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UN-Chef besorgt: „Eine Fehlkalkulation von nuklearer Vernichtung entfernt“

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Von: Niklas Kirk

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UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei einer Pressekonferenz
UN-Generalsekretär António Guterres mit einer deutlichen Warnung an die Weltgemeinschaft © IMAGO/Gokhan Mert

Im Rahmen der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag richtet sich António Guterres angesichts zahlreicher Krisen mit warnenden Worten an die Weltgemeinschaft.

New York - Im Rahmen der 10. Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag, wandte sich der UN-Generalsekretär mit eindringlichen Worten an die Teilnehmenden der Konferenz. Im Angesicht geopolitischer Spannungen sieht Guterres die Welt in einer Zeit nuklearer Gefahr, wie es sie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr gegeben habe.

Als Beispiele nannte er den Krieg Russlands gegen die Ukraine, Konflikte in Nahost und auf der koreanischen Halbinsel. Durch diese Konflikte, die von „nuklearen Untertönen“ begleitet würden, laufe die Menschheit Gefahr „die Lehren zu vergessen, die in den schrecklichen Feuern von Hiroshima und Nagasaki geschmiedet wurden“. Die Welt sieht er nur eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt.

Blinken kritisiert Putin - Guterres will Waffen entgültig beseitigen

US-Außenminister Antony Blinken bezichtige Russland vor Beginn der Konferenz, seine Arsenale für Kriegsdrohungen zu nutzen, als Reaktion auf die militärische Hilfe westlicher Länder für die Ukraine. Wladimir Putin wiederum erklärte die Ansicht, dass ein Atomkrieg keine Gewinner hervorbringen würde und ein solcher Krieg somit niemals begonnen werden dürfe.

Als logisches Konsequenz des Vertragswerks betrachtet die UN und ihr Generalsekretär die endgültige Beseitigung von Atomwaffen, da nur so ein Einsatz komplett ausgeschlossen werden könne. Deshalb erinnerte Guterres an die Ziele, stets an der Beseitigung der Waffen zu arbeiten, sowie verbindliche Vereinbarungen über die Reduzierung der Arsenale abzuschließen und umzusetzen. Im Rahmen der zivilen Atomnutzung betonte er gleichzeitig, friedliche Nukleartechnologien auf dem Gebiet der Medizin zu forcieren.

Atomwaffensperrvertrag: Überprüfungskonferenzen als Kontrollelement

Allgemeines Ziel des 1970 geschlossenen Vertrages ist es, die Streuung von Atomwaffen zu verhindern, nukleare Abrüstung voranzutreiben und die friedliche Nutzung von Kernenergie zu fördern. Initiiert wurde er von den USA, Frankreich, China, Großbritannien und der ehemaligen Sowjetunion, deren Position Russland als Rechtsnachfolge übernommen hat. 191 Staaten sind dem Abkommen beigetreten. Um die Einhaltungen sicherzustellen, werden seit 1975 alle 5 Jahre - in diesem Fall zwei Jahre später aufgrund der Corona-Pandemie - Überprüfungskonferenzen abgehalten. (nki)

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