UN-Einsatz in Irak gefährdet

Allawi bittet Araber um Soldaten für Schutztruppe

Bagdad/Kairo/New York · 22. Juli · dpa/ap/rtr · "Bisher haben erst drei bis vier Länder ein gewisses Interesse bekundet (sich mit Soldaten an der Schutztruppe zu beteiligen)", sagte Generalsekretär Kofi Annan am Mittwoch (Ortszeit) in New York. Ohne Schutz seien die UN aber nicht bereit, eine größere Anzahl von Mitarbeitern in den Irak zu entsenden, betonte er. Sie sollen unter anderem helfen, die ersten allgemeinen Wahlen zu organisieren.

Iraks Übergangsregierung bat arabische und islamische Staaten um Soldaten für diese Truppe, darunter auch Ägypten. Das sagte Ministerpräsident Ijad Allawi am Donnerstag nach einem Treffen mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak in Kairo.

Von den Ländern, die eventuell Soldaten für die Bewachung der UN-Mitarbeiter entsenden wollen, nannte Annan lediglich Pakistan. Präsident Pervez Musharraf wolle sich aber nur beteiligen, wenn die Regierung in Bagdad die Truppen anfordert und andere islamische Länder hinzukämen.

Im westirakischen Ramadi lieferten sich US-Soldaten und Aufständische erneut Gefechte. Nach den Kämpfen am Mittwoch hatten Ärzte in Ramadi acht Tote und 18 Verletzte gezählt. Die US-Armee sprach am Donnerstag von 25 getöteten Aufständischen, 17 Verletzten und 25 Festnahmen. 14 US-Soldaten seien verletzt worden.

Bei einer Razzia gegen Aufständische in der Hauptstadt Bagdad nahmen irakische Sicherheitskräfte rund 200 Verdächtige fest. Zudem seien in dem Widerstandsnest nahe der Haifa-Straße "große Mengen von Waffen verschiedener Art" beschlagnahmt worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sabah Khaddim.

In der nordirakischen Stadt Bedschi entdeckte die Polizei die Leiche eines enthaupteten Mannes. Es handele es sich vermutlich um einen Ausländer, sagte Polizeioffizier Jassin el Dschiburi. Der Körper lag am Ufer des Tigris und war in rote Kleider gehüllt. Der Kopf lag in einer Plastiktüte.

Bush erlaubt Rüstungslieferungen

US-Präsident George W. Bush genehmigte US-Rüstungslieferungen an Irak. Bush unterzeichnete in Washington ein Memorandum an das Außenministerium, mit dem Irak formal die Erlaubnis erhält, Material und Dienstleistungen von Waffenherstellern in Anspruch zu nehmen. Grundlage sind Gesetze über Beistand und Rüstungsexportkontrolle. Iraks Übergangsregierung kommt faktisch der Status einer Regierung zu, die mit den USA befreundet ist.

Die frühere Firma von US-Vizepräsident Dick Cheney verlangte laut einem Bericht von Demokraten im Kongress für Öllieferungen in Irak möglicherweise mehr als die jetzt dafür zuständige Firma. Halliburton habe für den Import aus Kuwait in den Irak 2,68 Dollar (2,18 Euro) pro Gallone (3,8 Liter) kassiert, heißt es in dem Bericht. Der regierungseigene Versorger DESC, der den Auftrag von Halliburton übernahm, habe den Vertrag für 1,57 Dollar (1,28 Euro) pro Gallone erfüllt. Den amerikanischen Steuerzahler habe diese Differenz 166,5 Millionen Dollar (rund 135 Millionen Euro) gekostet. Eine Sprecherin von Halliburton wies die Vorwürfe zurück und nannte den Vergleich auf Basis des Benzinpreises unfair.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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