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Ungarn-Fans im Wembley
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Der untere Teil des ungarischen Gästeblocks am Dienstagabend im Wembley Stadium.

WM-Qualifikation

Neuer Rassismus-Eklat: Rechtsextreme Ungarn-Hooligans randalieren in Wembley

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Ungarische Hooligans fallen wiederholt durch Rassismus und Homophobie auf – diesmal in London.

London – Abermals haben Fans der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft für einen Rassismus-Eklat gesorgt. Am Rande der Partie der „Magyarok“ gegen das Team von England kam es wiederholt zu Ausschreitungen und rassistischen Beleidigungen. Die Anhängerschaft Ungarns gilt in diesem Zusammenhang nicht als unbeschriebenes Blatt. Unter anderem kam es bei der EM 2021 zu rassistischen Äußerungen durch die rechtsextreme Fangruppierung „Carpathian Brigade“. Zudem wurden homophobe Banner in die Luft gehalten. Die UEFA zog aus diesem Verhalten bereits Konsequenzen.

Einem Statement der „Brigade“, das im Vorfeld des Spiels gegen England verbreitet wurde, zufolge, soll die Gruppe aufgrund zahlreicher Corona-Beschränkungen für Einreisende nicht kollektiv vor Ort gewesen sein. Videoaufnahmen von Dienstagabend (12.10.2021), die der FR vorliegen, zeigen allerdings Personen, die begehrte Utensilien der „Carpathian Brigade“ tragen und sich an oben genannten Gewaltexzessen beteiligen. Einzelnen „Abenteurer“ wurde im Vorfeld der WM-Qualifikationspartie im Wembley Stadium ein „unvergessliches Fußballerlebnis“ gewünscht.

London: Ungarn-Fans pfeifen Kniefall gegen Rassismus aus

Bereits vor dem Anpfiff fiel der Gästeblock negativ auf: Als die englische Nationalmannschaft demonstrativ das Knie beugte, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, folgte ein gellendes Pfeifkonzert. Die Geste der „Three Lions“ wurde zudem durch ein Plakat, das ungarische Fans während der 90 Minuten hochhielten, verhöhnt.

Die Auseinandersetzungen der Ungarn-Fans mit der Polizei ereigneten sich kurz nachdem das Pfeifkonzert zu Spielbeginn wieder verstummte. Laut Angaben der Polizei eskalierte die Situation, als Beamte einen Fan festnehmen wollten. Anlass der Festnahme waren rassistische Äußerungen. Dabei setzten die Polizistinnen und Polizisten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die angesprochenen Videoaufnahmen zeigen, wie die ungarischen Fans die Polizeiketten schließlich Stück für Stück aus dem Gästeblock prügelten. Ein erneuter Gewaltexzess ereignete sich, als der 1:1-Ausgleich für England fiel. Die ungarischen Fans versuchten, wie Aufnahmen der BBC zeigen, den benachbarten Block zu stürmen – was ihnen nicht gelang. Dabei kam es abermals zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Rechtsextreme Ungarn-Hooligans randalieren im Wembley

Nach der Partie kündigten Verantwortliche erneute Konsequenzen an: Der englische Fußballverband betonte, dass man die Vorfälle dem Weltverband FIFA melden wolle. Gareth Southgate, Trainer der „Three Lions“, erklärte im Nachgang: „Es klingt, als wäre es nicht akzeptabel, aber ich habe die Details nicht gesehen.“ Angesprochen auf das rassistische Plakat der Ungarn-Fans sagte Torschütze John Stones: „Wenn sie dieses Banner gegen das, wofür wir als Team, als Nation stehen, gezeigt haben, dann habe ich nichts Gutes über sie als Fans, als Menschen zu sagen.“ Auf dem Feld habe er allerdings nichts davon mitbekommen, so Stones.

Raheem Sterling bei seinem Torjubel in Budapest. Im Hintergrund beschimpfen ihn Fans der ungarischen Nationalmannschaft.

Unklar bleibt auch nach den neuesten Ereignissen ein zentraler Aspekt: warum überhaupt ungarische Fans im Wembley Stadium waren. Nach dem Hinspiel in der WM-Qualifikation zwischen Ungarn und England, bei dem es ebenfalls rassistischen Attacken – unter anderem auf BVB-Profi Jude Bellingham – gekommen war, wurde der ungarische Verband von der FIFA zu zwei Geisterspielen und einer Geldstrafe von rund 180.000 Euro verurteilt. Die beiden Partien waren offenbar nur auf Heimspiele bezogen. Das nutzten die ungarischen Fans am Dienstag abermals in London aus – und ließen ihrem Rassismus und Gewaltfanatismus freien Lauf. (tu)

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