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„Nennt mir Ort und Zeit!“: Kadyrow wütet gegen „dummen“ Geheimdienst

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Von: Tim Vincent Dicke

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Mit geballter Faust voran: „Putins Bluthund“ Ramsan Kadyrow
Mit geballter Faust voran: „Putins Bluthund“ Ramsan Kadyrow liebt es, markige Ankündigungen auf Telegram zu machen. © Vladimir Astapkovich/imago

„Die SBU kann mich irgendwie nicht finden“: Kadyrow lacht über den Geheimdienst der Ukraine – der will den Putin-Vertrauten schnappen.

Grosny – Der Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat sich über den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU lustig gemacht. Dieser hatte „Putins Bluthund“, wie Kadyrow von vielen Medien betitelt wird, inmitten des Ukraine-Konflikts zuvor zur Fahndung ausgeschrieben.

„Der SBU kann mich irgendwie nicht finden. Die ganze Welt weiß, dass ich im Zentrum von Grosny bin, und der dumme Sicherheitsdienst der Ukraine hat mich zum x-ten Mal auf die Fahndungsliste gesetzt“, wetterte der Grosny-Statthalter von Kreml-Chef Wladimir Putin am Mittwoch (16. November). Die Äußerungen machte er beim Messengerdienst Telegram. Seinem Kanal, der mit markigen Worten nur so trieft, folgen mehr als drei Millionen Menschen.

Ukraine-Krieg: „Putins Bluthund“ Kadyrow hält Tirade

Dann legte sich der 46-Jährige explizit mit Beamten des ukrainischen Nachrichtendienstes an – und forderte sie zu einem Treffen heraus. „Ich habe es schon einmal gesagt und werde es wieder sagen: SBU-Jungs, nennt mir einen Ort und eine Zeit! Es ist nicht nötig, mich zu suchen.“ Übrigens sei er schon „ein paar Mal“ in der Ukraine gewesen, aber niemand vom SBU habe sich die Mühe gemacht, ihn zu finden.

Der SBU hatte Kadyrow kurz vor dem Telegram-Post auf die „Wanted“-Liste gesetzt. Dies geht aus einer Datenbank des ukrainischen Innenministeriums hervor, die sich im Internet einsehen lässt. Der Tschetschenenführer fällt laut den Behörden in die Kategorie „Person, die sich vor den Ermittlungsbehörden versteckt“.

Offenbar würden die Ukrainer:innen ausschließlich im Internet recherchieren, schrieb Kadyrow. Russlands Geheimdienst habe ihm mitgeteilt, „dass der SBU keine wirklichen operativen Maßnahmen ‚vor Ort‘ ergreifen wird und kann“.

Russland: Kadyrow mit zynischem Spruch

„Der Strom wird regelmäßig abgestellt und es ist sehr schwer, unter solchen Bedingungen zu arbeiten. Auch die Luftschutzsirenen sind immer störend“, witzelte der Putin-Verbündete zynisch. Die russischen Streitkräfte greifen seit Wochen massiv die Energie-Infrastruktur der Ukraine an. Am Dienstag (15. November) blieben nach schweren russischen Raketenangriffen mehr als sieben Millionen Haushalte ohne Strom.

Der mit harter Hand herrschende Machthaber ist für seine kernigen Ansagen und Kommentare bestens bekannt. Am Dienstag (15. November) erst hatte Kadyrow gegen „mobilisierte Rentner“ im Ukraine-Krieg gewütet. Zudem griff er die Führung in Kiew an: „Die ukrainischen Behörden sind nicht in der Lage, Bedingungen zu diktieren. Wir haben unsere eigenen Bedingungen, und die sind viel realistischer.“ (tvd)

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