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Putins Bluthund Kadyrow stolpert durch bizarres Propagandavideo

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In einem bizarren Propagandavideo stolpert Ramsan Kadyrow durch eine karge Landschaft und schießt Maschinengewehrsalven in die Luft.
In einem bizarren Propagandavideo stolpert Ramsan Kadyrow durch eine karge Landschaft und schießt Maschinengewehrsalven in die Luft. © Screenshot Youtube

Tschetschenenführer Ramsar Kadyrow postet ein altes Video mit einen kampfeslustigen Text auf Telegram. Doch das Internet spottet.

Moskau – Mit dramatischer Musik, aneinander geschnittenen Videosequenzen in Farbe, Schwarzweiß und Rotfilter hat der prominente tschetschenische Putin-Unterstützer Ramsan Kadyrow am Mittwochabend (14. Dezember) ein Propagandavideo auf die Nachrichtenplattform Telegram gestellt. Wofür genau er mit dem Clip, zu dem er ein blutrünstiges Gedicht zitiert, werben möchte – für sich selbst, die russische Waffenbaureihe Kalaschnikow, oder doch den Ukraine-Krieg – lässt er dabei sein Publikum entscheiden.

In dem 30 Sekunden langen – augenscheinlich schon einige Jahre alten – Video ist Kadyrow in Militäruniform zu sehen, wie er, die Kalaschnikow im Arm, durch ein Tal zwischen steil abfallenden Bergen läuft. Immer wieder fangen Sequenzen den rennenden Vertrauten von Wladimir Putin in Zeitraffer ein, als sei er der Hauptdarsteller eines Action-Films. Und immer wieder ist zu sehen, wie Kadyrow sichtlich außer Atem den ein oder anderen gejoggten Schritt verstolpert. Ihm dicht auf den Fersen fährt eine Kohorte aus acht Geländefahrzeugen in Militäroptik.

Eigenwilliges Telegram-Video von Ramsar Kadyrow ist wohl Kriegspropaganda

Nach einigen gelaufenen Metern bleibt Kadyrow in dem Video stehen, zielt mit seiner Kalaschnikow in die Luft und feuert lachend Gewehrsalven ab, während er sich um die eigene Achse dreht. Die Autos haben inzwischen einen Kreis gebildet und fahren mit einigem Abstand um den Star des Clips herum. Einige Beifahrer feuern dabei ebenfalls mit Gewehren in die Luft. Neben über 700.000 Likes auf seinem Telegram-Kanal erntete Kadyrow im Rest des Internets, etwa auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, vor allem Spott.

Der 46-jährige Kadyrow wurde vor knapp 15 Jahren als Wladimir Putins Wunschkandidat zum Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien gewählt, der er inzwischen offiziell als „Oberhaupt“ vorsteht. In dieser Funktion wurde ihm immer wieder vorgeworfen, eine Verletzung von Menschenrechten angeordnet oder zumindest geduldet zu haben. Sein eigenwilliger Ruf hat ihm den Spitznamen „Putins Bluthund“ eingebracht – den russischen Präsidenten unterstützt Kadyrow bei vielen Positionen, auch im Ukraine-Krieg.

Propagandavideo mit Kampfansage: Kadyrow erinnert an Alpenschlacht 1799

Eine Andeutung, dass es ihm auch bei dem alten Video in seinem Telegram-Kanal um den Ukraine-Konflikt geht, gibt das Gedicht, das er auf russisch dem geposteten Video zur Seite gestellt hat. Laut einem Bericht der US-Nachrichtenseite The Daily Beast gehe es im Text neben dem Kampfesgeist der Tschetschenen auch um ein „Mitnehmen“ des Gotthard. Die Anspielung bezieht sich wohl auf eine Schlacht russischer Truppen 1799 im Konflikt mit Frankreich in den Schweizer Alpen bei Göschenen. Die NZZ bezeichnete die Militäroperation in einem Bericht einmal als „taktisch brillant, militärisch wirkungslos und menschlich eine Katastrophe“. Über ein Viertel der beteiligten 22.000 Soldaten seien dabei ums Leben gekommen.

Ungeachtet dessen ruft der Text scheinbar zum Kampf auf und betont immer wieder den Glauben der Kämpfer und dass Orthodoxe und gläubige Muslimen (darunter viele Tschetschenen) zusammenhalten müssten. Eine automatische Übersetzung ergibt außerdem Sätze wie „Der tschetschenische Wolf ist bereit für ein Massaker!“ (ska)

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