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Ungarn

Unterstützung für LGBTQ+: Aktivist:innen protestieren in Budapest gegen diskriminierendes Gesetz

  • VonJan Lucas Frenger
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Aktivist:innen in Budapest solidarisieren sich mit der LGBTQ+-Szene und protestieren gegen das diskriminierende Gesetz von Ungarns rechter Regierung.

Budapest – Es ist Diskriminierung pur: Die rechtspopulistische Regierung in Budapest um Ministerpräsident Viktor Orbán verabschiedete vor Kurzem ein weiteres Anti-LGBTQ+-Gesetz, wodurch die Rechte homosexueller Menschen erneut stark eingeschränkt werden. Demnach ist es in Ungarn fortan illegal, Informationen, die laut Auffassung der Regierung Homosexualität oder Geschlechtsumwandlung „bewerben“, mit unter 18-Jährigen zu teilen.

Dadurch werden Homosexuelle künftig aus Infomaterialien und Schulbüchern verbannt. Auch aus bestimmten Werbungen und TV-Formaten werden Menschen der LGBTQ+-Bewegung dadurch ausgeschlossen. Laut Regierung in Budapest soll diese Maßnahme Kinder davor schützen, mit „Dingen in Berührung zu kommen, die ihre Moralvorstellungen, das Selbstbild oder die Weltanschauung verwirren könnten“. Doch das Gesetz könnte laut verschiedener Menschenrechtsgruppen genau das Gegenteil bewirken – nämlich die Förderung von psychischen Problemen und geistigen Erkrankungen in der jüngeren Bevölkerung Ungarns.

Pro-LGBTQ+-Proteste in Budapest: „Zeigen, dass Menschen nicht alleine sind“

Aus diesem Grund protestieren laut der britischen Nachrichtenseite The Guardian derzeit tausende LGBTQ+-Aktivist:innen in Budapest trotz Corona gegen die Verabschiedung – und signalisieren so Solidarität und Unterstützung für die Betroffenen während dieser schweren Zeit.

„Wir dachten uns, dass es sehr wichtig ist, LGBTQ+-Menschen in Ungarn gerade jetzt zu zeigen, dass sie nicht alleine und verlassen sind – das es sehr viele Menschen gibt, die für sie aufstehen“, erklärt Viktória Radványi, Mitglied von Budapest Pride. „Wir möchten all den Menschen, die wegen dieses Gesetzes Angst haben und denken, sie könnten nie wieder glücklich sein, da die Regierung in Ungarn die Menschenrechte und Meinungsfreiheit mit Füßen tritt, zeigen, dass es Hoffnung gibt.“

Anti-LGBTQ+-Gesetz in Ungarn: Verheerende Auswirkungen – „ist herzzerreißend“

Laut Radványi konnte seine Organisation bereits die ersten verheerenden Auswirkungen des Gesetzes in Budapest und Ungarn beobachten: „Wir erhalten Textnachrichten von Teenager:innen, die uns erzählen, dass sie jeden Morgen weinend aufwachen, da sie nicht mit diesem Gesetz leben können. Es ist wirklich herzzerreißend.“

Vor dem Parlament in Budapest versammelten sich tausende Menschen, um gegen das Anti-LGBTQ+-Gesetz zu protestieren. (Archivbild)

Das jüngste Gesetz ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe an Anti-LGBTQ+-Gesetzen die von der rechtspopulistischen Regierung um Viktor Orbán und seiner Partei Fridesz seit Amtsantritt im Jahr 2010 in Ungarn verabschiedet wurden. Davor war die Beziehung des Landes zur LGBTQ+-Szene laut Guardian noch recht aufgeschlossen.

Anti-LGBTQ+-Schiene der Regierung in Budapest: Ablenkung von ungarischer Corona-Krise

Doch woher kommt diese plötzliche Abneigung gegenüber Menschen der Bewegung? Aktivistin Viktória Radványi hat dafür eine Theorie: „Einer der Gründe, weshalb die Regierung ausgerechnet während der ersten und zweiten Corona-Welle diese Anti-LGBTQ+ Schiene eingeführt hat, ist um die Wähler abzulenken. Davon, dass in Ungarn Menschen unnötig sterben, da wir nicht genügend Ärzte und Schwestern haben.“

Trotz der düsteren Situation gäbe es jedoch noch Hoffnung für die LGBTQ+-Bewegung in Ungarn. Vor Kurzem stimmten laut Radványi 60 Prozent der Ungaren dafür ab, dass auch gleichgeschlechtliche Partner ein Kind genauso gut aufziehen können, wie heterosexuelle Paare. „Mit diesem Ergebnis hätten wir niemals gerechnet – insbesondere nach der Hass-Kampagne der letzten zwei Jahre. Die Abstimmung hat es gezeigt: Die Menschen in Ungarn sind nicht ansatzweise so hasserfüllt und homophob wie die Regierung in Budapest.“ (Jan Lucas Frenger)

Rubriklistenbild: © GERGELY BESENYEI/afp

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