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Russlands neue Waffe: Was gegen die Kamikaze-Drohnen helfen könnte

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Von: Vincent Büssow

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IRIS-T SLM Luftverteidigungssystem
Weil Russland die Ukraine mit Raketen und Kamikaze-Drohnen überflutet, will Deutschland die Luftverteidigung des Partnerlandes ausbauen. Das Flugabwehrsystem Iris-T ist dabei ein erster Schritt. (Archivbild) © Jörg Carstensen/dpa

Russland setzt im Ukraine-Krieg eine Flut an Raketen und Kamikaze-Drohnen ein. Eine neue Diskussion über Waffenlieferungen ist die Folge. Was kann helfen?

Kiew – Der Ukraine-Krieg ist in eine neue Phase eingetreten. Seit dem 10. Oktober überflutet Russland das Nachbarland mit Raketen und Drohnen, wobei immer wieder die Zerstörung von kritischer Infrastruktur wie Strom- und Wasserversorgung gemeldet wird. Besonderes Aufsehen kommt dabei den sogenannten Kamikaze-Drohnen iranischer Bauart vom Typ Shahed 136 zu. Unter Militär-Expert:innen ist nun eine Diskussion ausgebrannt, wie sich die Ukraine am besten gegen die Angriffe verteidigen kann.

Kampfpanzer waren gestern. Mittlerweile wird in der EU und in den USA vor allem über die Versendung von Luftabwehrsystemen an die Ukraine gesprochen. Auch Außenministerin Annalena Baerbock kündigte an, das Land infolge der massiven Raketen- und Drohnenangriffe auf Städte wie Kiew beim Ausbau ihrer Luftverteidigung zu unterstützen. Ein erster Schritt ist dabei mit der Lieferung des Flugabwehrsystems Iris-T bereits erfolgt. Es werden allerdings Stimmen laut, denen zufolge die aktuellen Maßnahmen nicht ausreichen.

News zum Ukraine-Krieg: Kamikaze-Drohnen – Deutschland liefert Luftverteidigungssystem

Deutschland, Frankreich, Spanien und die USA haben seit Beginn des Ukraine-Kriegs verschiedene Luftverteidigungssysteme an das Partnerland geliefert. Allerdings reichen diese, „für einen umfassenden Schutz noch nicht aus und erreichen die Ukraine spät und langsam“, kritisiert Nico Lange von der Münchner Sicherheitskonferenz und ehemaliger Chef des Leitungsstabs im Verteidigungsministerium.

Viele der gelieferten Systeme sind außerdem unerprobt oder nur in geringem Umfang verfügbar, berichtet der Spiegel. Die Regierung von Israel lehnt die Unterstützung der Ukraine mit der Lieferung von Luftabwehrsystemen derweil ab, um ihre Beziehungen zu Moskau nicht zu gefährden.

News zum Ukraine-Krieg: Verteidigung gegen Kamikaze-Drohnen

Militär-Experten diskutieren deshalb über Alternativen. Im Raum steht dabei vor allem der Flugabwehrkanonenpanzer Gepard, den Deutschland an die Ukraine liefert. Dieser könne eine Drohne wie die des Typen Shahed 136 aus einer Entfernung von 6000 Metern treffen, schreibt der ehemalige US-General Mark Hertling auf Twitter. Das Problem sei allerdings auch hier, dass zu wenige der Panzer zur Verfügung stehen, und diese an der Front im Ukraine-Krieg benötigt werden, wie der Verteidigungsexperte von der Denkfabrik European Council on Foreign Relations, Gustav Gressel, auf Twitter schreibt.

Ihm zufolge seien tragbare Luftabwehrsysteme die bessere Lösung, da diese auf Häuserdächern positioniert werden können. Außerdem können laut Gressel günstige Waffen wie Störsender gegen vor den aktuellen Angriffen schützen. (vbu mit dpa)

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