1. Startseite
  2. Politik

Putin droht mit weniger Gas – und bietet Europa Nordstream 2 an

Erstellt:

Von: Moritz Serif

Kommentare

Die russische Liefermenge an Gas könnte noch geringer werden, droht Präsident Wladimir Putin. Man habe jedoch noch Nord Stream 2.

Teheran - Wladimir Putin droht Europa mit noch weniger Gaslieferungen. Sollte die in Kanada reparierte Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 nicht bald in Russland ankommen, werde die tägliche Liefermenge noch stärker fallen, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass bei einem Treffen in Teheran.

„Wir haben noch eine fertige Trasse - das ist Nord Stream 2. Die können wir in Betrieb nehmen“, sagte Putin. Die Pipeline Nord Stream 1 – die wichtigste Gasleitung von Russland nach Deutschland – wurde 2011 in Betrieb genommen und hat eine Kapazität von rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Seit Juni hat Russlands staatlicher Energieriese Gazprom die Gaslieferungen nach Deutschland allerdings um mehr als die Hälfte der täglichen Höchstmenge auf 67 Millionen Kubikmeter reduziert.

Putin droht damit, Gaslieferungen noch mehr zu drosseln

Schuld daran sei die fehlende Turbine von Siemens Energy. Derzeit ist die mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline zudem wegen alljährlicher Wartungsarbeiten völlig stillgelegt - planmäßig bis Donnerstag. Der Kreml-Chef stellte sich außerdem schützend vor Syriens Diktator Assad und kritisierte den Westen.

Dieser ziele auf eine „Zerstückelung“ des syrischen Staats, sagte er bei einem Dreiergipfel mit den Staatschefs des Irans und der Türkei im Iran. Moskau, Ankara und Teheran sollten sich daher gemeinsam für die Unverletzlichkeit der Grenzen Syriens einsetzen und dafür sorgen, dass die abtrünnigen Gebiete wieder unter die Herrschaft der „rechtmäßigen Regierung“ kommen, forderte Putin.

Wladimir Putin droht erneut mit einer Drosselung der Gaslieferungen
Wladimir Putin droht erneut mit einer Drosselung der Gaslieferungen. © picture alliance/dpa/Iranian Presidency

Putin behauptet, Ukraine hätte kein Interesse an Frieden

Der Ukraine warf er vor, kein Interesse an einer Friedenslösung zu haben. Bei den Verhandlungen in Istanbul Ende März hätten beide Seiten „faktisch eine Einigung erzielt, sie musste nur noch unterzeichnet werden“, sagte Putin. Doch seither weigere sich Kiew, die erzielte Lösung umzusetzen.

Bei den Verhandlungen im März hatten beide Seiten Annäherung bei der Frage nach einem blockfreien Status der Ukraine erzielt. Russland beharrt aber zudem darauf, dass die Ukraine die seit 2014 von Moskau annektierte Krim als russisch anerkennt und die Gebiete Donezk und Luhansk abtritt. (mse/dpa)

Auch interessant

Kommentare