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Donald Trump: Rudy Giuliani wird zunehmend zum Problem

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Von: Tim Vincent Dicke

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Rudy Giuliani und Donald Trump
Lange stand Rudy Giuliani Donald Trump treu zur Seite. Ändert sich das nun? (Archivbild) © Joshua Roberts/AFP

Rudy Giuliani, der ehemalige persönliche Anwalt von Donald Trump, will vor dem Kongress-Ausschuss zur Erstürmung des Kapitols aussagen.

Washington D.C. – Lange war er einer der engsten Verbündeten von Donald Trump. Nun könnte Rudy Giuliani für den früheren US-Präsidenten allerdings zum Problem werden. Beobachterinnen und Beobachter gehen davon aus, dass der Anwalt mit dem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses zur Erstürmung des Kapitols am 6. Januar 2021 zusammenarbeiten wird.

Sollte der ehemalige persönliche Anwalt von Donald Trump vor dem Komitee aussagen, könnte dies ein politischer Durchbruch sein. Rudy Giuliani hatte während der Amtszeit von Trump Einblicke in den innersten Machtzirkel.

NameRudolph William Louis Giuliani III
Geburtsdatum28.05.1944
GeburtsortNew York, USA
BerufAnwalt und Politiker
Partei\tRepublikaner

So kann er vermutlich zahlreiche Informationen liefern, welche Rolle einzelne Republikaner bei den Ausschreitungen im Kapitol gespielt haben. Zudem weiß er bestens über Versuche Bescheid, die Präsidentschaftswahlen 2020 in den USA zu diskreditieren.

Donald Trumps Ex-Anwalt Giuliani will Dokumente zum Kapitol-Sturm vorlegen

Zur Begründung der Vorladung von Giuliani und weiteren Vertrauten von Donald Trump erklärte das Komitee, die Betroffenen „stellten unbelegte Theorien über Wahlbetrug auf, trieben Bemühungen voran, die Wahlergebnisse zu kippen, oder standen in direktem Kontakt mit dem ehemaligen Präsidenten, um die Auszählung der Wählerstimmen zu verhindern“. Wegen seiner Verschwörungserzählungen und Wahlbetrugsbehauptungen verlor Giuliani im vergangenen Jahr seine Anwaltslizenz im Bundesstaat New York.

Wie der britische Guardian unter Berufung auf zwei mit den Verhandlungen vertrauten Personen berichtet, will der frühere Anwalt von Donald Trump im Rahmen eines Kooperationsabkommens vor dem Ausschuss erscheinen und aussagen. Innerhalb weniger Wochen soll das Abkommen vereinbart werden.

Über seinen Anwalt teilte Rudy Giuliani bereits mit, dass er Dokumente vorlegen und Fragen zu Donald Trumps Rolle beim Kapitol-Sturm beantworten wolle. Zudem signalisierte er die Bereitschaft, seine Kontakte offenzulegen. Giuliani könnte außerdem einen Einblick in die Rolle einzelner republikanischer Kongressabgeordneter geben, die die Zertifizierung von Joe Biden als rechtmäßigen US-Präsidenten verhindern wollten.

Donald Trump machte Pence zum Feinbild: Liefert Giuliani Details zur Kampagne?

Möglich ist auch, dass Giuliani Einzelheiten zur Kampagne von Donald Trump gegen seinen Vize Mike Pence liefert. Für viele Trump-Fans wurde Pence zum Hassobjekt, nachdem er sich gegen den damaligen Präsidenten gestellt hatte. Beim Sturm des Kapitols brüllten Teile des wütenden Mobs unter anderem „Hängt Mike Pence!“, auch behelfsmäßige Galgen aus Holz wurden errichtet. Trump selbst schrieb während der Erstürmung des Parlamentsgebäudes, dass Pence „nicht den Mut hatte, das zu tun, was getan werden sollte“.

Noch nicht klar ist, wie Rudy Giuliani aussagen wird. Laut dem Guardian könnte der ehemalige Bürgermeister von New York unter Eid in einer geschlossenen Anhörung Rede und Antwort stehen. Es besteht aber auch die Option eines eher informellen Hintergrundgesprächs. (tvd)

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