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Die US-Armee soll felxibler werden, vor allem im Pazifikraum.
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Die US-Armee soll felxibler werden, vor allem im Pazifikraum.

Fokus auf Asien

US-Armee setzt auf kleinere Stützpunkte

Die neue US-Militär-Strategie legt den Schwerpunkt auf Asien. Die Präsenz dort soll auch innenpolitisch ein Signal senden.

Von Andreas Geldner

Zuerst Australien und Singapur – jetzt die Philippinen. Die USA machen mit ihrem angekündigten, stärkeren Fokus auf die Pazifikregion ernst. Erst ein paar Wochen ist es her, dass US-Präsidenten Barack Obama bei einem Australienbesuch die Eröffnung eines amerikanischen Stützpunktes angekündigt. Zuvor hatte die US-Marine einen Vertrag mit Singapur geschlossen, der regelmäßige Besuche von amerikanischen Kriegsschiffen erlaubt.

Am Donnerstag hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta nun neue Details der neuen US-Militärstrategie präsentiert – und dazu gehören nach Angaben der Zeitung Washington Post auch diskrete Verhandlungen mit den Philippinen über neue Militärstützpunkte. Mit der Clark Luftwaffenbasis und dem Marinestützpunkt Subic Bay hatte die Inselnation südlich des chinesischen Meers einst die größten US- Militärbasen in Asien beherbergt. Deren Schließung in den Jahren 1991 und 1992 galt als historische Zäsur, die im Pazifik das Ende des Kalten Krieges markierte. Nun stehen die noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen zwischen Washington und Manila für den amerikanischen Versuch, dem neuen Rivalen China stärker Paroli zu bieten.

Die US-Präsenz kommt dabei auch auf Wunsch der Philippinen zustande. Das Land ist über die militärische Aufrüstung Chinas zunehmend beunruhigt. Große Stützpunkte mit tausenden Soldaten soll es aber nicht mehr geben. Die Amerikaner setzen auf die flexible Präsenz von kleineren Einheiten. Gleichzeitig versucht Washington, China zu beruhigen. „Das ist nur eine Rückkehr zur Normalität“, sagt James Webb, demokratischer Senator aus Virginia und Außenpolitikexperte. „Die Präsenz der USA ist einfach zu einem wesentlichen Bestandteil der regionalen Stabilität geworden.“ Inzwischen haben die USA sogar die Fühler zum einstigen Kriegsgegner Vietnam ausgestreckt. Hier geht es aber nicht um eine psychologisch heikle Truppenstationierung, sondern zunächst um engere militärische Kontakte.

Weltweit Stützpunkte

Die stärkere Präsenz in Asien sendet aber auch ein innenpolitisches Signal. Mitten in der Debatte um massive Einsparungen im US-Militärhaushalt will das Weiße Haus demonstrieren, dass dies keinesfalls einen strategischen Rückzug der USA bedeutet. Auch eine andere Komponente der neuen Militärstrategie kann das verdeutlichen. Gleich um ein Drittel soll in den kommenden Jahren die Zahl der unbemannten Flugzeuge steigen. Sie sollen dann weltweit, auf kleine, diskrete Stützpunkte verteilt werden, die gleichzeitig als Basis für Spezialtruppen dienen. Eine solche Truppe hat in Somalia gerade zwei amerikanische Geiseln befreit.

Der Friedensnobelpreisträger Barack Obama hat in seiner Amtszeit die Fähigkeit der USA zu kleineren Militärschlägen deutlich ausgebaut. Spezialeinheiten und Expeditionstruppen der Marineinfanterie sollen sich auf ein Netzwerk von Stützpunkten in der ganzen Welt ausbreiten, die im US-Militärjargon den Titel „lily pads“, also Seerosenblätter tragen. Das soll unterstreichen, dass sie nur Sprungbretter sind und es keine massive, permanente Präsenz bedeute. Stützpunkte in Deutschland hingegen werden an Bedeutung verlieren.

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