einem nächtlichen Anschlag auf ein US-Quartier in der westirakischen Stadt Ramadi, über mögliche Verletzte verlautete zunächst nichts.

Trotz der fortgesetzten Attacken auf die alliierten Besatzungstruppen begingen die US-Soldaten am Freitag ihren Unabhängigkeitstag. Überall auf den Militärstützpunkten in Irak organisierte das Pentagon Veranstaltungen zum 4. Juli. Als ein Höhepunkt besuchte der Schauspieler Arnold Schwarzenegger die Truppen und führte dort seinen neuesten Film "Terminator 3 - Aufstand der Maschinen" vor.

Hunderte Soldaten jubelten Schwarzenegger im früheren Ferien-Palast von Iraks gestürzten Präsidenten Saddam Hussein zu, als der Action-Star zum Auftakt seiner Rede einen seiner berühmtesten "Terminator"-Sprüche zitierte: "Erst mal Gratulation dafür, dass ihr ,hasta la vista' zu Saddam Hussein gesagt habt."

Der arabische Fernsehsender Al Dschasira strahlte am Freitag nach eigenen Angaben ein Tonband aus, auf dem Saddam Hussein alle Iraker aufruft, Widerstandskämpfer zu unterstützen und nicht die "ungläubigen Besatzer" der USA. "Ich bin in Irak und ein Kamerad ist bei mir", sagte die Stimme auf dem Tonband. Als Datum der Aufzeichnung nannte er den 14. Juni. Ein Vertreter des britischen Verteidigungsministerium sagte, er könne nicht garantieren, dass es tatsächlich Saddams Stimme auf dem Band sei. Die USA hatten am Donnerstag ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf Saddam ausgesetzt.

Lebensgefährliche Folgen haben offenbar die Plünderungen nach dem Irak-Krieg. Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace entdeckten nach eigenen Angaben in einem Dorf nahe der Atomanlage Tuwaitha offen herumliegenden Atommüll, der aus der geplünderten Nuklearanlage stammen soll.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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