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Trump-Vertraute Rosemary Vrablic scheidet bei der Deutschen Bank aus.
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Trump-Vertraute Rosemary Vrablic scheidet bei der Deutschen Bank aus.

Kredite über hunderte Millionen

Donalds Trumps Vertraute bei der Deutschen Bank tritt zurück

  • vonSebastian Richter
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Sie hat Trump zur Deutschen Bank gebracht, Ende 2020 verlässt sie das Unternehmen: Rosemary Vrablic tritt zurück. Mutmaßlich ist sie in zwielichtige Geschäfte mit Trumps Umfeld verwickelt.

  • Donald Trumps Ansprechpartnerin bei der Deutschen Bank, Rosemary Vrablic, hat gekündigt.
  • Sie soll dem Umfeld Trumps zu achtstelligen Krediten verholfen haben.
  • Intern werden bei der Deutschen Bank seit August Untersuchungen zu zweifelhaften Geschäften Vrablics geführt.

New York – Sie verschaffte seinem Unternehmen Kredite über hunderte Millionen Dollar: Rosemary Vrablic ist seit Jahren für Geschäfte des US-Präsidenten Donald Trump und seines Schwiegersohns Jared Kushner bei der Deutschen Bank zuständig. Privat soll sie mit einer Firma, die zum Teil Kushner gehört, weitere Geschäfte gemacht haben – was von Banken gar nicht gern gesehen wird. Zum Jahresende tritt sie vom Vermögensmanagement zurück. „Ich habe entschieden, meine Position zum 31. Dezember niederzulegen“, teilte die 60-Jährige am Dienstag (22.12.2020) mit. Die Deutsche Bank bestätigte ihren Rücktritt.

Vrablic holte Donald Trump zur Deutschen Bank – und brachte das Finanzinstitut in die Schlagzeilen

Vrablic hatte dazu beigetragen, dass die Deutsche Bank Donald Trump als Kunden gewinnen konnte. Dadurch wurde das größte Kreditinstitut Deutschlands während seiner Amtszeit der wichtigste Gläubiger des US-Präsidenten. In dieser Position geriet die Deutsche Bank immer wieder in die Schlagzeilen, so wurde das Bankinstitut im August 2020 wegen Untersuchungen zu Trumps finanzieller Situation von der Staatsanwaltschaft Manhattan vorgeladen. Es ging um mutmaßlichen Steuerbetrug, Versicherungsbetrug sowie Fälschung von Geschäftsunterlagen. Zudem verlangten Politiker von der Deutschen Bank die Herausgabe von Informationen über Trump.

Um aus den Negativschlagzeilen herauszukommen, sucht die Deutsche Bank schon länger nach einem Weg, die Geschäftsbeziehungen zu Trump zu beenden. Die Bank sei es leid, deswegen immer wieder in die Schlagzeilen zu geraten, sagten drei hochrangige Manager der Nachrichtenagentur Reuters.

Untersuchungen der Deutschen Bank zu Nebengeschäften Vrablics

Vrablic spielte für die Geschäfte Trumps mit der Deutschen Bank eine wichtige Rolle. Sie arbeitete bereits mit der Kushner Familie zusammen, als sie 2006 ins Unternehmen eintritt. 2011 wollte sie auch Donald Trump dazuholen. Der galt schon damals als nicht wirklich kreditwürdig, bei vielen großen US-Banken war er als Unternehmer in Verruf geraten. Laut der New York Times soll die Bankenwelt ihm wegen seiner „Tendenz zum Kreditausfall“ nicht vertrauen. Auch in der Deutschen Bank soll es Zweifel gegeben haben. Trotzdem wurde Trump als Kunde aufgenommen.

Eine Stellungnahme zu den Gründen ihres Rücktritts gab Vrablic nicht. Allerdings zeigt eine bekanntgewordene interne Untersuchung der Deutschen Bank, dass das Arbeitsverhältnis bereits angespannt war: Im August strengte das Kreditinstitut Nachforschungen an, die einen privaten Immobiliendeal zwischen Vrablic und einer Firma, die zum Teil Jared Kushner gehört, beleuchten sollten. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollen Bankmitarbeiter normalerweise keine privaten Geschäfte mit Kunden zu machen.

Vrabic ist auch Privat in geschäfte mit dem Trump-Clan verwickelt

Konkret soll Vrablic 2013 gemeinsam mit anderen Mitarbeitern der Deutschen Bank für 1,5 Millionen Dollar ein Apartment auf der Park Avenue in New York gekauft haben. Einer der beteiligten Kollegen war Dominic Scalzi, der ebenfalls Ende Dezember die Deutsche Bank verlassen wird. Geschäftspartner war die Firma Bergel 715 Associates, an der Jared Kushner einige Anteile besaß.

Insgesamt vermittelte Vrablic Kredite von über 300 Millionen US-Dollar an die Trump Organisation. Das Geld wurde in ein Golf Resort in Florida, einen Wolkenkratzer in Chicago und den Umbau des Alten Post Office-Gebäudes in Washington zum Luxushotel investiert. Schätzungen zufolge schuldet der Noch-Präsident der Deutschen Bank etwa 330 Millionen Dollar, die 2023 und 2024 fällig werden. Die Kredite hat er mit einer persönlichen Garantie bekommen. Sollte er sie nicht zurückzahlen können, kann die Bank ihn auf seinen privaten Besitz verklagen. (Sebastian Richter)

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