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Blumen liegen auf dem Bürgersteig vor dem Haus, indem eine 28-jährige Afroamerikanerin von einem weißen Polizisten erschossen worden ist.

Texas

US-Polizist erschießt schwarze Frau - Anklage wegen Mordes

Ein Polizist erschießt eine schwangere Frau während eines Einsatzes in Texas. Sie ist nicht das erste Opfer der lokalen Polizei.

Update, 20:00 Uhr: Der Polizist, der die 28-jährige Atatiana Jefferson in ihrem Haus erschossen hat, wurde wegen Mordes angeklagt. Laut eines Berichts der „New York Times“ befindet sich der Mann bereits in Gewahrsam. Seinen Dienst habe er bereits quittiert.

Wie die Zeitung weiter berichtet, soll der Tod von Jefferson kein Einzelfall in Fort Worth (Texas) gewesen sein. Allein in diesem Jahr habe die dortige Polizei mindestens sechs schwarze Personen erschossen .

Erstmeldung vom 15. Oktober 2019:

In den USA hat erneut ein tödlicher Polizeischuss auf eine Schwarze für Empörung gesorgt. Der weiße Polizist Aaron Dean wurden am Montag in der texanischen Stadt Fort Worth des Mordes beschuldigt, wie die Behörden mitteilten. Er hatte bei einem Einsatz die am Fenster ihres Hauses stehende 28-jährige Atatiana Jefferson erschossen. 

Brutale Polizeikultur in Texas

Bürgermeisterin Betsy Price zeigte sich entsetzt über den Vorfall und forderte eine unabhängige Untersuchung. Ein Nachbar hatte am vergangenen Freitagabend die Polizei gerufen, weil die Tür zu Jeffersons Haus offen stand. Zwei eintreffende Polizisten gingen mit Taschenlampen um das Haus, wie veröffentlichte Körperkamera-Aufnahmen zeigen. 

Als am Fenster im Inneren des Hauses eine Silhouette erscheint, eröffnet Dean das Feuer und trifft Jefferson tödlich. Auf den Aufnahmen ist zu hören, wie der Polizist ruft „Hände hoch, zeig mir deine Hände“ und dann sofort schießt. 

Wiederholte Polizeigewalt in den USA

Der Beamte habe eine „Gefahr“ wahrgenommen, erklärte die Polizei. Die Behörden räumten aber ein, dass Dean sich nicht als Polizist ausgewiesen hatte. Jefferson hatte nach Angaben des Anwalts ihrer Familie mit ihrem achtjährigen Neffen ein Videospiel gespielt und war ans Fenster gegangen, als sie Geräusche gehört hatte. Sie starb vor den Augen ihres Neffen. Die Haustür hatte sie geöffnet, um frische Luft ins Haus zu lassen. Der Anwalt der Familie verurteilte eine „brutale“ Polizeikultur in der nahe Dallas gelegenen Stadt. 

In den vergangenen Jahren haben Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste in den USA ausgelöst. (afp)

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