1. Startseite
  2. Politik

Ex-Abgeordneter der Ukraine ermordet: Überläufer stirbt an Schussverletzung

Erstellt:

Von: Nadja Austel

Kommentare

July 28, 2022, Kyiv, Ukraine: Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy, delivers his address celebrating Ukrainian Stateh
Ex-Abgeordneter der Ukraine ermordet: Überläufer erleidet Schussverletzung © IMAGO/Ukrainian Presidential Press Off

Einstiger Abgeordneter im Parlament der Ukraine: Alexej Kowalew hatte sich den Besatzern aus Russland angeschlossen. Jetzt stirbt er bei einem Anschlag.

Kiew – In der Region Cherson im Süden der Ukraine ist ein ehemaliger Abgeordneter der ukrainischen Regierung erschossen worden, so berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti. Alexej Kowalew war 2019 zum Abgeordneten der Region Cherson gewählt worden und hatte sich im ukrainischen Parlament der Gruppe um Präsident Wolodymyr Selenskyj angeschlossen.

Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges und der Eroberung der Region Cherson durch Russland hatte er sich der Verwaltung der Besatzungstruppen angeschlossen. Ende Juni soll er bereits einen Anschlagsversuch überlebt haben, so der Bericht der Ukrainska Pravda. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, es habe sich dabei um einen Sprengstoffanschlag gehandelt.

Ex-Abgeordneter der Ukraine ermordet – Russland ermittelt

Russische Ermittler teilten demnach am Montag (29. August) im Nachrichtendienst Telegram mit, der 33-Jährige sei gestorben, nachdem er von Kugeln getroffen worden sei. Nach Angaben des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation starb Kowalew an den Folgen der Schussverletzung, die er bereits am 28. August an seinem Wohnort erlitten habe. Eine junge Frau, die mit ihm zusammenlebte, wurde ebenfalls getötet, so der Bericht der Ukrainska Pravda weiter.

Wie die dpa meldet, habe es sich bei der jungen Frau um Kowalews Partnerin gehandelt. Sie sei nach ukrainischen Angaben infolge einer Messerverletzung im Krankenhaus verstorben. In den vergangenen Monaten wurden laut der Nachrichtenagentur Agentur France-Presse (afp) in den besetzten Gebieten der Ukraine bereits mehrere von den russischen Truppen ernannte ukrainische Funktionäre bei Anschlägen verletzt oder getötet.

Ein Großteil der Region Cherson und ein Teil der Region Saporischschja sind unter Kontrolle des Kreml, der dort eine Politik der Russifizierung betreibt – vermutlich mit Blick auf eine mögliche Annexion des Gebietes. Moskau führt dort bereits den russischen Rubel als Währung ein und ermutigt die Bewohner, sich einen russischen Pass ausstellen zu lassen.

Ukraine – Großoffensive gegen Russland startet

Die Ukraine hat eine Großoffensive zur Rückeroberung der seit Monaten von russischen Truppen besetzten Region Cherson im Süden des Landes gestartet. In der gesamten Region liefen „starke Artillerieangriffe auf feindliche Stellungen“, sagte Serhij Chlan, Abgeordneter und Berater des Regionalgouverneurs, am Montag. Unterdessen machten sich Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf den Weg zum von russischen Soldaten besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja.

„Dies ist die Verkündung dessen, worauf wir seit dem Frühling gewartet haben – der Anfang vom Ende der Besatzung in der Region Cherson“, sagte Chlan dem Fernsehsender Pryamyj TV. Ziel der Offensive ist es demnach, die russischen Truppen auf das andere Ufer des Dnipro zurückzudrängen und die Stadt Cherson zurückzuerobern.

Ukraine-Krieg: Gegenoffensive laut Russland erfolglos

Gegenüber der Nachrichtenagentur afp sprach er von einem „vorbereiteten, ausgewogenen Beginn einer Gegenoffensive“ und erklärte, ukrainische Flugzeuge seien am Montag „entlang der gesamten Frontlinie“ im Einsatz. Die ukrainische Militärgruppe „Kachowka“ erklärte auf Facebook, sie habe „den Rückzug“ einer Kampfeinheit pro-russischer Separatisten von ihren Stellungen in der Region beobachtet.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte hingegen, die ukrainischen Gegenoffensiven in den Regionen Cherson und Mykolajiw seien „kläglich gescheitert“ und die Ukrainer hätten „schwere Verluste“ erlitten. Russlands Armee habe 26 Panzer, 32 gepanzerte Fahrzeuge und zwei Kampfflugzeuge der Ukrainer zerstört. Die Ukraine habe zudem mehr als 560 Soldaten verloren, hieß es von russischer Seite. Die Angaben der Kriegsparteien können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. (na/dpa/afp)

Auch interessant

Kommentare