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Angst vor Ukraine? Russland baut Grenzanlagen aus

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Laut dem britischen Verteidigungsministerium verstärkt Russland die Selbstverteidigungseinheiten an der Grenze. Über den Grund wird spekuliert.

Belgorod - Russland kämpft im Ukraine-Konflikt mit enormen Verlusten. Hat der Kreml nun sogar Angst vor ukrainischen Angriffen auf Russland? Laut des britischen Geheimdienstes könnten Hinweise dafür sprechen. Denn: Russland habe damit begonnen, seine Positionen entlang der internationalen Grenze zur Ukraine auszubauen - sowie in der Region Belgorod.

„Wir bilden mehrere Bataillone aus Personen, die aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund ihres Alters nicht zu den Streitkräften einberufen werden können, aber über Kampferfahrung verfügen und den großen Wunsch haben, gegebenenfalls für ihre Heimat und ihre Familie einzutreten“, sagte Gladkow laut themoscowtimes.com.

Will Russland nur patriotische Gefühle wecken?

Wie das Verteidigungsministerium in London berichtet, gab der Gouverneur von Belgorod am Dienstag (6. Dezember) bekannt, dass er lokale „Selbstverteidigungseinheiten“ aufstellen werde. Mindestens seit April 2022 gebe es Berichte über die Aushebung von Gräben in Belgorod. Bei den neuen Anlagen soll es sich diesmal aber wahrscheinlich um ausgefeiltere Systeme zur Abwehr von ukrainischen Angriffen handeln.

Ein Mörserträger vom Typ 2S4 Tyulpan fährt auf einer Straße nahe der Grenze zur Ukraine in der Region Belgorod.
Ein Mörserträger vom Typ 2S4 Tyulpan fährt auf einer Straße nahe der Grenze zur Ukraine in der Region Belgorod. © Mikhail Voskresenskiy/dpa

Laut den Briten muss der Grund für die neue Schutzmaßnahme keine ernste Sorge über ukrainische Angriffe sein. Es bestehe „die realistische Möglichkeit“, dass die Behörden in Russland die Verteidigungsvorbereitungen innerhalb des russischen Territoriums fördern, „um patriotische Gefühle zu wecken“. Aber: Vermutlich sei dies auch ein Beleg für die Annahme einiger russischer Entscheidungsträger, dass eine echte Bedrohung durch die Ukraine bestehe.

Briten sehen Schwachstellen in russischer Regierung

„Die mangelnde strategische Einschätzung ist eine der kritischen Schwachstellen in der zentralen russischen Regierungsarchitektur, wie die ursprüngliche Entscheidung Russlands zum Einmarsch in die Ukraine gezeigt hat“, schreiben die Briten weiter. „Unparteiische offizielle Analysen werden mit Sicherheit häufig durch eine Tendenz zu Gruppendenken und politisch zweckmäßigen Schlussfolgerungen untergraben.“

In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Angriffen auf russische Militärstützpunkte. Russland macht Kiew dafür verantwortlich, dieses äußerte sich jedoch bislang nicht zu den Vorfällen. Die USA teilten mit, dass sie Kiew zu Angriffen in Russland weder ermuntert noch befähigt hätten. Der Kreml kündigte indes an, „notwendige“ Maßnahmen zu ergreifen, um das Land vor ukrainischen Angriffen zu schützen. (Jan Wendt)

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