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Ein unlösbarer Fall für den Kommissar

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Von: Bernhard Honnigfort

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Der Schauspieler Peter Sodann ist populär in Ost- und Westdeutschlandund sagt "ungern Nein".
Der Schauspieler Peter Sodann ist populär in Ost- und Westdeutschlandund sagt "ungern Nein". © ddp

Da steht er nun, Peter Sodann, 72, berühmt geworden als Tatort-Kommissar Bruno Ehrlicher. "Ich kann ungern Nein sagen", brummelt er. Von Bernhard Honnigfort

Da steht er nun, Peter Sodann, 72, berühmt geworden als Tatort-Kommissar Bruno Ehrlicher. "Was soll ich jetzt sagen?", fragt der Schauspieler, der die große politische Bühne betreten hat. "Ich kann ungern Nein sagen", brummelt er.

Da ist Peter Sodann gerade von der Fraktion der Linken im Bundestag per Akklamation zum Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im nächsten Frühjahr nominiert worden. "Das ist ein Präsident des Volkes. So einen brauchen wir", hat Fraktionschef Gregor Gysi den Schauspieler angepriesen. Und Parteichef Lothar Bisky meinte: "Er hat sich in der DDR nicht gebeugt und in der Bundesrepublik sein eigenständiges Denken bewahrt."

Nun übernimmt Sodann alias Ehrlicher für die Linke einen ziemlich unlösbaren Fall. Gegen Bundespräsident Horst Köhler dürfte er keine Chancen haben. Der Kandidatin Gesine Schwan von der SPD verdirbt er die Chancen auf eine linke Mehrheit. "Ob ich das jetzt werde? Ganz dämlich bin ich nicht", sagt der Schauspieler.

Als er gefragt wird, welche Vision er denn für das Amt des deutschen Präsidenten habe, antwortet er, er löse morgens auf der Toilette immer zwei Kreuzworträtsel. Einmal habe er das Wort Utopie einfügen müssen. Utopien? "Dass sich Menschen nicht mehr die Köpfe einschlagen und sich ordentlich verstehen", meint er, kommt übers Hölzchen aufs Stöckchen, zur Bundeswehr, die aus Afghanistan rausmuss, und ärgert sich über Milliarden für Banken statt hungernde Kinder. "Das finde ich ungerecht."

Sodann war nicht erste Wahl der Linken. Daniela Dahn und Christa Wolf waren im Gespräch, angeblich auch die Bischöfin Margot Käßmann und die Schauspielerin Hanna Schygulla. Am Ende blieb Sodann, der 2005 beinahe für die Linke in den Bundestag gezogen wäre. Damals kam ihm eine ARD-Richtlinie in die Quere: Entweder Tatort oder Bundestag - beides geht nicht. Sodann erklärte, er sei lieber ein "politischer Schauspieler" als ein "schauspielernder Politiker" und verzichtete auf das sichere Mandat.

Nun also, inzwischen in Rente, schauspielernder Politiker. Für die Linke ist er immer noch ein Glücksfall: Sodann ist sehr populär in beiden Teilen Deutschlands. Ein altmodischer Linker, der zudem zu DDR-Zeiten in den 60er Jahren in Untersuchungshaft saß, weil er mit seinem Kabarett "Rat der Spötter" politische Hetze betrieben haben sollte. Sodann, in Halle bis 2005 Intendant seines eigenen, zu DDR-Zeiten aus dem Boden gestampften Theaters, wurde bundesweit als knurriger Tatort-Kommissar in Sachsen bekannt. 45 Folgen und 15 Jahre lang spielte er den Bruno Ehrlicher. Im November 2007 kam die letzte Folge.

"Mein Herz hat immer links geschlagen", sagt Sodann bei seiner Vorstellung im Bundestag. Am 23. Mai 2009 wird er sich der Bundesversammlung stellen. Es ist wohl die Rolle seines Lebens: "Dass eines Tages irgendjemand zu mir kommt und fragt: Willst du Bundespräsident werden?", nein, damit habe er nicht gerechnet. Stolz, das ist nicht zu übersehen, macht es ihn aber bestimmt.

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