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Ultraorthodoxe demonstrieren gegen Wehrpflicht

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Die Aufnahmen der israelischen Luftwaffe sollen einen syrischen Reaktor kurz vor dessen Zerstörung zeigen.
Die Aufnahmen der israelischen Luftwaffe sollen einen syrischen Reaktor kurz vor dessen Zerstörung zeigen. © rtr

Strengreligiöse Juden demonstrieren gegen die israelische Wehrpflicht. Es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.

In Jerusalem ist es am Dienstagabend bei Demonstrationen strengreligiöser Juden gegen die Wehrpflicht erneut zu Ausschreitungen gekommen. Zwischenzeitlich blockierten die Teilnehmer der nach Polizeiangaben nicht genehmigten Demonstration die Hauptverkehrsachse des ultraorthodoxen Stadtviertels Mea Schearim. Die Demonstranten verbrannten laut einem Bericht der Internetzeitung „Ynet-News“ (Dienstagabend) eine fast lebensgroße Soldatenpuppe sowie Ausgaben der Zeitung „Yated Ne‘eman“, die die Wehrpflicht für strengreligiöse Juden befürwortet. Ferner zerstörten sie eine Ampel.

Im seit Jahren anhaltenden Streit um den Wehrdienst strengreligiöser Juden in Israel kommt es wiederholt zu teils gewalttätigen Zusammenstößen radikaler Wehrdienstgegner mit der Polizei. Das Parlament hatte im März 2016 ein neues Wehrgesetz verabschiedet. Unter anderem wurde die von Israels Oberstem Gericht für verfassungswidrig erklärte allgemeine Wehrdienstbefreiung für Talmud-Studenten aufgehoben. Gegenwärtig wird im Parlament ein Gesetzentwurf diskutiert, der strengreligiöse Juden erneut von der Wehrpflicht ausnehmen will.

Angriff auf mutmaßlichen syrischen Reaktor bestätigt

Das israelische Militär hat erstmals offiziell einen Angriff seiner Luftwaffe auf einen mutmaßlichen syrischen Atomreaktor im Jahre 2007 bestätigt. Die Armee teilte am Mittwoch mit, Kampfjets hätten damals „einen Kernreaktor zerstört, der in Syrien gebaut wurde“.

Der Reaktor soll heimlich mit Hilfe Nordkoreas gebaut worden sein. Es hätten nur wenige Wochen gefehlt, um den Reaktor einsatzbereit zu machen, heißt es. Syrien hatte stets bestritten, dass es sich bei dem Gebäude in der ostsyrischen Wüste um einen im Bau befindlichen Reaktor zur Herstellung von Plutonium gehandelt habe.

Im Rahmen des Einsatzes „Outside the Box“ hätten israelische Kampfflugzeuge in der Nacht vom 5. auf den 6. September 2007 einen weit fortgeschrittenen Reaktor in Dair as-Saur 450 Kilometer nördlich von Damaskus zerstört, teilte die Armee mit. Der Geheimdienst habe seit Ende 2004 wichtige Informationen gesammelt, die letztlich zu dem Luftangriff geführt hätten. Das israelische Militär habe sich damals auf „verschiedene Szenarien und eine potenzielle Eskalation vorbereitet“.

Generalstabschef Gadi Eisenkot sagte, die Botschaft des Angriffs von 2007 sei, dass Israel es niemandem erlauben werde, die Fähigkeit zu erlangen, seine Existenz zu bedrohen. „Dies war unsere Botschaft im Jahre 2007, dies bleibt unsere Botschaft heute und in der nahen und fernen Zukunft.“ Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wirft dem Iran vor, trotz des internationalen Abkommens weiter heimlich den Bau einer Atombombe anzustreben. (kna/dpa)

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