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Kandidat Jordan Bardella (RN) spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung.
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Kandidat Jordan Bardella (RN) spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung. 

Präsidentin Le Pen?

Rassismus, Judenhass und Xenophobie: Wie es in der Partei von Marine Le Pen zugeht

  • Stefan Brändle
    VonStefan Brändle
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Marine Le Pen poliert ihr Image auf, um Frankreichs erste Präsidentin werden zu können. Doch in der Partei grassieren Rassismus, Judenhass und Xenophobie weiter.

Paris - Wegen rassistischer Sprüche musste das „Rassemblement National“ (RN) von Marine Le Pen vor den anstehenden Urnengängen auf Departements- und Regionalebene zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten suspendieren. Das politische Reinwaschen hat Tradition in einer Partei, die der bekennende Rechtsextremist und Antisemit Jean-Marie Le Pen (93) vor bald einem halben Jahrhundert gegründet hatte. Seine Tochter Marine steht seit zehn Jahren an der Parteispitze und schwört mit der Hand auf der Brust, sie habe nichts gegen Schwarze, Juden oder Muslime.

Rassismus, Judenhass und Xenophobie: Die RN unter Marine Le Pen

Vor allen bei Lokalwahlen muss sich die Bewerbungskommission des RN mit einer Reihe von Kandidatinnen und Kandidaten – die genaue Zahl ist unbekannt – auseinandersetzen, die zu sehr über die Stränge hauen. Im schönen Loire-Tal wurde eine Bewerberin wegen Weiterleitung antisemitischer Twittersprüche suspendiert; in der Gegend Creuse verlor eine Frau den Listenplatz, nachdem sie auf dem russischen Portal VK wiederholt die Existenz des Holocaust geleugnet hatte.

Die Rechtspopulisten des „Rassemblement National“ um Marine Le Pen haben die Europawahl in Frankreich gewonnen.

In Bordeaux entzog die Partei Marta Le Nair die Unterstützung, nachdem sie auf Facebook über einen sozialistischen Gegenkandidaten gelästert und dann angefügt hatte: „Das ist, wie wenn du einem Juden die Hand gibst – nachher musst du nachschauen, ob du noch alle Finger hast.“ Und eine gewisse Geneviève Veslin hatte sich in den sozialen Medien über „Hitlers angebliche Gaskammern und den angeblichen Genozid an den Juden“ ausgelassen. Heute will sie allerdings lieber die „Moscheen in die Luft sprengen“.

In der Vergangenheit reagierte das „Rassemblement National“ ausweichend oder leugnend auf solche Tiraden aus den eigenen Reihen. Heute gibt man sich entrüstet. Und zwar entrüstet, dass die Medien „immer nur uns ins Visier nehmen“, wie Jean-Lin Lacapelle von der Bewerbungskommission des RN sagt. „Wir sind die einzige Partei“, beklagte er sich, „die kein Recht hat, schwarze Schafe als Mitglieder zu haben.“

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Marine le Pen: RN will Bild einer alten faschistischen Partei loswerden

Gewieftere RN-Vertreter aus dem Umfeld von Marine Le Pen haben erkannt, wie schädlich das Bild einer alten faschistischen Partei ist. Und dass sie es nur loswerden, wenn sie wirklich durchgreifen. „Wir machen das Maximum – Kontrolle des Vorstrafenregisters, Durchforstung der sozialen Medien, und so weiter“, sagt Parteisprecher (und Kandidat) Sébastien Chenu. „Bei 4000 Kandidaten kann es immer ein paar schwarze Schafe geben. Was zählt, ist, dass wir sie sanktionieren.“ Die RN-Spitze hat 229 Kandidatinnen und Kandidaten auf ihre Salonfähigkeit untersucht. Ein gewisser Wille, intern aufzuräumen, ist nicht von der Hand zu weisen, selbst wenn er eher wahltaktischer als moralischer Natur sein sollte. (Stefan Brändle)

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