Islamistisch oder verwirrt

Mutmaßlicher Anschlag in Berlin: Wohl keine Verbindung zu terroristischer Vereinigung

  • vonFriedrich Reinhardt
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Auf der Berliner Stadtautobahn A100 verursacht ein Mann drei Unfälle. Mehrere Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Die Polizei vermutet eine politisch motivierte Tat.

  • Ein 30 Jahre Alter Mann verursachte auf der A100 in Berlin am Dienstag absichtlich Unfälle.
  • Mehrere Menschen wurde schwer verletzt.
  • Die Polizei geht von einem islamistischen Anschlag aus.

+++ 13.08 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn A100 haben die Ermittler nach derzeitigem Stand keine Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des Verdächtigen in einer terroristischen Vereinigung. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Mittwoch mit.

Der 30 Jahre alte Verdächtige solle zudem heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Um den Fall aufzuklären, hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe „Motorrad" gegründet.

Erstmeldung von Mittwoch, 19.08.2020 um 11.17 Uhr: Möglicherweise aus politischen Motiven hat ein 30 Jahre alter Mann am Dienstagabend mehrere Unfälle auf der Berliner Stadtautobahn A100 verursacht. Sie seien absichtlich verursacht worden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochmorgen.  «Nach derzeitigen Erkenntnissen ist es ein islamistisch motivierter Anschlag gewesen», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Berlin am Mittwoch. Es gebe aber auch Hinweise auf psychische Probleme des 30-jährigen Irakers.

Der Autofahrer hatte an drei Stellen auf der Autobahn nahe der Berliner Innenstadt Unfälle verursacht. Dabei fuhr er auch Motorradfahrer um. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, drei Menschen seien schwer verletzt worden, drei weitere leicht, darunter auch ein Motorradfahrer.

Ermittler arbeiten auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße

Mutmaßlichen Täter auf der Berliner A100 hatte verdächtige Metallkiste dabei

Nach Angaben der Polizei hatte der Mann eine vermeintliche Munitionskiste dabei. Als er gestoppt wurde, habe er angekündigt, in der Kiste befände sich ein «gefährlicher Gegenstand», sagte eine Polizeisprecherin in der Nacht. Kriminaltechniker durchleuchteten die Metallkiste. Sie sei für die Aufbewahrung von Munition geeignet gewesen. Die Kiste sei dann mit einem Wassergewehr aufgeschossen worden, sagte die Sprecherin. Allerdings entdeckte die Polizei darin nichts Verdächtiges, sondern lediglich Werkzeug. Sprengstoffspuren seien im Auto nicht gefunden worden. Nähere Angaben zum Ablauf und den Äußerungen des Mannes machte die Polizei nicht, sie kündigte aber weitere Informationen für den Lauf des Tages an.

A100 in Berlin war bis zum Mittwoch teilweise gesperrt.

Generalstaatsanwältin Margarete Koppers werde am Nachmittag den Rechtsausschuss zu den bisherigen Erkenntnissen informieren, sagte ein Sprecher der Justizverwaltung. Gegen den Mann ermittelt der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei. Die Polizei untersucht aber auch, ob der festgenommene Täter psychisch gestört ist, wie ein Sprecher sagte.

Wegen der andauernden Untersuchungen waren Teile der Autobahn A100 auch am Mittwoch noch gesperrt. Die Folge waren Behinderungen im Berufsverkehr. dpa

Im Dezember 2016 wurde Berlin Ziel eines islamistischen Anschlags auf dem Breitscheidplatz.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken/dpa

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