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Die unsichere Lage in Irak macht viele Polen nervös

Warschaus Soldaten übernehmen nächste Woche die Kontrolle über eine Besatzungszone / Sorge um die eigene Truppe

Von Eva Krafczyk (dpa)

WARSCHAU, 28. August. Mit der Übernahme der Verantwortung wächst die Angst vor polnischen Opfern und Anschlägen auf die multinationale Truppe mit 9200 Soldaten unter dem Kommando des polnischen Generals Andrzej Tyszkiewicz. Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski versucht auch angesichts der jüngsten Anschläge, Ruhe zu bewahren. Ein Expertenstab untersuche die Bedrohungslage, jeder Zwischenfall werde analysiert, versicherte er. Auch als Anfang der Woche erstmals ein polnischer Truppenkonvoi und eine Logistikbasis in Kerbela von Unbekannten beschossen wurden, betonte er, Gefahr für die Soldaten habe nicht bestanden.

Der Irak-Einsatz ist zur Prestige-Angelegenheit für die Regierung in Warschau geworden, die wegen ihrer Loyalität im Irak-Krieg neben Großbritannien als "bester Freund Amerikas in Europa" gepriesen und nun mit einer eigenen Besatzungszone "belohnt" wurde. Das Land, das vor knapp dreieinhalb Jahren der Nato beitrat, setzte zum Sprung auf die internationale Bühne an. "Das ist die wichtigste militärische Mission Polens seit dem Zweiten Weltkrieg", machte Ministerpräsident Leszek Miller bei der Verabschiedung der polnischen Soldaten im Juli deutlich.

Für die Frauen und Mütter der Soldaten zählt dagegen nicht der Status ihres Landes als Partner der USA, sondern die Sorge um das Leben ihrer Männer und Söhne. "Keine der Frauen will, dass ihr Mann nach Irak geht", sagte eine Soldatenfrau aus dem zentralpolnischen Tomaszow Mazowiecki. "Wir haben alle Angst." Nur ein Drittel der Polen unterstützt laut Umfragen das militärische Engagement in Irak, das von der Regierung immer wieder als "Friedenseinsatz" hervorgehoben wird. Die Mehrheit der Bürger ist für einen sofortigen Rückzug aus Irak, sollten auch polnische Soldaten sterben.

Das Risiko soll offenbar minimiert werden. Ein Teil der designierten polnischen Zone bleibt nun doch unter US-Kontrolle. Offiziell heißt es, es gehe um die Kontrolle über einen Fernsehturm im Norden der Verwaltungszone im Umland von Bagdad. Polnische Medien verwiesen jedoch darauf, dass es dort wiederholt zu Angriffen auf US-Soldaten gekommen war.

Die meisten Menschen in der künftigen polnischen Zone und ihrem Hauptstützpunkt "Camp Babylon" sind Schiiten - Warschau hofft daher, dass die Sympathien für den gestürzten Staatschef Saddam Hussein im Volk gering sind.

Zudem wird der "Kampf um die Herzen" geprobt: Im Marschgepäck der Soldaten befinden sich T-Shirts mit der Aufschrift "Bolanda", der arabischen Bezeichnung Polens, Videos über das Leben von Moslems in Polen und übersetzte Reden von Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski über Irak.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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