Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hellmut Königshaus,  60, Wehr-beauftragter: fleißig, penetrant, hartnäckig.
+
Hellmut Königshaus, 60, Wehr-beauftragter: fleißig, penetrant, hartnäckig.

Wehrbeauftragter Königshaus

Der unbequeme Kontrolleur

  • VonSteffen Hebestreit
    schließen

Hellmut Königshaus interpretiert sein Amt als Wehrbeauftragter offensiver als seine Vorgänger.

Hellmut Königshaus (FDP) ist ein unbequemer Mensch. Im Augenblick bekommt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zu spüren, was die Kollegen des Richters aus Berlin in der FDP-Bundestagsfraktion in den vergangenen sechs Jahren längst herausfinden konnten: Königshaus geht keiner Auseinandersetzung aus dem Wege.

Der spröde FDP-Politiker verdiente sich erste Meriten als Mitglied in gleich zwei parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, wo Hartnäckigkeit, Liebe zum Detail und Sitzfleisch gleichermaßen verlangt sind. Zunächst ermittelte der heute 60-Jährige im Visa-Ausschuss gegen Verfehlungen des Auswärtigen Amtes unter Minister Joschka Fischer (Grüne), später im BND-Ausschuss gegen dessen Nachfolger Frank-Walter Steinmeier (SPD) und die Präsidenten von Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt.

Der überraschend impulsive Westberliner zeichnete sich dabei durch Detailkenntnis, Fleiß und eine beharrliche Penetranz aus, die so manchen Politiker zu später Stunde aufstöhnen ließ. „Ach, Herr Königshaus“, sagte ein sehr genervter Joschka Fischer einmal, „diese Welt ist für uns beide einfach zu klein.“ Als Wehrbeauftragter war Königshaus bestenfalls zweite Wahl, denn er ist ein Neuling der Verteidigungspolitik.

Mit seiner Forderung, deutsche Leopard-II-Panzer nach Afghanistan zu schicken, um die Taliban Mores zu lehren, belegte er dies zunächst eindrucksvoll. Selbst in den eigenen Reihen sorgten seine ersten Auftritte für Augenrollen.

Inzwischen aber hat Königshaus, der im Jahr 2004 für den verstorbenen FDP-Schatzmeister Günter Rexrodt in den Bundestag nachgerückt war, festeren Boden unter den Füßen – und interpretiert sein Amt nun deutlich politischer als all seine Vorgänger. Wo Reinhold Robbe, Wilfried Penner oder Claire Marienfeld sich nur als Sachwalter und Kummerkasten der Soldaten verstanden, gibt Königshaus den Staatsanwalt.

So ist es Königshaus gewesen, der im Dezember zwei Mitarbeiter zur Marineschule Mürwik entsandte, um die Geschehnisse auf der Gorch Fock aufzuklären. Und er war es, der die Beschwerden der Soldaten aus Afghanistan über die Feldpost publik machte. Und er war es auch, der im Verteidigungsausschuss auf die Umstände des Todes eines Hauptgefreiten hinwies, über die das Ministerium lieber weniger in der Zeitung gelesen hätte.

Nun wird in Berlin gern gemutmaßt, Königshaus arbeite vielleicht deshalb so engagiert als Wehrbeauftragter, weil er als FDP-Mitglied damit dem CSU-Superstar am Zeug flicken kann. Wer Königshaus, Vater zweier erwachsener Kinder, besser kennt, wird diesen Vorwurf allerdings nicht bestätigen. Hellmut Königshaus ist von Hause aus ein unbequemer Mensch, einer, der Fragen stellt und sich ungern mit simplen Antworten zufriedengibt. Damit könnte die einstige Notlösung noch zum Glücksfall für die Bundeswehr werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare