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Nur noch jeder Dritte vertraut Kanzler Scholz - Vertrauen in Institutionen sinkt

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Von: Katja Thorwarth

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Kanzler Olaf Scholz scheint weniger Vertrauen zu genießen als Vorgängerin Angela Merkel.
Kanzler Olaf Scholz scheint weniger Vertrauen zu genießen als Vorgängerin Angela Merkel. © Michael Kappeler/dpa

Das Vertrauen in die politischen Institutionen in Deutschland nimmt 2022 stark ab. Das geht aus einer Befragung von Forsa für RTL/ntv-„Trendbarometer“ hervor.

Berlin / Frankfurt - Folgt man einer aktuellen Meinungsumfrage, hat das Vertrauen in Deutschland in die politischen Institutionen im vergangenen Jahr stark gelitten. Demnach vertraut etwa nur noch jeder dritte Befragte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) - das sind 24 Prozent weniger als noch im Jahr 2021.

Wie Forsa für das RTL/ntv Trendbarometer erhoben hat, zeigt sich der Vertrauenseinbruch bezüglich aller zehn abgefragten deutschen politischen Institutionen. Im seit 15 Jahren durchgeführten „Vertrauens-Ranking“ ist der größte Vertrauensrückgang bei der Exekutive auf Bundesebene zu verzeichnen: Hier kommt der Bundeskanzler aktuell auf 33% (-24) und Bundesregierung auf 34%(-22).

Umfrage: Landesregierungen in Deutschland verlieren an Vertrauen

Der Bundestag verzeichnete bei 37 Prozent einen Rückgang von mehr als 10, dem Bundespräsident wird laut Umfrage 63%, den Rollen der Oberbürgermeister:innen bzw. Bürgermeister:innen 44% Vertrauen entgegengebracht. Ein um jeweils 9 Prozentpunkte geringeres Vertrauen weisen zur Jahreswende 2022/23 die Landesregierungen (46%), die Gemeindevertretungen (43%) und die Stadt- bzw. Gemeindeverwaltungen (43%) auf. Etwas geringer ist der Vertrauensrückgang mit jeweils 7 Prozentpunkten bei der Europäischen Union (31%) und den politischen Parteien (17%).

Transparenz

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 15. bis 22. Dezember 2022 erhoben. Datenbasis: 4.003 Befragte.

Wie drastisch das Vertrauen zum Bundeskanzler als Institution gesunken ist, zeigt der Vergleich mit dem Vertrauenswert, den Angela Merkel noch zur Jahreswende 2020/21 auf dem Höhepunkt der damaligen Corona-Welle erhalten hatte: Damals hatten 75 Prozent der Befragten zur Kanzlerin großes Vertrauen. Zu ihrem Nachfolger Olaf Scholz hatten zur Jahreswende 2021/22 noch 57 Prozent großes Vertrauen. Nur noch 17 Prozent Befragten (Gesamtdeutschland) und 11 % der Ostdeutschen vertrauen den politischen Parteien.

Wie viel Vertrauen haben die Menschen laut einer Umfrage in die Institutionen?

Auch zur Jahreswende 2022/23 unterscheidet sich das Vertrauen zu den politischen Institutionen in den neuen und alten Bundesländern. Mit Ausnahme der Institutionen auf der lokalen Ebene (Gemeindevertretung: 44%) haben die befragten Ostdeutschen zu anderen politischen Institutionen weniger Vertrauen, als die Westdeutschen. Besonders groß ist der Unterschied zwischen Ost und West beim Vertrauen in den Bundespräsidenten (Ost: 53%; West: 65%) und zur Europäischen Union (Ost: 20%; West: 33%).

Deutliche Unterschiede zeigen sich aber auch zwischen Anhänger:innen der einzelnen Parteien, insbesondere zwischen den Regierungsparteien. Vor allem zum Kanzler, zur Bundesregierung und auch zum Bundestag haben die Anhänger der Grünen und der FDP ein geringeres Vertrauen als die Anhänger der SPD. Das mit Abstand geringste Vertrauen in alle politischen Institutionen haben wie schon in den vergangenen Jahren die Anhänger der AfD. (ktho)

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