US-Soldat unter Mordverdacht

Offizier soll Fahrer eines Zivilfahrzeugs in Irak erschossen haben

Frankfurt a. M. · 29. Juli · hein/ap · Der 29 Jahre alte Offizier, der nach Militärangaben in Gießen stationiert ist, war am 12. Juni mit der von ihm geführten Panzerkompanie nahe der Stadt Kufa südlich von Bagdad im Einsatz. Seine Einheit hatte den Auftrag, den fanatischen schiitischen Geistlichen Muktada as-Sadr festzusetzen. Gegen as-Sadr besteht ein Haftbefehl in Verbindung mit der Ermordung eines rivalisierenden Geistlichen.

Im Verlauf der Suche fiel der Gruppe ein mit hoher Geschwindigkeit fahrender Personenwagen der Marke BMW auf. Die Soldaten verfolgten ihn und schossen auf das Auto. Dabei wurden der Fahrer und ein weiterer Insasse verletzt. Der Wagen kam schließlich zum Stehen.

Familienmitglieder des Fahrers sagten aus, die Soldaten hätten den Mann aus dem Wagen gezerrt, ihn mit einem schweren Stein geschlagen und dann erschossen. Dem Offizier wird jetzt Vernachlässigung seiner Pflichten und Mord an einem "unbekannten paramilitärischen Mitglied" vorgeworfen.

Der Beschuldigte bestreitet diesen Tathergang. In einem Interview mit der Zeitung seiner Heimatstadt Chicago Tribune sagte er, er glaube er sei unschuldig. Bislang befindet sich der 29-Jährige auf freiem Fuß. Ein Vorgesetzter erklärte, bislang sei der Hauptmann ein "vertrauenswürdiger und ehrlicher Offizier gewesen". Nach ersten Anhörungen zu dem Vorfall in Irak, kehrte die Einheit mittlerweile nach Deutschland zurück. Am Mittwoch begann vor dem US-amerikanischen Militärgericht in Hanau das Vorverfahren. Weil eine Reihe von Soldaten wegen Urlaubs nach dem Kampfeinsatz nicht zur Verfügung stehen, sollen die Vernehmungen im September fortgesetzt werden, sagte ein Armeesprecher.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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