US-Konzerne auf der Lauer

Widerstand in Irak zögert Vergabe von Aufträgen hinaus

whp NEW YORK. Der Beginn des Wiederaufbaus im Irak kann wegen der zunehmender Sabotageaktionen in dem längst nicht befriedeten Land erst später beginnen als erwartet. Deshalb ließen sich die Kosten noch schlecht beziffern und die mit den Rekonstruktionsarbeiten verbundenen Aufträge an die Industrie derzeit noch nicht definitiv beurteilen, heißt es im amerikanischen Verteidigungsministerium. In drei Wochen will das Pentagon zwei Folgeaufträge für den Wiederaufbau von Ölfeldern im Norden und Süden des Irak ausschreiben. Die Summe für jede der beiden Order liegt zwischen 500 000 und 500 Millionen Dollar. Den Exklusiv-Vertrag mit Halliburton, einer Tochter der Kellogg Brown & Root (KBR), will das Pionier-Corps der US-Armee auslaufen lassen. Der Kontrakt, den KBR bereits zu Beginn des Krieges geschlossen hatte, war umstritten, weil US-Vizepräsident Dick Cheney vor seinem Eintritt in den öffentlichen Dienst Vorstandschef bei Halliburton war. Derzeit betrage das an KBR vergebene Auftragsvolumen 235 Millionen Dollar, gibt das Pionier-Corps bekannt.

Wer sich um die Folgeaufträge bewerben wird, ist nicht bekannt. Das Wall Street Journal nannte die Firma Fluor aus Aliso Viejo in Kalifornien. Trotz der Ungewissheiten über den Umfang der Aufträge und die vage Beschreibung der Arbeit habe sich nichts an der Absicht Fluors geändert, sich zusammen mit der britischen Baufirma Amec an den Ausschreibungen zu beteiligen, zitierte das Blatt einen Firmen-Sprecher. Fluor beschäftigt im Irak bereits einige Arbeiter und Angestellte.

Näheres über die Aufträge will das Pentagon gegen Monatsende bekannt geben. Es scheint jedoch festzustehen, dass die beiden Order an zwei verschiedene Unternehmen oder Firmengruppen verteilt werden. Sollte sich Halliburton auch bewerben und erfolgreich sein, wird das Unternehmen also den Kuchen mit anderen teilen müssen.

Es geht zunächst um die Wiederherstellung der Ölfelder, die nach zehn Jahren Wirtschaftssanktionen gegen den Irak zum Teil in verwahrlostem Zustand sind. Die großen Mineralölgesellschaften wollen keine Verträge unterzeichnen, solange in Bagdad keine legitime Regierung amtiert.

Dossier: Irak nach dem KriegDossier: Grenzen der Globalisierung

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