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Klimawandel

„Der Planet ist kaputt“ UN-Chef António Guterres macht Staaten schwere Vorwürfe

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Zu Beginn des Monats für den Klimaschutz hat UN-Generalsekretär António Guterres eindringliche Worte gewählt. Guterres machte klar: Der Planet steht am Abgrund.

  • UN-Generalsekretär António Guterres warnt eindringlich vor den Folgen des Klimawandels.
  • Auch mehrere Umweltorganisationen haben Berichte zum Zustand des Weltklimas veröffentlicht.
  • Für den 12. Dezember ist eine UN-Konferenz zum Thema Klimawandel geplant.

New York – „Der Planet ist kaputt. Die Menschheit führt einen Krieg gegen die Natur. Das ist selbstmörderisch.“ Das waren die einleitenden Worte von UN-Generalsekretär António Guterres anlässlich seiner Rede zum UN-Monat gegen den Klimawandel. Auch danach fand der oberste Beamte der Vereinten Nationen kaum tröstende Worte.

UN-Generalsekretär António Guterres findet deutliche Worte zum Klimawandel

Ozeane hätten sich auf Rekordtemperaturen aufgeheizt, das vergangene Jahrzehnt war das heißeste der Menschheitsgeschichte, jedes Jahr verliere der Eisschild von Grönland durchschnittlich 278 Gigatonnen Substanz – dauerhaft. Auch durch die Corona-Pandemie habe sich der Ausstoß von Treibhausgasen nicht verringert, bereits jetzt habe sich der Planet um 1,2 Grad erwärmt, zählte Guterres diverse Zeichen des Klimawandels auf. Dennoch sei die Menschheit offenbar nicht bereit, diesen Notstand zu bekämpfen oder tue nicht genug dafür. Statt den Verbraucher fossiler Brennstoffe zwischen 2020 und 2030 um jährlich 6 Prozent zu verringern, steige er jährlich um rund 2 Prozent. „Frieden mit der Natur zu schließen, ist die wichtigste Aufgabe des 21. Jahrhunderts“, so Guterres.

Auch Zeichen der Hoffnung beim Thema Klimawandel

Auch wenn der UN-Generalsekretär ein verheerendes Bild des Klimawandels zeichnete, sprach er auch von Zeichen der Hoffnung. Denn immer mehr Länder haben sich verpflichtet, bis 2050 „CO2-neutral“ zu werden. Also nur noch so viel Kohlendioxid auszustoßen, wie sie auch wieder aus der Atmosphäre nehmen. Indirekt ging er auch auf die Fridays For Future-Bewegung ein: „Junge Menschen drängen die alten, das Richtige zu tun“, so Guterres. Auch das sei ein wichtiges Zeichen für die Zukunft.

Umweltorganisationen warenen ebenfalls vor Folgen des Klimawandels

Weniger hoffnungsvoll gaben sich dagegen Berichte zum Klimanotstand verschiedener Institutionen. Laut Weltnaturschutzunion (IUCN), dem Dachverband diverser internationale Umweltschutzorganisationen, ist der Klimawandel jetzt die „stärkste Bedrohung für das Weltnaturerbe“. Dem Bericht zufolge ist ein Drittel des Weltnaturerbes vom Klimanotstand bedroht, darunter auch das größte Korallenriff der Erde, das Great Barrier Reef. Dessen Zustand stuft die IUCN als „kritisch“ ein.

Laut der Weltorganisation für Meteorologie WMO ist 2020 eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen, in Europa bis Oktober sogar das wärmste. Hinzu kommt eine „Rekord-Hurrikainsaison“, ebenfalls ein Zeichen des Klimawandels. So gab es laut WMO im Jahr 2020 mit einer Anzahl von 30 die zweithöchste Zahl registrierter tropischer Stürme.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) betont in einem Bericht, dass die Regierungen der G20, der 20 größten Industrie- und Schwellenländer, 230 Milliarden US-Dollar ausgegeben haben, um Unternehmen aus dem Bereich der fossilen Energien vor den Folgen der Corona-Pandemie zu schützen. Dem stehen laut UNEP aber lediglich 150 Milliarden zur Reduzierung der Produktion und des Verbrauchs fossiler Energien gegenüber. Die Politik müsse diesen Trend umkehren, um dem Klimawandel entgegenzutreten, lautet das Fazit der Autoren des UNEP-Berichts.

UN-Gipfel zum Klimawandel am 12. Dezember geplant

Höhepunkt des UN-Monates gegen den Klimawandel soll ein Klimagipfel am 12. Dezember anlässlich fünfjährige Jubiläum des Pariser Klimaabkommens sein. Ursprünglich war zu diesem Datum die Weltklimakonferenz der UN im schottischen Glasgow geplant. Diese wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verschoben. (Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Aku Häyrynen/dpa

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