Libyen

UN-Gesandte für Libyen: „Waffenembargo wird unverhohlen verletzt“

 Die UN-Unterstützungsmission für Libyen (UNSMIL) verzeichnet massive Verstöße gegen das Waffenembargo und sieht das nordafrikanische Kriegsgebiet inzwischen als „Experimentierfeld“ für neue Waffen. 

Wir kennen die regionalen Brandstifter, primär die Türkei und die Emirate“, sagte die amtierende UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Stephanie Williams, der Deutschen Presse-Agentur. „Jeden Tag sehen wir Waffen in das Land kommen.“ Trotz entsprechender Zusagen bei der Berliner Libyen-Konferenz Mitte Januar werde das geltende Waffenembargo von einigen Staaten unverhohlen verletzt.

Aus der Türkei kämen Schiffe nach Misrata und Tripolis, zudem gebe es Hunderte Frachtflüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Emirate stehen auf der Seite des Generals Chalifa Haftar, der seine Machtbasis in Ostlibyen hat und seit mehr als einem Jahr versucht, mit seinen Truppen die Hauptstadt Tripolis einzunehmen. Die dort agierende international anerkannte Einheitsregierung wird von der Türkei mit Waffen unterstützt.

Libyen war nach dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 ins Chaos gestürzt. In dem ölreichen und bevölkerungsarmen Land kämpfen unzählige Konfliktparteien um Macht und Einfluss, oftmals mit ausländischer Unterstützung. Die Türkei hat sogar offiziell Soldaten entsandt und Tausende syrische Milizionäre nach Tripolis gebracht. Nach der Konferenz in Berlin waren die Kämpfe in Libyen noch einmal dramatisch eskaliert. (dpa)

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