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Ukraine-Ängste in Russland? Putin verschiebt TV-Großereignis

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Wladimir Putin, Präsident von Russland, nimmt an der Fernsehsendung «Der direkte Draht» teil. (Archiv)
Wladimir Putin, Präsident von Russland, nimmt an der Fernsehsendung «Der direkte Draht» teil. (Archiv) © Sergei Savostyanov/dpa

Russland verschiebt die traditionelle TV-Audienz mit Wladimir Putin. Womöglich um unbequemen Fragen zu entgehen.

Moskau - Die traditionelle TV-Bürgerfragestunde „Der direkte Draht“ von Russlands Präsident Wladimir Putin wird dieses Jahr nicht wie oft zuvor im Juni stattfinden. Die Vorbereitungen für das Ereignis liefen, einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Eine Austragung im Juni schloss er aber aus. In den vergangenen Jahren war die Fragestunde - bis auf eine Ausnahme im Covid-Jahr 2020 - immer im Juni veranstaltet worden.

Putin verschiebt „direkten Draht“ - womöglich um unangenehmen Fragen zu entgehen

„Der direkte Draht“ ist eine stundenlange Live-Sendung, in der die russischen Bürger dem Kremlchef ihre persönlichen Sorgen schildern können. Der TV-Marathon gibt Putin dabei die Möglichkeit, sich der Bevölkerung als fürsorglicher Landesvater zu präsentieren. Zumeist verspricht er den Anrufern oder Zuschauern, die jeweiligen Probleme - seien es ausstehende Gehaltszahlungen, Straßenreparaturen oder den fehlenden Anschluss an das Gasnetz - zu lösen. Es wurden in der Vergangenheit aber teilweise auch politische Fragen gestellt.

Unklar war, ob die Verzögerung mit dem eskalierten Ukraine-Konflikt und dem Einmarsch russischer Truppen dort zusammenhängt, in dem die russische Armee Beobachtern zufolge deutlich schlechter vorankommt als geplant. Verschiedenen Berichten zufolge verbreitet sich teils auch Unmut in der Bevölkerung. Für Aufsehen hatten zuletzt die öffentlichen Aussagen eines Vaters eines beim Untergang der „Moskwa“ getöteten Soldaten gesorgt. Womöglich will Putin mit der Verschiebung unangenehmen Fragen entgehen.

Putin ist seit dem von ihm Ende Februar befohlenen Einmarsch ins Nachbarland nur selten öffentlich aufgetreten. In der vergangenen Woche noch hatte Peskow die Fernseh-Audienz des Kremlchefs auf ein zeitnahes Datum nach dem Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum Mitte Juni terminiert. (dpa)

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