Im Wortlaut

"Unsere Stärke ist die Einheit"

Die Erklärung der acht europäischen Staats- und Regierungschefs, den USA zur Seite stehen zu wollen

Appell der Regierungschefs

"Das wirkliche Band zwischen den Vereinigten Staaten und Europa sind die Werte, die wir teilen: Demokratie, die Freiheit des Einzelnen, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Diese Werte überquerten den Atlantik mit jenen, die aus Europa kamen, um bei der Gründung der USA zu helfen. Heute sind sie stärker bedroht als je zuvor. (...) Wir in Europa haben ein Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, das die Prüfung der Zeit überstanden hat.

Zu einem großen Teil Dank amerikanischer Tapferkeit, Großzügigkeit und Weitsicht, wurde Europa von den beiden Formen der Tyrannei befreit, die unseren Kontinent im 20. Jahrhundert verwüsteten: Nationalsozialismus und Kommunismus.

Dank auch der fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen Europa und den Vereinigten Staaten haben wir es geschafft, Frieden und Freiheit auf unserem Kontinent zu gewährleisten. Das transatlantische Verhältnis darf nicht den andauernden Versuchen der derzeitigen irakischen Regierung zum Opfer fallen, die Weltsicherheit zu bedrohen. (...)

Wir wissen, dass der Erfolg in der täglichen Schlacht gegen den Terrorismus und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen von allen Ländern, denen Freiheit wertvoll ist, unerschütterliche Entschlossenheit und feste internationale Geschlossenheit verlangt.

(...) Solidarität, Zusammenhalt und Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft sind unsere größte Hoffnung, (die Entwaffnung von Saddam Husseins Regime) auf friedlichem Wege zu erreichen. Unsere Stärke liegt in der Einheit. (...) Leider haben die UN-Waffeninspektoren in dieser Woche bestätigt, dass (Saddam Husseins) seit langem bestehendes Verhaltensmuster der Täuschung, Leugnung und Nicht-Einhaltung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats fortbesteht.

Europa hat keinen Streit mit der irakischen Bevölkerung. Sie ist das erste Opfer des derzeitigen brutalen Regimes in Irak. Unser Ziel ist es, den Frieden und die Sicherheit der Welt zu wahren, indem wir sicherstellen, dass dieses Regime seine Massenvernichtungswaffen aufgibt. Unsere Regierungen haben eine gemeinsame Verantwortung, dieser Bedrohung zu entgegnen. Täten wir dies nicht, wäre es nicht weniger als nachlässig gegenüber unseren eigenen Bürgern und der übrigen Welt.

Die Charta der Vereinten Nationen überträgt dem Sicherheitsrat die Aufgabe, internationalen Frieden und Sicherheit zu erhalten. Dazu muss der Sicherheitsrat seine Glaubwürdigkeit aufrecht erhalten, indem er die völlige Einhaltung seiner Resolutionen sichert. Wir können einem Diktator nicht erlauben, diese Resolutionen systematisch zu verletzen. Wenn sie nicht eingehalten werden, wird der Sicherheitsrat seine Glaubwürdigkeit verlieren, und in der Folge wird der Weltfrieden leiden.

Wir sind zuversichtlich, dass der Sicherheitsrat seinen Verantwortlichkeiten gerecht wird.

José María Aznar, Spanien; José Manuel Durão Barroso, Portugal; Silvio Berlusconi, Italien; Tony Blair, Vereinigtes Königreich; Václav Havel, Tschechische Republik; Peter Medgyessy, Ungarn; Leszek Miller, Polen; Anders Fogh Rasmussen, Dänemark." (afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion