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Unbrauchbar oder vielleicht eher effektiv?

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Von: Peter Rutkowski

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Die Kämpfe im Osten und Süden der Ukraine dauern an.

Das Land, das nach Meinung von Putins Adlatus Dmitri Medwedew „niemand braucht“ (Telegram von Dienstag), zeigt sich auch an Tag 216 der russischen Invasion nicht gewillt, Moskaus Begehren nachzugeben und die eigene Existenz zu beenden. Die Militärverwaltung der Oblast Charkiw vermeldete, man habe jetzt auch die südlichen Vororte des Eisenbahnknotenpunkts Kupjansk befreien können. Bleibt Kupjansk in ukrainischer Hand, werden die russischen Truppen im Donbass weiter südlich potenziell erhebliche Nachschubprobleme bekommen.

Dessen ungeachtet schießt die russische Artillerie weiterhin entlang der gesamten Frontlänge wahllos auf militärische wie zivile Ziele. Nach nicht unabhängig überprüfbaren Angaben des Donezker Gouverneurs Pavel Krylenko kamen dadurch in seinem Verwaltungsbereich drei Zivilpersonen ums Leben und 13 wurden verletzt. Bei einem russischen Artillerieschlag auf die Stadt Perwomajsk in der Oblast Luhansk sollen acht Menschen in den vergangenen 24 Stunden ums Leben gekommen sein, darunter ein 15-jähriger Junge.

In der strategischen Logik wird durch die Terrorangriffe auf zivile Ziele (so die Wertung der Landkriegsordnungen) weiteres ukrainisches Vordringen im Donbass nur noch drängender. Je mehr russische Nachschubwege abgeschnitten werden, um so weniger Raketen und Granaten kommen an die Front.

Ukrainische Kräfte tragen offenbar auch im Süden vor Cherson weiter Angriffe vor, die zuvor noch reine Finten waren, um russische Truppen aus dem Donbass dorthin zu ziehen. Die Ukrainer versuchen weiterhin, alle Übergänge des Dnipro in das russisch besetzte Gebiet vor Mykolajiw unpassierbar zu machen. Gelingt es ihnen damit, die vor Cherson stehenden Invasionstruppen weitgehend von allem Nachschub abzuschneiden, würde die Befreiung des kompletten Westufers des Dnipro möglich.

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