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Selenskyj fordert Putins Soldaten zur Fahnenflucht auf: „Hatten sie nicht erwartet“

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Von: Bettina Menzel, Stephanie Munk, Franziska Schwarz

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Der Widerstand der Ukrainer zeigt Wirkung auf Putin, ist sich ihr Präsident Selenskyj sicher. Bringen neue Ukraine-Russland-Verhandlungen einen Fortschritt? Der News-Ticker.

Update vom 15. März, 9.05 Uhr: Kiew steht weiter unter Beschuss der Truppen von Wladimir Putin*, es gibt massive Zerstörungen und Tote. Inmitten dieser dramatischen Situation wollen die Regierungschefs Polens, Tschechiens und Sloweniens am Dienstag, 15. März, in die ukrainische Hauptstadt reisen. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki werde mit seinen Kollegen Petr Fiala (Tschechien) und Janez Jansa (Slowenien) nach Kiew reisen, um dort dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj* und Regierungschef Denys Schmyhal die Unterstützung der EU zu versichern, teilte die Regierung in Warschau mit.

„Ziel des Besuchs ist es, die unmissverständliche Unterstützung der gesamten Europäischen Union für die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine zu bekräftigen und ein breites Hilfspaket für den ukrainischen Staat und die ukrainische Gesellschaft vorzustellen“, hieß es in der Erklärung Warschaus. Demnach reisen die drei Politiker als „Vertreter des Europäischen Rates“ nach Kiew. Die Organisation der Reise sei mit EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erfolgt.

Kiew ist nach mehr als zwei Wochen Krieg nahezu vollständig von russischen Truppen umzingelt. Am frühen Dienstagmorgen wurde die ukrainische Hauptstadt von einer Reihe schwerer Explosionen erschüttert.

Update vom 15. März, 6.51 Uhr: Der ukrainische Präsident hat laut dpa bestätigte, dass die Gespräche der Unterhändler beider Länder an diesem Dienstag (15. März) fortgesetzt werden sollen. Die Delegationen hatten sich am Montag wegen einer „technischen Pause“ vertagt.

Ukraine-Konflikt: Selenskyj fordert russische Soldaten zur Fahnenflucht auf

Update vom 15. März, 6.24 Uhr: „Wir arbeiten mit den Partnern an neuen Strafmaßnahmen gegen den russischen Staat“, sagte der ukrainische Präsident Selenskyj nun in einer neuen Videobotschaft. Selenskyj will die Schuldigen für die schweren Kriegshandlungen in seinem Land ohne Nachsicht zur Verantwortung ziehen.

Russland beginne zu erkennen, dass es mit dem Krieg nichts erreichen werde. „Einen solchen Widerstand hatten sie nicht erwartet. Sie glaubten ihrer Propaganda, die seit Jahrzehnten über uns lügt.“ Das russische Militär sei definitiv verantwortlich für Kriegsverbrechen, für eine „bewusst geschaffene humanitäre Katastrophe“ in ukrainischen Städten, so Selenskyj.

Er rief die russischen Soldaten auf, die Waffen niederzulegen. Aus abgehörten Telefonaten russischer Soldaten mit ihren Familien zuhause wisse man, was viele „wirklich über diesen Krieg“ denken. „Ich weiß, dass ihr überleben wollt.“

Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Bild spricht Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, während seiner regelmäßigen Ansprache an die Nation.
Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Bild spricht Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, während seiner regelmäßigen Ansprache an die Nation. © picture alliance/dpa/Ukrinform | -

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Wichtiges Urteil am 15. März

Update vom 14. März, 22.02 Uhr: Am Mittwoch (16. März) wird ein wichtiges Urteil im Ukraine-Konflikt erwartet. Der Internationale Gerichtshof (IGH) wird über die von Kiew beantragte Anordnung des sofortigen Stopps der russischen Angriffe entscheiden. Die Urteile des IGH sind zwar bindend, der Gerichtshof hat jedoch keine wirklichen Möglichkeiten, sie durchzusetzen..

Die Vorsitzende Richterin Joan E. Donoghue werde die Entscheidung um 16.00 Uhr im Friedenspalast in Den Haag bekannt geben, erklärte das Gericht am Montag. Die Ukraine wirft Russland vor, einen Völkermord an den ukrainischen Bewohnern des Landes zu planen und hat deshalb Klage beim IGH eingereicht. Da bis zu dem endgültigen Urteil Jahre vergehen könnten, hatte Kiew gefordert, dass das Gericht bis zu seinem Urteil einen sofortigen Stopp aller russischen „Militäreinsätze“ in der Ukraine anordnet.

Kiew hatte seine Klage zwei Tage nach dem von Russlands Präsident Wladimir Putin angeordneten Einmarsch am 24. Februar eingereicht. Die ukrainische Regierung weist Putins Vorwurf eines „Völkermords“ in den östlichen Regionen Donezk und Luhansk als „absurde Lüge“ zurück und argumentiert, die russische Invasion entbehre damit jeglicher Grundlage.

Russische Vertreter waren den mündlichen Verhandlungen in der vergangenen Woche ferngeblieben. Richterin Donoghue sagte deshalb einen für Dienstag geplanten zweiten Teil der Anhörung ab, bei dem Russland seine Argumente vortragen sollte.

In der vierten Verhandlungsrunde zwischen Unterhändlern der Ukraine und Russland war am Montag im Ukraine-Konflikt kein Durchbruch erzielt worden. Die Gespräche waren daher auf Dienstag vertagt worden.

Ukrainischer Ministerpräsident Schmyhal ruft Europa zum Einschreiten auf

Update vom 14. März, 17.22 Uhr: Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal hat Europa dringend zum Einschreiten gegen den russischen Einmarsch in sein Land aufgerufen. Das teilte er in einer Videoansprache vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg mit. Schmyhal sagte am Montag, dass die internationale Gemeinschaft angemessen reagieren müsse: „Der Krieg kann sich in einen dritten Weltkrieg verwandeln.“ Die Ukraine sei massiv von Zerstörung, Leid und Vertreibung betroffen. „Es ist Zeit, diese Aggression zu beenden, ehe es zu einer nuklearen Katastrophe kommt oder ganz Europa in Flammen steht.“ Schmyhal dankte den Nachbarländern für die Aufnahme seiner Landsleute.

Der Europarat hatte am Donnerstag mögliche Schritte in Richtung eines Ausschlusses Russlands angekündigt. Die Parlamentarische Versammlung mit Delegierten aus den nationalen Parlamenten berät noch bis Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung über den Ukraine-Krieg, sie könnte in einer Resolution den Ausschluss Russlands fordern. Der Europarat wacht über die Einhaltung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten und gehört nicht zur EU. Das Gremium hatte bereits mit der Suspendierung Russlands auf den Angriff des Landes auf die Ukraine reagiert.

Papst Franziskus: „Keine Lehren aus den Tragödien des 20. Jahrhunderts gezogen“

Update vom 14. März, 17.07 Uhr: In die Friedens- und Verhandlungsbemühungen für die Ukraine hat sich am Montag wieder der Vatikan eingeschaltet. Papst Franziskus beklagte am Montag: „Insbesondere der Ukraine-Krieg zeigt, dass diejenigen, die die Geschicke der Völker lenken, keine Lehren aus den Tragödien des 20. Jahrhunderts gezogen haben.“ Außerdem soll Kurienkardinal Michael Czerny auf Geheiß des Papstes erneut in die Ukraine oder das ukrainisch-slowakische Grenzgebiet reisen soll. Dort wolle er, wie bereits vor einigen Tagen, die Nähe des Papstes demonstrieren.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Luxemburgs Premier Bettel telefoniert mit Wladimir Putin

Update vom 14. März, 16.46 Uhr: Im Bemühen um Frieden in der Ukraine hat am Montag Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Das Staatsministerium in Luxemburg teilte danach mit, dass Bettel die katastrophale Verschlechterung der humanitären Lage in der Ukraine und die katastrophalen Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung beklagt habe.

„Diese menschliche Tragödie muss beendet werden, der Angriff auf die Ukraine muss sofort gestoppt und ein Waffenstillstand erreicht werden“, sagte Bettel demnach. Es müsse alles getan werden, damit die humanitären Korridore respektiert würden und Zivilisten den militärischen Auseinandersetzungen entkommen könnten. Das gelte insbesondere für die Hafenmetropole Mariupol.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Selenskyj soll per Video vor dem US-Kongress sprechen

Update vom 14. März, 15.40 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll per Videoschalte diese Woche vor dem US-Kongress sprechen. Die Ansprache mit US-Senatoren und Kongressabgeordneten ist für Mittwoch geplant, wie die führenden Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, am Montag mitteilten. „Der Kongress, unser Land und die ganze Welt bewundern das ukrainische Volk, das angesichts des unprovozierten, bösartigen und illegalen Kriegs Russlands außergewöhnlichen Mut, Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit bewiesen hat“, erklärten Pelosi und Schumer. Die Aggression von Russlands Präsident Wladimir Putin sei „grausam und teuflisch“. Am Donnerstag will sich Selenskyj mit einer Videoansprache auch an den Deutschen Bundestags wenden.

Verhandlungen zum Ukraine-Krieg: Kiew fordert Abzug der russischen Truppen

Update vom 14. März, 15.25 Uhr: Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende der Kämpfe sind nach Angaben aus Kiew unterbrochen worden und sollen an diesem Dienstag fortgesetzt werden. Es handle sich um eine technische Pause für zusätzliche Gespräche in Arbeitsgruppen und eine „Klärung individueller Definitionen“, twitterte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Montag. „Die Verhandlungen dauern an.“

Die Ukraine forderte ein Ende des Krieges und einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt, dass Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium sowie die ostukrainischen Separatistengebiete als unabhängige Staaten anerkennt.

Ukraine-Krieg: Ukrainischer Außenminister sieht veränderte Einstellung international zu seinem Land

Update vom 14. März, 14.40 Uhr: In der Auseinandersetzung mit Russland sieht der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba wichtige Erfolge seines Landes auf internationalem Gebiet. Die Ukraine gewinne den Informationskrieg, sagte Kuleba am Montag in einem Facebook-Video. „Niemand in der Welt glaubt den russischen Narrativen.“ Russland hatte den Angriff unter anderem damit begründet, dass das Nachbarland von Nazis in der Führung befreit und entwaffnet werden müsse.

Die Einstellung zur Ukraine habe sich international geändert, sagte Kuleba. „Die Ukraine ist derzeit so gut angesehen in der Welt wie noch nie in ihrer Geschichte.“ Das Land erfahre viel Solidarität. Eine Folge davon seien die Sanktionen vieler Länder, die der russischen Wirtschaft empfindlich schadeten. „Alle großen westlichen Firmen haben Russland verlassen“, sagte Kuleba. Der 40-Jährige führt das Außenministerium der Ukraine seit 2020.

Kein sofortiger Kiew-Angriff? Kreml-Sprecher nennt Putins ursprünglichen Plan - und begründet Taktikänderung

Update vom 14. März, 13.55 Uhr: Russland schließt die Einnahme großer Städte in der Ukraine nicht aus. „Zu Beginn der Operation hat der russische Präsident (Wladimir Putin) das Verteidigungsministerium angewiesen, von einem sofortigen Angriff auf die großen Bevölkerungszentren, einschließlich Kiews, abzusehen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Das Verteidigungsministerium schließe nun aber „unter Wahrung der größtmöglichen Sicherheit für die Zivilbevölkerung die Möglichkeit nicht aus, die vollständige Kontrolle über große besiedelte Gebiete zu übernehmen, die jetzt praktisch umzingelt sind“, sagte Peskow. Er begründete dies damit, dass „nationalistische Formationen“ angeblich „militärisches Gerät“ in Wohngebieten platziert hätten. Das führe zu Opfern unter Zivilisten.

Ukraine-Russland-Verhandlungen: Unterhändler beginnen mit vierter Verhandlungsrunde

Update vom 14. März, 13.35 Uhr: Während die Unterhändler der Ukraine und Russland verhandeln, ist Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag zu seinem Antrittsbesuch in die Türkei eingetroffen, der ganz im Zeichen des Ukraine-Kriegs stehen wird.

Update vom 14. März, 11.45 Uhr: Inmitten heftiger Kämpfe und gegenseitiger Anschuldigungen haben die Unterhändler der Ukraine und Russlands eine vierte Verhandlungsrunde begonnen. Der ukrainische Vertreter, Präsidentenberater Mychailo Podoljak, veröffentlichte am Montag auf Twitter ein Foto von Gesprächen per Videokonferenz mit russischen Vertretern. Die Verhandlungen seien „hart“, fügte er hinzu. Beide Seiten seien dabei, ihre „spezifischen Positionen“ darzulegen.

Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Bild spricht Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, während seiner regelmäßigen Ansprache an die Nation.
Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Bild spricht Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, während seiner regelmäßigen Ansprache an die Nation. © picture alliance/dpa/Ukrinform | -

Update vom 14. März, 10.40 Uhr: Russland soll China um Hilfe für den Angriffskrieg in der Ukraine gebeten haben. Moskau habe Peking sowohl um militärische Hilfe für den Krieg als auch um Unterstützung bei der Umgehung westlicher Sanktionen gebeten, berichtete am Sonntag die New York Times unter Berufung auf Washingtoner Regierungskreise. Die Regierung in Peking warf den USA daraufhin vor, Falschinformationen zu verbreiten.

Wende in Ukraine-Russland-Verhandlungen? Selenskyj benennt jetzt klares Ziel seiner Delegation bei Treffen

Update vom 14. März, 9.55 Uhr: Unmittelbar vor einer vierten Verhandlungsrunde mit Russland hat sich die Ukraine zurückhaltend gezeigt. Es gehe um Frieden, Waffenstillstand, den sofortigen Rückzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Montag bei Twitter. „Schwieriges Gespräch. Obwohl Russland sich der Sinnlosigkeit seines aggressiven Vorgehens bewusst ist, hängt es der Illusion nach, dass 19 Tage Gewalt gegen friedliche Städte die richtige Strategie sind“, schrieb Podoljak weiter.

Update vom 14. März, 7.25 Uhr: Die Ukraine und Russland werden ihre Gespräche nach Angaben des ukrainischen Unterhändlers David Arachamia um 9.20 Uhr MEZ per Videoschalte fortsetzen.

Ukraine-Russland-Verhandlungen: Selenskyj: "Alles tun, damit ein Treffen der Präsidenten stattfindet"

Update vom 14. März, 6.30 Uhr: Als eine wichtige Aufgabe bei den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland sieht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Organisation eines Treffens der Staatschefs der beiden Länder. „Unsere Delegation hat eine klare Aufgabe - alles zu tun, damit ein Treffen der Präsidenten stattfindet“, sagte Selenskyj in einer in der Nacht zu Montag veröffentlichten Videoansprache. Es sei ein Treffen, auf das, so sei er sicher, alle warteten. Das sei ein schwieriger Weg, aber notwendig, um wirksame Garantien zu erhalten.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Sonntag im russischen Staatsfernsehen ein Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin mit Selenskyj nicht ausgeschlossen. Man müsse aber verstehen, was das Ergebnis des Treffens sein solle und was dort besprochen werde. Zuletzt haben sich Vertreter der Delegationen der Ukraine und Russlands zurückhaltend optimistisch zu den Verhandlungen geäußert. Für Montag sind weitere Gespräche im Online-Format geplant.

Auf diesem Foto, das vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten am Sonntag, den 13. März 2022, zur Verfügung gestellt wurde, bereitet sich Wolodymyr Selenskyj (Mz.), Präsident der Ukraine, darauf vor, einem verwundeten Soldaten während seines Besuchs in einem Krankenhaus in Kiew eine Staatsmedaille zu verleihen.
Auf diesem Foto, das vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten am Sonntag, den 13. März 2022, zur Verfügung gestellt wurde, bereitet sich Wolodymyr Selenskyj (Mz.), Präsident der Ukraine, darauf vor, einem verwundeten Soldaten während seines Besuchs in einem Krankenhaus in Kiew eine Staatsmedaille zu verleihen. © Uncredited/Pressebüro des ukrainischen Präsidenten via AP/dpa

Zugleich bekräftige Selenskyj angesichts der jüngsten russischen Luftangriffe im Westen der Ukraine seine Forderung nach der Einrichtung einer Flugverbotszone durch die Nato. "Wenn Sie unseren Himmel nicht abriegeln, ist es nur eine Frage der Zeit, bis russische Raketen auf Ihr Territorium, auf das Territorium der Nato und auf die Häuser von Nato-Bürgern fallen werden", sagte Selenskyj in seiner Videoansprache.

Die ukrainische Regierung fordert schon seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor rund drei Wochen von der Nato die Einrichtung einer Flugverbotszone. Dadurch sollen russische Luftangriffe auf die Ukraine verhindert werden. Dies würde allerdings ein direktes Eingreifen von Nato-Soldaten in den Krieg bedeuten, was viele westliche Staats- und Regierungschefs aus Furcht vor einer Konfrontation mit der Nuklearmacht Russland ablehnen.

Ukraine-Krieg: Neue Verhandlungsrunde am Montag - alle News aktuell

Wladimir Putin, Präsident von Russland, der eine Sitzung mit Regierungsmitgliedern per Telefonkonferenz leitet.
Wladimir Putin, Präsident von Russland, der eine Sitzung mit Regierungsmitgliedern per Telefonkonferenz leitet. © Mikhail Klimentyev/dpa

Putin-Kurswechsel? Selenskyj sieht neuen Kreml-Ansatz - alle Verhandlungs-News zum Ukraine-Krieg

Erstmeldung vom 13. März 2022:

Kiew - „Jetzt haben sie begonnen, über etwas zu reden - und nicht einfach Ultimaten zu stellen“: Mit diesen Worten kommentierte Wolodymyr Selenskyj nun aus seiner Sicht die Verhandlungen im Ukraine-Krieg mit der Regierung von Wladimir Putin*.

Selenskyj, ukrainischer Präsident, sieht erste Veränderungen der Position Russlands, das nun einen „grundlegend anderen Ansatz“ verfolge, führte er am Samstag (13. März) vor internationalen Journalisten in Kiew aus.

Ukraine-Krieg-Verhandlungen: Selenskyj „froh“ über Signal von Putin

Mittlerweile habe man „angefangen zu reden“. Er sei „froh“, ein „Signal aus Russland erhalten“ zu haben, erläuterte der 44-Jährige. Es sei das erste Mal seit über zwei Jahren, dass Moskau zu einem Dialog bereit sei.

Bereits am Freitag hatte Russlands* Präsident Putin von Bewegung bei den Verhandlungen gesprochen. Die russischen Verhandlungsführer hätten über „gewisse positive Veränderungen“ bei den „praktisch täglich“ geführten Gesprächen informiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax, die Gespräche würden nun im Online-Format abgehalten. Die Ukraine bestätigte das.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg schaffen bisher keine Waffenruhe

Selenskyj hielt die Einbeziehung der westlichen Partner der Ukraine* in die Verhandlungen der Agentur Unian zufolge für unzureichend. Mit Blick auf Sicherheitsgarantien für sein Land sagte er: Die Ukraine könne Russland „nach einem so blutigen Krieg nicht vertrauen“. Verhandlungen über eine allgemeine Waffenruhe blieben bislang erfolglos.

Selenskyj hatte Jerusalem als möglichen Ort für Verhandlungen über ein Kriegsende mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen. „Heute ist es nicht konstruktiv, sich in Russland, in der Ukraine oder in Belarus zu treffen. Das sind nicht die Orte, an denen wir ein Verständnis für die Beendigung des Krieges finden können“, sagte Selenskyj am Samstag vor Journalisten. „Ob ich finde, dass Israel so ein Land sein kann und dabei besonders Jerusalem? Ich finde ja.“

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett trat zuletzt als Vermittler in Erscheinung, führte Gespräche mit Putin, aber auch Selenskyj. Der Kreml schloss grundsätzlich ein Treffen von Putin und Selenskyj nicht aus. „Aber zuerst müssen sowohl Delegationen als auch Minister ihren Teil dazu leisten, dass sich die Präsidenten nicht um des Prozesses, nicht um des Gesprächs, sondern um des Ergebnisses willen treffen“, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag gesagt. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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