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Truppenaufmarsch

Ukraine-Konflikt: Russland baut militärische Präsenz rund um die Ukraine aus

  • Tobias Möllers
    VonTobias Möllers
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Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine nehmen zu. Berichten zufolge weitet Russland seinen Einfluss im Schwarzen Meer und an der Grenze zur Ukraine aus.

Update von Dienstag, 20.04.2021, 13.58 Uhr: Laut einem Bericht der US-Nachrichtenseite Axios soll Russland Militärübungen in der Nähe von Handelsschifffahrtswegen im Schwarzen Meer durchgeführt haben. Dies, so geht aus einem internen Dokument des ukrainischen Verteidigungsministeriums hervor, sei geeignet, die ukrainische Wirtschaft zu drangsalieren. Die Gesamtfläche der russischen Militärübungen soll sich über 27 Prozent des Schwarzen Meeres erstrecken. Experten deuten den sich stetig erhöhenden Anteil als Zeichen für russische Bemühungen, de facto die Kontrolle über das internationale Gewässer zu erlangen.

Grund zur „größten Besorgnis“ seien laut eines hochrangigen EU-Diplomaten jedoch nicht die Aktivitäten Russlands im Schwarzen Meer. An der Grenze zur Ostukraine sollen inzwischen mehr als 150.000 russische Soldaten zusammengezogen worden sein. Dies bedeute, dass die russischen Streitkräfte ihre Präsenz rund um die ukrainische Grenze derart ausweiten, dass „düsterere Absichten als eine einfache Machtdemonstration“ denkbar seien.

Ukraine-Konflikt mit Russland: Britische Kriegsschiffe steuern auf Schwarzes Meer zu

Erstmeldung von Montag, 19.04.2021, 11:27 Uhr: London/Istanbul - Im Ukraine-Konflikt wachsen angesichts eines starken russischen Truppenaufmarsches entlang der Grenze die Sorgen vor einer erneuten Eskalation. Nach Schätzungen der USA hat Russland zuletzt 15.000 bis 25.000 Soldaten auf die annektierte Halbinsel Krim und in Richtung der ukrainischen Grenze bewegt. Der Truppenaufmarsch gilt als der größte seit der Annexion der Krim 2014.

Ende der vergangenen Woche hatten außerdem Berichte für Aufregung gesorgt, nach denen Russland im Schwarzen Meer ein Manöver abhalten und dafür bis zum 31. Oktober bestimmte Seegebiete absperren will. Ein ranghoher EU-Beamter sprach von einer „äußerst besorgniserregenden Entwicklung“. Seinen Worten zufolge ist davon auszugehen, dass die im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen verankerten Durchfahrtsrechte eingeschränkt und die internationale Schifffahrt behindert würde.

Ukraine-Konflikt: Großbritannien schickt Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

Darauf reagiert nun auch Großbritannien. Wie die Times berichtet, sollen britische Kriegsschiffe ins Schwarze Meer segeln. Der Einsatz ziele darauf ab, Solidarität mit der Ukraine und mit Großbritanniens NATO-Verbündeten zu zeigen, so die Zeitung. Bei den Kriegsschiffen handele es sich um einen mit Flugabwehrraketen bewaffneten Zerstörer vom Typ 45 und um eine U-Boot-Fregatte vom Typ 23. Die Schiffe sollen die Flugzeugträger-Einsatzgruppe der Royal Navy im Mittelmeer verlassen und durch die Meerenge von Istanbul (Türkei) ins Schwarze Meer fahren.

Ein britischer Soldat beobachtet einen russischen Schiffsverband. Im Schwarzen Meer nehmen die Spannungen im Ukraine-Konflikt zu (Symbolbild). 

Demnach würden auch RAF F-35B Kampfjets und U-Boot-Jagdhubschrauber auf dem Flaggschiff der Task Group, dem Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth, bereitstehen, um die Kriegsschiffe im Schwarzen Meer zu unterstützen, so der Bericht weiter.

Russische Landungsschiffe erhöhen die Spannungen im Ukraine-Konflikt

Unterdessen durchquerten zwei Landungsschiffe der russischen Nordflotte, die in der Lage sind, Panzer zu transportieren und bei Küstenangriffen Panzer und Truppen zu liefern, am Samstag (17. 04.2021) die Meerenge von Istanbul. Die Einfahrt ins Schwarze Meer verfolgte ein Reuters-Reporter in Istanbul als Augenzeuge. Von zwei weiteren Landungsschiffen, diesmal von der russischen Baltischen Flotte, wird erwartet, dass sie die Straße von Istanbul in Kürze passieren. Die Nachrichtenagentur RIA berichtete am 17. April außerdem, dass 15 kleinere Schiffe der russischen Kaspischen Flottille im Rahmen einer Übung ins Schwarze Meer verlegt wurden.

Als weiteres Zeichen der erhöhten Spannungen in der Region durchquerte ein Schiff mit Logistik-Lkws und Ausrüstung für die NATO-Truppen in Rumänien am Abend des 16. April den Bosporus, wie der gleiche Reuters-Reporter sah. Die USA hatten hingegen nach Beschwerden Russlands die Entsendung zweier Kriegsschiffe ins Schwarze Meer türkischen Angaben zufolge abgesagt.

Ukraine-Konflikt: Macron fordert „klare rote Linien“ für Russland

Mit Blick auf die zunehmenden Spannungen in der Region sagte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview, dass die internationale Gemeinschaft „klare rote Linien mit Russland definieren“ müsse. Macron sagte, die Welt müsse Moskau klar machen, dass sie zwar einen „offenen und freimütigen Dialog“ bevorzuge, aber nicht davor zurückschrecken werde, nach einem „inakzeptablen Verhalten“ Sanktionen zu verhängen. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Russland auf, seine Truppen von der ukrainischen Grenze abzuziehen.

Auch der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, rief zu einer „unmissverständlichen Botschaft an die russische Führung“ auf. Beinahe täglich spitze sich die Lage „besorgniserregend zu“, so Weber. Russlands Präsident Wladimir Putin versuche, „eine glaubhafte Bedrohung aufzubauen und ein Bild der Stärke abzugeben“. 

EU-Außenminister beraten über Zuspitzung im Ukraine-Konflikt

Die Außenminister der 27 EU-Staaten beraten an diesem Montag über die jüngste Zuspitzung des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland. Zu der Videokonferenz soll auch der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba zugeschaltet werden. Sein Land fordert von der EU mehr Unterstützung, etwa durch neue Sanktionen gegen Russland. Bislang ist die EU dem aber nicht nachgekommen, um die Spannungen nicht weiter anzuheizen. (Tobias Möllers)

Rubriklistenbild: © Mikhail Metzel via www.imago-images.de

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