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Von Asyltourismus bis Anti-Abschiebe-Industrie: Euphemismen für eine inhumane Praxis (Symbolbild).

Unwort 2018

Unwort des Jahres: "Anti-Abschiebe-Industrie"

Die Jury gibt das Unwort des Jahres 2018 bekannt. "Anti-Abschiebe-Industrie" sei beispielhaft für diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch.

Das Unwort des Jahres 2018 lautet „Anti-Abschiebe-Industrie“. Dies gab die Jury am Dienstag in Darmstadt bekannt. „Der Ausdruck unterstellt denjenigen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützen und Abschiebungen auf dem Rechtsweg prüfen, die Absicht, auch kriminell gewordene Flüchtlinge schützen und damit in großem Maßstab Geld verdienen zu wollen“, erklärte die Jury um Sprecherin Nina Janich, Professorin an der Technischen Hochschule Darmstadt.

Die jährliche Kür des Unworts des Jahres soll auf „undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch“ aufmerksam machen. Sie erfolgt seit dem Jahr 1991. Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf „alternative Fakten“.

Verantwortlich für die viel beachtete Auswahl des Unworts ist eine Jury aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten, die durch einen jährlich wechselnden Gast ergänzt wird. Die Aktion selbst ist institutionell unabhängig.

Sie will einen bewussten Umgang mit Sprache fördern, indem sie auf Begriffe hinweist, die diskriminieren, irreführen oder demokratische Prinzipien verletzten. Die Jury wählt dabei aus Vorschlägen aus, die jeder im Internet einreichen kann. (afp)

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