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Strack-Zimmermann macht Druck - Deutsche Kampfpanzer an die Ukraine

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Von: Vincent Büssow

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Agnes-Marie Strack-Zimmermann im Bundestag.
Die FDP-Politikerin Agnes-Marie Strack-Zimmermann fordert direkte Lieferungen deutscher Panzer an die Ukraine. (Archivbild) © Fabian Sommer/dpa

In der Diskussion über Waffenlieferungen an die Ukraine werden viele Forderungen laut. Die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann wird dabei am deutlichsten.

Berlin – Nach den jüngsten Erfolgen der Ukraine im Kampf gegen Russland werden in Deutschland wieder Forderungen laut, mehr Waffen an das angegriffene Land zu liefern. Deutlich wurde vor allem die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die sofortiges Handeln verlangte. Auch aus den übrigen Regierungsparteien kommen derartige Töne. Der Bundeskanzler zögert allerdings.

In den vergangenen Tagen hat die lang angekündigte Großoffensive der Ukraine zu großen Erfolgen für das Land geführt. Die ukrainischen und die russischen Streitkräfte berichten übereinstimmend von dem Rückzug der russischen Angreifer, unter anderem aus der Region Charkiw. Diese Entwicklung blieb auch im Ausland nicht unbeachtet und hat die Debatte über Waffenlieferungen in Deutschland mit einem Mal wieder angeheizt.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert Panzerlieferungen an die Ukraine

So forderte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Lieferung deutscher Kampfpanzer an die Ukraine. Sie verwies dabei direkt auf die Erfolge der Gegenoffensive und nannte den Schützenpanzer Marder sowie den Kampfpanzer Leonard II beim Namen. „Das ist unglaublich wichtig und sollte sofort passieren“, sagte die FDP-Politikerin am Montag im ARD-Morgenmagazin.

Auch die übrigen Farben der Ampelkoalition signalisierten Offenheit für diesen Vorschlag. Der Vorsitzende der Grünen, Omid Nouripur, forderte in der Montagsausgabe der Augsburger Allgemeinen Waffenlieferungen, die „wo möglich auch direkt aus den Beständen der Bundeswehr“ kommen sollten. SPD-Chef Lars Klingbeil sprach sich indes in der ARD für eine schnelle Entscheidung im westlichen Bündnis aus, was weitere Waffenlieferungen an die Ukraine betrifft.

Direkte Waffen an die Ukraine: Strack-Zimmermann fordert Kurswechsel von Scholz

Der Bundeskanzler und seine Verteidigungsministerin äußerten sich währenddessen zurückhaltend zu dem Thema. Olaf Scholz verwies darauf, dass auch die großen Nato-Partner keine Panzer direkt liefern und Deutschland keine Alleingänge unternehmen will. Die SPD-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte im Onlinemagazin Politico ebenfalls, dass sie die Nato-Übereinkunft der Ostflanke sehr ernst nehme. Außerdem wies sie auf die frühere Unterfinanzierung der Bundeswehr hin, durch welche die Einsatzbereitschaft eingeschränkt sei.

Strack-Zimmermann forderte stattdessen bei der Frage der Waffenlieferungen an die Ukraine nicht zu zögern. „Ich wünsche mir, dass der Bundeskanzler seine Linie ändert, ich wünsche mir, dass die Verteidigungsministerin ihre Linie ändert“, sagte sie. Auch die US-Botschafterin in Deutschland, Amy Gutmann, sprach davon, dass ihre Erwartungen an die Bundesregierung „noch höher“ seien. „Wir müssen alles machen, wozu wir in der Lage sind“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. (vbu mit dpa und AFP)

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