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Russlands Verteidigungsminister gesteht: „Wir waren nicht vorbereitet“

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Von: Stefan Krieger

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Russland gibt zu, dass man seitens des Militärs auf Putins Befehl zur Teilmobilisierung nur schlecht gerüstet war.

Moskau – Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte am Mittwoch, sein Land sei auf die von Präsident Wladimir Putin im vergangenen September angeordnete Teilmobilisierung nicht richtig vorbereitet gewesen.

Schoigu räumte bei einer Gesprächsrunde mit Putin und hochrangigen russischen Militärs ein, dass sein Ministerium in große Probleme geraten sei, nachdem der russische Präsident die Mobilisierung von 300.000 Reservisten für den Kampf in der Ukraine angeordnet hatte. Dies berichtet das Portal Newsweek.

Russische Teilmobilisierung im Ukraine-Krieg – Änderungen praktisch über Nacht

„Mit dem Beginn der Teilmobilisierung ist das russische Verteidigungsministerium auf gewisse Schwierigkeiten gestoßen“, so Schoigu in Moskau. Demnach mussten die organisatorischen und personellen Strukturen der militärischen Kommando- und Kontrollorgane und der Einheiten praktisch über Nacht komplett geändert werden.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu: Überrascht von Putins Befehl.
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu: Überrascht von Putins Befehl. © IMAGO/Sergei Fadeichev

Nachdem Putin am 21. September eine „partielle“ Mobilisierung des Militärs verkündet hatte, hatte Schoigu erklärt, Russland werde 300.000 Reservisten und ehemalige Militärangehörige mit „bestimmten militärischen Spezialisierungen und einschlägiger Erfahrung“ für den Einsatz im Ukraine-Konflikt rekrutieren. Ganz glatt verlief die Ausführung des Befehls dabei nicht.

„Das Ausbildungssystem für die Mobilisierung selbst war nicht vollständig an die neuen Verhältnisse angepasst. Daher stießen wir mit Beginn der Teilmobilisierung auf Schwierigkeiten bei der Alarmierung und Einberufung von Bürgern, die sich in der Reserve befanden. Alle Unzulänglichkeiten mussten sofort behoben werden“, erklärte Schoigu. Putin selbst hat eingeräumt, dass bei seiner Teilmobilisierung „Fehler“ gemacht wurden.

Russland im Ukraine-Krieg: Weitere Mobilisierung in Februar 2023?

Zuvor hatte es Berichte aus der Ukraine gegeben, dass eine neue Mobilisierungswelle in Russland für Februar 2023 erwartet wird. Der Kreml hat bislang solche Pläne für eine weitere Mobilisierungsphase dementiert. Moskau hatte Ende Oktober die Teilmobilisierung offiziell für beendet erklärt. US-Amerikanische Experten vom Institute for the Study of War (ISW) vertreten jedoch die Auffassung, dass Russland weiterhin „verdeckt“ Truppen mobilisiert.

Bei der ersten Kampagne waren nicht einsatzfähige Männer zum Militärdienst einberufen worden. Im Oktober wurde ein Moskauer Regierungsbeamter, der im Rahmen von Putins Mobilisierungserlass einberufen wurde, obwohl er keine Kampferfahrung hatte, in der Ukraine getötet.

Einige einberufenen Russen starben, noch bevor sie die Kampfgebiete erreicht hatte, während andere schon bei ihrem ersten Einsatz im Ukraine-Krieg ums Leben kamen, berichtet newsweek.com. Tausende von Russen wurden demnach fälschlicherweise mobilisiert und kehrten wieder nach Hause zurück, während in der Heimat Verantwortliche wegen Fehlern bei der Mobilisierung entlassen wurden. (skr)

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