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US-Minister Hagel lobt den Irak

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US-Verteidigungsminister Chuck Hagel (r.) beim Treffen mit seinem irakischen Amtskollegen Khaled al-Obeidi (l.).
US-Verteidigungsminister Chuck Hagel (r.) beim Treffen mit seinem irakischen Amtskollegen Khaled al-Obeidi (l.). © REUTERS

Es könnte die letzte Reise des scheidenden US-Verteidigungsministers gewesen sein: Chuck Hagel lobt beim Besuch in Bagdad die irakische Armee. Unweit der Stadt greift derweil die IS-Miliz an.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat bei einem nicht angekündigten Besuch im Irak den «stetigen Fortschritt» im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelobt. Mit internationaler Unterstützung sei es den irakischen Truppen gelungen, den Vormarsch der Dschihadisten Richtung Bagdad zu stoppen, sagte Hagel am Dienstag auf einer Pressekonferenz in der irakischen Hauptstadt. Während seines Besuches lieferten sich IS-Kämpfer nördlich von Bagdad Gefechte mit irakischen Truppen. Amerika werde weiterhin Partner des Iraks sein, versicherte Hagel. Allerdings rief er Regierung und Bevölkerung zur Einheit auf: «Nur Sie können einen dauerhaften Frieden für Ihr Land bringen - wenn Sie entschlossen sind, dies zu erreichen.»

In der Vergangenheit war es zwischen Bagdad und Washington zu Verstimmungen gekommen. Der frühere schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte die Sunniten im Land unterdrückt und damit den Nährboden für das Vordringen der IS-Miliz bereitet. Die Dschihadisten hatten im Juni mit Mossul die zweitgrößte Stadt des Iraks erobert und in einem raschen Vormarsch rund ein Drittel des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Auch im benachbarten Syrien kontrolliert der IS ein Drittel der Fläche. Ihr Territorium bezeichnen die Extremisten als «Kalifat».

Gefechte rund um Mikdadija

Gemeinsam mit Verbündeten versuchen die USA, die irakische Armee mit Luftangriffen gegen den Vormarsch der IS-Miliz zu unterstützen. Auch in Syrien fliegt die internationale Allianz Luftangriffe. Eine Entsendung von Bodentruppen lehnt US-Präsident Barack Obama ab. Für Hagel könnte der Besuch in Bagdad die letzte Auslandsreise gewesen sein. Der Republikaner hatte Ende November nach weniger als zwei Jahren im Amt seinen Rücktritt angekündigt. Der frühere Pentagon-Vizechef Ashton Carter soll seine Nachfolge antreten.

Bei Zusammenstößen mit Dschihadisten seien am Dienstag sechs Menschen, darunter zwei Polizisten, ums Leben gekommen, sagte ein Sicherheitsbeamter der dpa. Auf Seiten des IS seien elf Kämpfer getötet worden. Die Gefechte ereigneten sich an mehreren Orten rund um das 70 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Mikdadija. (dpa)

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