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US-Streitkräfte greifen wieder öfter den IS in Syrien an

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Von: Sebastian Richter

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Soldaten der US-Armee in Syrien. (Archivbild)
Soldaten der US-Armee in Syrien. (Archivbild) © B.Shamlo/imago

Bei Operationen gegen den IS in Syrien haben die USA mehrere Führer der Terrororganisation festgenommen. Die Zahl der Angriffe der US-Armee nimmt zu.

Damaskus – Das US-Militär hat sechs IS-Kämpfer in Syrien gefangen genommen. Die Festnahmen erfolgten bei Angriffen im Osten des Landes, wie das US-Zentralkommando Centcom in Tampa (Florida) am Dienstag (20. Dezember) mitteilte. Die drei Angriffe, bei denen auch Hubschrauber zum Einsatz kamen, fanden in den beiden Tagen zuvor statt.

Unter den Festgenommenen sei auch ein hochrangiger IS-Funktionär, heißt es in der Mitteilung. Sein Name sei al-Zubaydi, er soll an der Planung und Umsetzung von Anschlägen beteiligt gewesen sein soll. Zivilisten wurden ersten Einschätzungen nach nicht verletzt, heißt es vom Centcom. „Diese gemeinsam durchgeführten Operationen bekräftigen das unerschütterliche Engagement des Centcom in der Region und den dauerhaften Sieg über Isis“, sagte General Michael „Erik“ Kurilla, Befehlshaber des US-Zentralkommandos. „Die Gefangennahme dieser IS-Aktivisten wird die Fähigkeit der Terrororganisation, weitere destabilisierende Anschläge zu planen und durchzuführen, beeinträchtigen.“

USA-Militär schaltet hochrangige IS-Kämpfer in Syrien aus

Schon wenige Tage zuvor hat das US-Militär nach eigenen Angaben zwei hochrangige Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates bei Luftangriffen getötet. Wie das US-Portal Task and Purpose berichtet, gab es darüber hinaus an den vorausgegangenen Tagen sechs weitere Operationen, bei denen fünf mutmaßliche IS-Aktivisten gefangen genommen wurden. Ihnen wird vorgeworfen, Anschläge am kurdisch geführten Geflüchtetenlager al-Hol geplant zu haben. Dort lebten im September etwa 58.000 Menschen, rund 70 Prozent seien Kinder.

Die USA flögen in Syrien wieder öfter Angriffe, berichtet Task and Purpose. Zwar hatte die mit ihnen verbündete Kämpfergruppe der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die letzte IS-Enklave Baghouz im März 2019 eingenommen, im Untergrund agiere der IS allerdings weiter, wie es vierteljährigen Bericht der „Operation Natürliche Entschlossenheit“, also dem Militärbündnis gegen die Terrorgruppe, heißt.

Auch die Zahl der Anschläge nehme zu, vor allem in Syrien. Laut dem Bericht bekannte sich die Terrorgruppe zu 74 Anschlägen in Syrien zwischen Juli und September, was ein „starker Anstieg gegenüber historisch niedrigen Werten im gleichen Zeitraum im Jahr 2021“ sei. Im Irak kam es dagegen zu 73 Angriffen. „Insgesamt sind Häufigkeit und Schwere der von Isis begangenen Anschläge im Irak im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 drastisch zurückgegangen, während die Anschläge in Syrien deutlich zugenommen haben“, heißt es im Bericht.

Syrien: USA greifen gezielt Anführer des IS an

Ziel der Angriffe sei, die Führer der Terrorgruppe auszuschalten und damit die Gruppe zum Zusammenbruch zu bringen, wie Bill Roggio, ein leitender Mitarbeiter der Denkfabrik Foundation for Defense of Democracies in Washington, D.C., gegenüber Task and Purpose. Solche Angriffe hätten seiner Ansicht nach seit Juni zugenommen, die Strategie reiche allerdings noch nicht aus, um die Terrorgruppe restlos zu zerschlagen.

„Sie tun das, was sie auch auf anderen Schauplätzen getan haben - das, was man in Afghanistan ‚Gras mähen‘ nannte“, sagte Roggio gegenüber Task and Purpose. „Man will sie in die Enge treiben. Man will sie dazu bringen, über Sicherheit nachzudenken und nicht über die Planung von Angriffen. Aber das ist kein Ersatz für die systematische Zerschlagung dieser Gruppen.“ Stattdessen sei der einzige Weg, den IS nachhaltig zu besiegen, der Terrororganisation ihre Einflussgebiete zu entziehen.

Die These von Roggio untermauert, dass im Oktober bereits der Führer des islamistischen Staates bei Kämpfen mit Rebellen getötet wurde. Es ist bereits das dritte Mal, dass der IS ihren Anführer verliert, zerschlagen wurde die Gruppe dadurch bisher nicht. (spr)

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