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Getreide-Krise durch Ukraine-Krieg: Rumänen überlastet - Türkei und Frankreich legen Pläne vor 

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Von: Lucas Maier

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Der Ukraine-Krieg beeinträchtigt den Getreide-Export weiterhin. In Rumänien wird die Lage immer schwieriger. Frankreich und Türkei legen verschiedene Pläne vor.

Constanta - In Rumänien gerät die Hafenstadt Constanta an ihre Grenzen. Durch die Stadt am Schwarzen Meer kommen die Getreide-Lieferungen aus der Ukraine. Wegen des Ukraine-Krieges müssen die Lieferungen auf die Route über Constanta ausweichen, wie die dpa schreibt.

Der Staatspräsident von Rumänien, Klaus Iohannis, sprach zuletzt von einer „logistischen Herausforderung von epischem Ausmaß“. Die Lieferungen kommen über LKWs und den Schwarzmeer/Donau-Kanal nach Constanta. Unterdessen hat sowohl Frankreich als auch die Türkei jeweils einen Plan vorgelegt.

Ukriane-Krieg: Türkei und Frankreich mit verschiedenen Plänen für Getreide-Export

Der Export von Getreide aus der Ukraine hat längst weitreichende Ausmaße. Emmanuel Macron und die Regierung unter Recep Tayyip Erdogan haben unterschiedliche Ansätze ausgearbeitet, um das Problem zu lösen. Die Türkei schlägt sichere Routen aus drei Häfen der Ukraine vor. Der Haken: Es wird davon ausgegangen, dass die Häfen mit rund 4000 Minen vermint sind, wie die britische Tageszeitung The Guardian schreibt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagte hierzu: „Da die Standorte der Minen bekannt sind, würden an drei Häfen bestimmte Sicherheitslinien eingerichtet.“ Wieder drängt sich die Türkei in eine „Vermittler“-Rolle. Der Plan der Türkei sieht vor, dass Beamte unter türkischer Kontrolle im Auftrag von Russland die Schiffe nach geschmuggelten Waffen durchsuchen könnten. Moskau gefällt das. David Arakhamia, Mitglied des ukrainischen Verhandlungsteams, sprach in Washington davon, dass das Entminen zwei Wochen beanspruchen würde. Er sieht keine Hoffnung für diesen Plan, wie der Guardian schreibt.

Ukraine-Krieg: Macrons Weg für das Getreide geht über Schiene und Donau

Vor dem Hintergrund der aktuellen Belastungssituation in der Hafenstadt Constanta erscheint das Vorhaben von Frankreich ebenso wenig zielführend. Der Staatspräsident Macron hat zuletzt auf eine Verdopplung der Land- und Schienenwege gedrängt.

„Odessa ist ein paar Dutzend Kilometer von Rumänien entfernt, und durch Rumänien [würden] wir Zugang zur Donau und zur Eisenbahn haben. Wir sind dabei, eine Art Verbindungspunkt zu schaffen, an dem wir dieses Getreide viel stärker, schneller und massiv exportieren könnten als heute“, sagte Macron laut Guardian.

Getreide-Export: Russland und Ukraine schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Bis zuletzt wurde eine geplante UN-Resolution zur Überwachung der Getreide-Lieferungen über das Schwarze Meer durch Russland verhindert. Macron zweifelt weiterhin an der Möglichkeit einer UN-Resolution, wie der Guardian berichtet. Ohne UN-Sicherheitsgarantien, wäre die Ukraine jedoch nicht bereit, russischen Frachtschiffen den Zugang zu ihren Häfen zu ermöglichen. Auch die Afrikanische Union hat Kiew bereits dazu aufgerufen, die Minen zu entfernen.

Die Ukraine fordert immer wieder von Russland, die blockierten Häfen und Schiffe freizugeben, um Getreide exportieren zu können, wie die dpa schreibt. Zuletzt hatte Russland seine Bereitschaft zur Kooperation erklärt. Kremlsprecher Dmitri Peskow befürwortete gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, den Vorschlag der Türkei. Russland sieht die Schuld für die aktuelle Export-Krise bei der Ukraine, die ihre Häfen vermint habe. Die Ukraine fürchtet im Falle der Räumung dieser, einen Angriff auf ihre Küsten und Häfen. (Lucas Maier)

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