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Schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Zahlreiche Soldaten sterben laut Selenskyj

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Von: Christian Stör

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Erstmals seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine spricht Präsident Wolodymyr Selenskyj über die eigenen Verluste.

Kiew – In jedem Krieg gibt es zahlreiche Tote. Doch genaue Angaben über die Zahl der Gefallenen haben absoluten Seltenheitswert. Auch Russland und die Ukraine halten sich seit Beginn des Ukraine-Konflikts bei diesem Thema sehr bedeckt. Nun aber hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Hinweis auf die tatsächlichen Verlustzahlen gegeben, die sein Land im Ukraine-Krieg zu beklagen hat.

Ein ukrainischer Soldat wacht an Bord eines Panzers an der Front in der Nähe der Stadt Lysychansk in der Ostukraine.
Ein ukrainischer Soldat wacht an Bord eines Panzers an der Front in der Nähe der Stadt Lysychansk in der Ostukraine. © Aris Messinis/AFP

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Polens Präsident Andrzej Duda am 22. Mai bezifferte Selenskyj die Tagesverluste der eigenen Truppen an der Front in der Ostukraine auf 50 bis 100 Soldaten. „Heute können zwischen 50 und 100 Menschen an der für uns schwersten Front im Osten unseres Landes sterben“, sagte Selenskyj nach Angaben der Nachrichtenagentur RBK-Ukraina. „Sie schützen unsere Freiheit und Unabhängigkeit, über die in der ganzen Welt gesprochen wird.“ Mit den hohen Verlusten begründete Selenskyj auch die Ablehnung einer Petition, Männern im wehrpflichtigen Alter die Ausreise aus der Ukraine zu erlauben.

Die letzten Zahlen über die Verluste der Ukraine stammen von Mitte April. Damals hatte Selenskyj von insgesamt etwa 3000 ukrainischen Soldaten gesprochen, die seit dem russischen Angriff am 24. Februar gestorben seien. Exakte Daten sind bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Dies sei ein Kriegsgeheimnis, so Präsidentenberater Olexij Arestowitsch.

Ukrainischer Abgeordneter: Russen wollen ganze Städte ausradieren

Die Lage in der Ostukraine scheint sich aber weiter zuzuspitzen. So sprach jetzt der ukrainische Parlamentsabgeordnete Dmytro Lubinets davon, dass die russische Besatzung in der Ostukraine „ganze Ortschaften und Städte auszuradieren“ versuche. Vor allem die zivile Infrastruktur werde angegriffen, sagte Lubinets laut Übersetzung des Senders im ARD-Morgenmagazin am 23. Mai. Dies betreffe die Stromversorgung und Wasserleitungen, aber auch Schulen und Krankenhäuser.

Aus Sicht von Lubinets stellt sich die Sachlage so dar: „Die Russen bekämpfen nicht die ukrainischen Streitkräfte, sondern das ganze Volk.“ Aus diesem Grund appelliere die Ukraine an die internationale Öffentlichkeit, die Situation als Genozid des ukrainischen Volkes anzuerkennen. (cs/dpa)

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