Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping könnten mal wieder aneinandergeraten.
+
Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping könnten mal wieder aneinandergeraten.

UN-Vollversammlung

Donald Trump greift China an - UN-Generalsekretär warnt vor neuem kalten Krieg

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen
  • Moritz Serif
    Moritz Serif
    schließen

Donald Trump, Xi, Ruhani, Macron und Putin sprechen bei der UN-Generaldebatte. Raten Sie mal, wer die Veranstaltung für den Wahlkampf nutzen könnte.

  • Zu Beginn der UN-Vollversammlung könnten die USA und China aneinandergeraten.
  • Donald Trump macht China für die Corona-Pandemie und schwere Umweltverschmutzung verantwortlich.
  • Generalsekretär António Guterres ist in Sorge.

+++ 16.45 Uhr: In einer zuvor aufgezeichneten Rede von Donald Trump attackierte der US-Präsident China, das er für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich macht. „Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat - China“, sagte Trump in der Videobotschaft. China habe seinen Bürgern erlaubt, in die Welt zu reisen „und die Welt zu infizieren“. Die WHO, die zudem von China kontrolliert werde, soll fälschlicherweise erklärt haben, dass es keine Beweise für die Übertragung von Mensch zu Mensch gebe, so Trump.

Das „China-Virus“, wie Trump es nennt, habe in den USA zur größten Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. „Wir werden einen Impfstoff verteilen, wir werden das Virus besiegen, wir werden die Pandemie beenden, und wir werden in eine neue Ära von beispiellosem Wohlstand, Zusammenarbeit und Frieden eintreten“, erklärte Trump überzeugt. Der US-Präsident wechselte das Thema und machte China zudem für schwere Umweltverschmutzung verantwortlich. Trotz vermeintlicher Reduzierung der Emissionen werde nur die USA bestraft.

UN-Generaldebatte: Generalsekretär António Guterres warnt vor einem „neuen Kalten Krieg“

Update vom Dienstag, 15:54 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat zum Auftakt der Generaldebatte der UN-Vollversammlung vor einem „neuen Kalten Krieg“ zwischen den USA und China gewarnt. „Wir bewegen uns in eine gefährliche Richtung“, sagte Guterres am Dienstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York. „Unsere Welt kann sich keine Zukunft leisten, in der die beiden größten Volkswirtschaften die Erde spalten.“

Eine „technologische und wirtschaftliche Spaltung“ könnte letztlich auch zu einer „geostrategischen und militärischen Spaltung“ führen, warnte Guterres. Dabei nannte der Generalsekretär die USA und China allerdings nicht explizit beim Namen. Abzuwarten gilt, wie US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping darauf reagieren.

UN-Generaldebatte: Wird US-Präsident Donald Trump könnte China attackieren

Erstmeldung vom Dienstag, 22. September, 14:26 Uhr: Zum Beginn der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York stehen die USA und China unter Beobachtung - es wird ein Schlagabtausch zwischen den Staaten erwartet. US-Präsident Donald Trump hatte für seine am Montag aufgezeichnete Videobotschaft „eine starke Botschaft an China“ angekündigt. Diese soll bei der größtenteils virtuellen Veranstaltung der Vereinten Nationen am Dienstagnachmittag (MESZ) vor der Vollversammlung abgespielt werden. Die Botschaft von Chinas Präsident Xi Jinping soll etwa 20 Minuten später folgen.

Präsident Donald Trump könnte dabei nur wenige Wochen vor der US-Wahl zudem auch den Iran angreifen, da der Staat, am Montag neue Sanktionen gegen die USA angekündigt hatte. Irans Präsident Hassan Ruhani wird am Dienstag ebenfalls sprechen. Zum Auftakt werden auch Reden von Kremlchef Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erwartet. Deutschland wird von Außenminister Heiko Maas (SPD) voraussichtlich erst eine Woche später am 29. September vertreten.

UN-Generaldebatte: Von Corona bis zu Donald Trumps Affront

Die UN-Generaldebatte findet in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie in einer noch nie da gewesenen Form statt. Nach einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen am Montag sollen ab Dienstag (15.00 Uhr MESZ) eine Woche lang Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten sprechen - allerdings nicht wie sonst im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneten Video-Reden. Die Nebenveranstaltungen und bilateralen Treffen sind wegen der Pandemie auf wenige Online-Events zusammengeschrumpft.

Bei dem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen am Montag hatte Donald Trump entgegen UN-Ankündigung gefehlt. Er ließ sich durch die stellvertretende amerikanische UN-Botschafterin Cherith Norman Chalet vertreten - dies sahen einige Beobachter als Affront gegen die UN. Die Vertreter beteuerten die Bedeutung der Vereinten Nationen - verlangten aber auch Reformen. Wegen der Corona-Krise fiel der Festakt am UN-Sitz in New York viel bescheidener aus als geplant.

Trotz Donald Trumps Affront: Angela Merkel beschwor Einigkeit und Reformbereitschaft der UN

Auch Angela Merkel beschwor in ihrer Video-Rede Einigkeit und Reformbereitschaft der Welt-Organisation. „Die Vereinten Nationen können letztlich nur so gut sein, wie ihre Mitglieder sich einig werden“, sagte die Bundeskanzlerin. „Zu oft ist der UN-Sicherheitsrat blockiert, wenn es auf klare Entscheidungen ankommt. Wir brauchen Reformen.“ Die UN müssten sich weiterentwickeln, um die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können. (mse mit afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare