Ukraine-Krieg

Schwere Verluste für Russland – Ukrainisches Militär nennt neue Details

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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    Daniel Dillmann
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Sowohl auf der Seite von Russland als auch der Ukraine gibt es schwere Verluste. Ein US-Beamter äußert sich über den ukrainischen Rückzug aus Sjewjerodonezk.

  • Kämpfe im Osten: Der Ukraine-Krieg wird im Osten des Landes zu einem erbitterten Stellungskrieg.
  • Kampfs ums Schwarze Meer: Die Ukraine meldet einen erfolgreichen Angriff auf Einheiten Russlands, die auf der Schlangeninsel stationiert sind.
  • Russlands Verluste: Neuigkeiten und einen Überblick über russische Verluste im Ukraine-Konflikt in unserem Newsticker.

+++ 13.30 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat sein täglichen Zahlenupdate veröffentlicht. Die Statistik listet unter anderem die Verluste Russlands auf. Demnach sind bereits 34.700 Streitkräfte gefallen. Nicht nur personell, sondern auch materiell gibt es allerdings Verluste auf russischer Seite zu beklagen. Mehr als 1500 Panzer, über 200 und mehr als 180 Helikopter sind laut Statistik zerstört worden. Die Angaben sind einerseits nicht überprüfbar und stammen andererseits von einer Kriegspartei. Die Zahlen der Nato liegen deutlich darunter. Von russischer Seite aus gibt es dazu kein Statement. Der Kreml kommentiert Verlustezahlen seit Wochen nicht mehr.

Ein zerstörter russischer Panzer nördlich von Charkiw in der Ostukraine.
  • Soldaten: 34.700
  • Panzer: 1511
  • Panzerkampfwagen: 3645
  • Artilleriesysteme: 764
  • Mehrfach-Raketenwerfersysteme: 241
  • Luftabwehrsysteme: 99
  • Flugzeuge: 217
  • Hubschrauber: 184
  • Unbemannte Kampfdrohnen: 626
  • Schiffe: 14
  • Autos und andere Fahrzeuge: 2560
  • Stand: Samstag, 25. Juni 2022
  • Die Angaben zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg stammen vom ukrainischen Verteidigungsministerium. Sie lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Kreml selbst macht nur sehr wenig Angaben zu eigenen Verlusten.

Update vom Samstag, 25. Juni, 06.30 Uhr: Der ukrainischen Armee ist es offenbar gelungen, dem russischen Militär weitere Verluste im Süden des Landes zuzufügen. Das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet mit Bezug auf das ukrainische Einsatzkommando „Süd“, dass 46 russische Soldaten getötet wurden. Zudem seien zwei Panzer, mehrere gepanzerte Militärfahrzeuge und Haubitzen zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Der Ukraine-Krieg in Bildern - Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp

+++ 18.45 Uhr: Laut CNN versuchen ukrainische Streitkräfte, die sich aus Sjewjerodonezk zurückziehen, sich neu zu orientieren. „Die ukrainischen Streitkräfte führen einen professionellen, taktischen Rückzug durch, um ihre Positionen zu sichern, in denen sie sich besser verteidigen können“, so ein hoher US-Beamter in einem Hintergrundgespräch mit dem US-Sender.

Demnach gewinne die russische Armee im Donbass immer noch „Zentimeter für Zentimeter an Territorium“. Zugleich bezeichnete er den russischen Vorstoß auf Sjewjerodonezk als einen „sehr kleinen, sehr schrittweisen Gewinn“. Er wolle dabei jedoch weder den „bedeutenden“ Prozentsatz des Territoriums, das Russland in der Ukraine kontrolliert, noch den Verlust ukrainischer Leben herunterspielen.

Verluste im „Zermürbungskrieg“: Tote und Verletzte nach Luftangriff in Donezk

+++ 17.20 Uhr: In der Nacht des 24. Juni griff das russische Militär nach ukrainischen Angaben die Stadt Kostjantyniwka in der Region Donezk an. Bei dem Raketenangriff wurde eine Feuerwehrwache getroffen. Vier Rettungskräfte wurden verletzt, eine Person starb. Das bestätigte unter anderem die örtliche Polizei. In Folge des Bombardements wurden zudem 22 Wohnhäuser sowie 14 soziale Einrichtungen zerstört.

Ukraine-News: Russlands Verluste in der Übersicht

Die ukrainischen Truppen verteidigen sich gegen die russischen Besatzer. Auf Russlands Seite gibt es ebenfalls erneut Verluste im Ukraine-Krieg:

Ukraine News: Zahlreiche Menschen bei russischem Angriff verletzt

+++ 15.50 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die Region Mykolajiw wurden ukrainischen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden 17 Menschen verletzt. Gleich mehrere Siedlungen wurden beschossen, berichtete die Vorsitzende des Regionalrats, Hanna Zamazieeva. Bei dem Angriff seien vor allem Wohngebäude und andere Infrastruktur beschädigt worden. Derzeit würden 266 verletzte Zivilistinnen und Zivilisten in Krankenhäusern in der Region behandelt werden, so Zamazieeva weiter.

+++ 13.52 Uhr: Russland erleidet im Ukraine-Krieg weitere Verluste. Einem Bericht des Nachrichtenportals Kiyv Independent zufolge hat das Militär der Ukraine 44 russische Soldaten im Süden der Ukraine getötet. Darüber hinaus soll das Einsatzkommando „Süd“ in den vergangenen 24 Stunden fünf Angriffe auf russische Stellungen durchgeführt haben und dabei militärisches Gerät, wie Haubitzen und gepanzerte Fahrzeuge, zerstört haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Russlands Verluste in der Ukraine: Elf gepanzerte Fahrzeuge zerstört

+++ 09.40 Uhr: Russland erleidet im Ukraine-Krieg offenbar weitere Verluste. Laut Informationen des Nachrichtenportals Newsweek hat eine ukrainische mechanisierte Brigade am Donnerstag in der Ostukraine mehrere russische Militärfahrzeuge zerstört. Die Aufnahmen der 93. mechanisierten Brigade der Ukraine zeigen offenbar mehrere Fahrzeuge, die in der Region Charkiw in der Ostukraine von ukrainischen Geschützen getroffen werden. In einer kurzen Erklärung der Einheit heißt es: „Die 93. Cold Yar Brigade zerstörte elf Einheiten feindlicher Ausrüstung, darunter Panzer, Schützenpanzer und Lynx-Kampffahrzeuge.“

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte meldete, dass Russland zwischen dem 24. Februar und dem 23. Juni rund 34.430 Soldaten, 1.504 Panzer, 3.632 gepanzerte Kampffahrzeuge, 756 Artillerieeinheiten, 240 Mehrfachraketen, 99 Luftabwehrsysteme, 216 Kampfflugzeuge, 183 Hubschrauber, 620 Drohnen, 137 Marschflugkörper, 14 Kriegsschiffe, 2.548 Kraftfahrzeuge und Tankwagen verloren hat.

Russlands Verluste im „blutigen Zermürbungskrieg“: Prorussische Truppen verlieren die Hälfte der Streitkraft

Update vom 24.06.2022, 07.30 Uhr: Russlands Bemühungen um die Eroberung von Sievierodonetsk und Lyssytschansk - den beiden unter ukrainischer Kontrolle verbliebenen Städten in Luhansk – haben sich zu einem blutigen Zermürbungskrieg entwickelt, bei dem beide Seiten schwere Verluste hinnehmen müssen. Moskau ist es in den letzten zwei Wochen gelungen, stetige Gewinne zu erzielen. „Die Kämpfe steuern auf eine Art furchterregenden Höhepunkt zu“, so ein russischer Militärvertreter

Die russischen Streitkräfte versuchen, die ukrainischen Truppen, die Lyssytschansk verteidigen, einzukesseln. Dies sagte der hochrangige ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Gromow am Donnerstag in einem Briefing. Serhij Haidai, der Gouverneur der Region Luhansk, einer der beiden Regionen im östlichen Donbass, fügte hinzu, dass die russischen Streitkräfte bei ihrem Vormarsch erfolgreich gewesen seien.

Berichte: Verluste der Russen liegen bei 55 Prozent

+++ 22.00 Uhr: Obwohl Russland keine offiziellen Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg macht, gibt es Hinweise darauf, dass diese außergewöhnlich hoch ausfallen. Dies lässt sich aus den selbst veröffentlichten Opfer-Zahlen der selbsternannten Volksrepublik Donezk schließen, die mit Russland gegen die Ukraine kämpft. Angaben des britischen Geheimdienstes zufolge liegen die Verluste dort bei etwa 55 Prozent der gesamten Streitkraft.

+++ 18.15 Uhr: Zwei Saboteure der russischen Seite sollen in Kiew festgenommen worden sein. Dies teilte ein leitendes Mitglied des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte über das Ukraine Media Center mit. Die beiden Staatsbürger der Ukraine stehen im Verdacht, mit Kämpfern der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk zusammenzuarbeiten. Bei den Verdächtigen wurden Bilder des Eisenbahnnetzwerkes der Ukraine gefunden.

Schwere Verluste: Russland könnten bald Munition und Truppen ausgehen

Auf der ukrainischen Seite wurde währenddessen der Tod des Volkshelden Andrii Verkhohliad gemeldet. Der Oberleutnant wurde am Donnerstag (23. Juni) im Gefecht getötet, wie The Kiev Independent auf Twitter meldete. Verkhohliad kämpfte bereits vor der Eskalation im Ukraine-Konflikt diesen Jahres im Donbass und wurde mit dem Orden von Bohdan Khmelnytsky ausgezeichnet.

+++ 15.20 Uhr: Die Ukraine hat heute neue Daten zu den russischen Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs sind seit Beginn des Einmarschs am 24. Februar insgesamt 34.430 russische Soldaten gefallen oder verwundet worden. Von russischer Seite sind nur Zahlen vom 25. März bekannt. Die russische Agentur Interfax sprach damals unter Berufung auf das Verteidigungsministerium von 1351 gefallenen und 3825 verwundeten russischen Soldaten.

Boris Johnson überzeugt: Russland gehen bald Waffen aus

+++ Update vom Donnerstag, 23. Juni, 12.30 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist davon überzeugt, dass Russland im Ukraine-Krieg bald Waffen und Truppen ausgehen. Johnson verweist dabei auf die Einschätzung des britischen Geheimdienstes, der demnach davon ausgeht, dass Russlands Militär bald nicht mehr zu einer Offensive fähig sein könnte. „In den nächsten paar Monaten“ könnte Russland an den Punkt kommen, „an dem es keine Vorwärtsdynamik mehr hat, weil es seine Ressourcen erschöpft hat“, sagt Johnson der Süddeutschen Zeitung und anderen Blättern in einem Interview. „Dann müssen wir den Ukrainern helfen, die Dynamik umzukehren.“

+++ 16.30 Uhr: In den besetzten Gebieten der Ost-Ukraine hält der Widerstand gegen Russland an. Sowohl die russische Armee als auch die verbündeten Separatisten sind immer wieder partisanenartigen Angriffen ausgesetzt. In Tschornobajiwka, einem kleinen Dorf nahe Cherson, wurde auf das Auto von Yurii Turulov, eines von Russland eingesetzten Bürgermeisters, ein Anschlag verübt. Turulov bliebt dabei unverletzt. Das berichtet die Zeitung Ukrainska Pravda.

+++ 15.15 Uhr: Bei einer Explosion im Oblast Wladimir unweit der Hauptstadt Moskau haben vier Menschen ihr Leben verloren. Die Detonation soll sich in einem Munitionslager ereignet haben. Unter den Opfern befinden sich drei Soldaten und ein ziviler Spezialist. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur TASS. Die Ursache für die Explosion soll ein Unfall bei der Verldagung von Munition gewesen sein, die an die Front des Ukraine-Kriegs hätte geliefert werden sollen.

Ukraine-News: Schwere Verluste für Russlands Schwarzmeerflotte

Erstmeldung vom Mittwoch, 22. Juni, 13.15 Uhr: Kiew – Den Streitkräften der Ukraine ist es offenbar gelungen, der russischen Flotte empfindliche Verluste zuzufügen. Laut Angaben des Oberbefehlskommandos im Süden des Landes habe man den Einheiten Russlands, die auf der Schlangeninsel stationiert sind, erheblichen Schaden zufügen können.

Satellitenbilder, bereitgestellt von Maxar Technologies, bestätigen, dass es auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer zu heftigen Kämpfen gekommen sein muss. Auf Teilen der Insel sind deutlich großflächige Verwüstungen zu erkennen. Laut Recherchen der Daily Mail soll zudem mindestens ein Kontrollturm der russischen Arme vernichtet worden sein.

Ukraine-News: Russland erleidet Verluste auf Schlangeninsel

Russland hatte in den vergangenen Tagen Drohnenangriffe auf eigene Truppen, die wiederum auf der Schlangeninsel stationiert sind, eingeräumt. Laut der Militärführung in Moskau habe man die Drohnen jedoch abschießen können, bevor diese in der Lage gewesen seien, größeren Schaden anzurichten.

Tage vor dem besagten Angriff hatte die Ukraine der russischen Schwarzmeerflotte bereits schwere Verluste zugefügt. Laut Angaben aus Kiew habe man mithilfe von sogenannten Harpoon-Raketen einen Schlepper der russischen Flotte vernichtet. Vor einigen Wochen gelang es zudem, das Flaggschiff der russischen Marine, den Lenkwaffenkreuzer Moskva, im Schwarzen Meer zu versenken.

News aus dem Ukraine-Krieg: Russland rückt vor, doch muss Verluste hinnehmen

Währenddessen gelingt es Russland zwar im Osten der Ukraine weiter vorzurücken, doch erleidet die Armee von Präsident Wladimir Putin dabei immer höhere Verluste. Schenkt man den Angaben aus Kiew Glauben, dann sind bereits mehr als 34.000 russische Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen.

Vor allem dank der Lieferung neuer Waffensysteme hofft die Ukraine darauf, Russland in naher Zukunft empfindliche Verluste zufügen zu können. Die Haubitzen, die Deutschland in die Ukraine geliefert hatte, befänden sich bereits an der Front, sagte ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Daneben haben die USA die Lieferung weiterer Harpoon-Raketensysteme angekündigt. (dil)

Rubriklistenbild: © Mstyslav Chernov/AP/dpa

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