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August von Finck gilt als AfD-Parteispender.

Parteifinanzierung

Der (un)heimliche AfD-Unterstützer

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Neue Recherchen legen nahe, dass die AfD massiv von einem der reichsten Deutschen unterstützt wird: August von Finck.

Wer schiebt der AfD illegale Parteispenden zu? AfD-Fraktionschefin Alice Weidel sagt, sie kenne den oder die Spender nicht. Aber stimmt das? Neue Recherchen legen nahe, dass die Rechtspartei massiv von einem der reichsten Deutschen unterstützt wird: August von Finck. Der Milliardär aus München mit Wohnsitz in der Schweiz hat schon häufiger Parteien finanziell aufgepäppelt. Manche sagen auch: gekauft.

Der „Spiegel“ präsentiert nun starke Indizien für eine Verbindung zwischen von Finck und dem AfD-nahen „Verein für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheiten“. Dieser hat bis vor kurzem den „Deutschlandkurier“ herausgegeben, in dem regelmäßig AfD-Politiker schreiben und der in Wahlkampfzeiten kostenlos unters Volk gebracht wird. Ein enger Kontaktmann des Vereins soll Ernst Knut Stahl sein, berichtet das Magazin. Dieser ist unter anderem Geschäftsführer der finkschen Vermögensverwaltung und ein Vertrauter des 88-Jährigen. Stahl soll auch aktiv die Suche nach einem Chefredakteur für ein rechtes Zeitungsprojekt betrieben haben, aus dem dann der „Deutschlandkurier“ entstand. Ein beteiligter deutscher Verleger bestätigte den Reportern entsprechende Treffen. Stahl reagierte auf Nachfragen nicht.

Finck über Degussa am lukrativen Goldhandel beteiligt

Zudem zitiert das Blatt Insider und Dokumente, die darauf hindeuten, dass Fink 2013 indirekt (und illegal) mehrere AfD-Veranstaltungen gesponsert hat - laut Ex-AfD-Schatzmeister Norbert Stenzel in einer Höhe von 100000 bis 120000 Euro. Den Unterlagen zufolge war Finck über seine Handelsfirma Degussa auch am lukrativen Goldhandel beteiligt, mit dem die AfD in den ersten Jahren ihre finanzielle Basis aufbesserte. Degussa war einer der Hauptlieferanten des Goldes.

August von Finck ist bereits häufiger als Spender aufgefallen. Er folgt damit quasi einer Familientradition: August von Finck senior war einer der größten Finanziers der Nazi-Partei NSDAP. Im Zuge der „Arisierungen“ bereicherte sich seine Privatbank „Merck Finck & Co.“ dann an jüdischen Banken. Der Sohn, dessen Vermögen auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt wird, wurde zunächst als Unterstützer von Franz-Josef Strauß bekannt. 2011 kam an die Öffentlichkeit, dass von Finck Geld an die FDP gespendet hatte. Daraus wurde der „Mövenpick-Skandal“, in dessen Zuge Steuern für Hoteliers gesenkt wurden. Eigentümer der „Mövenpick“-Hotelkette: August von Finck.

Schon Anfang der 90er Jahre unterstütze von Finck die erste Anti-Euro-Partei „Bund freier Bürger“ mit 4,3 Millionen Euro. Und auch zur heutigen AfD-Politikerin Beatrix von Storch gibt es schon länger Kontakte: An ihr früheres Projekt „Bürgerkonvent“ flossen ebenfalls Millionen. Womöglich auch deshalb vermutete die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung bereits 2013 enge Kontakt zwischen von Finck und der AfD. Ulrich Müller von Lobbycontrol fordert eine schonungslose Aufklärung, um Verstöße gegen das Parteiengesetz ahnden zu können.

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