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Frust an der russischen Front: Soldaten müssen in „Aluminiumdosen“ fahren

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Von: Nail Akkoyun

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Alte Panzer aus belarussischen Beständen und fehlende Ersatzteile: Während die eigenen Soldaten in „Aluminiumdosen“ fahren, muss Russland für Nachschub sorgen.

Moskau/London – Nach enormen Verlusten fehlen Russland im Ukraine-Krieg nach Einschätzung britischer Geheimdienste moderne Kampffahrzeuge. Russische Soldaten seien mutmaßlich frustriert, dass sie alte Infanterie-Fahrzeuge nutzen müssten, die „Aluminiumdosen“ genannt würden, hieß es am Donnerstag (3. November) im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Mitte Oktober hätten die russischen Einheiten im Angesicht ukrainischer Gegenangriffe mehr als 40 Fahrzeuge pro Tag verloren, was den Brit:innen zufolge etwa der Ausrüstung eines gesamten Bataillons entspricht. In den vergangenen Woche habe Moskau mindestens 100 zusätzliche Panzer und Infanterie-Kampffahrzeuge aus belarussischen Beständen gekauft. Mutmaßlich sei es jedoch schwierig für die russischen Einheiten, ausreichend geeigneten Ersatz für das beschädigte Material zu beschaffen, was der Offensive Probleme bereite.

Ein mobilisierter Reservist vor einem russischen Panzer. (Archivfoto)
Ein mobilisierter Reservist vor einem russischen Panzer. (Archivfoto) © Stanislav Krasilnikov/Imago

Ukraine-Krieg: Russland muss „die Situation korrigieren“

Inzwischen räumte auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ein, dass man nicht über genügend Ausrüstung für alle mobilisierten Soldaten verfüge. Seitdem rund 300.000 Reservisten – Expert:innen gehen von einer höheren Dunkelziffer aus – eingezogen worden, hat sich die Situation nur zugespitzt. Peskow erklärte im Oktober, dass ein von Wladimir Putin eingesetzter Rat daran arbeite, „die Situation zu korrigieren“. Damit dürfte der neu gegründete Koordinierungsrat gemeint sein, bei dessen Meeting Putin Schlüsselindustrien dazu aufforderte, die Produktion für den Krieg hochzufahren.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des Ukraine-Kriegs Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will London der russischen Darstellung des Geschehens entgegentreten und Verbündete bei der Stange halten. Moskau hingegen spricht von einer Desinformationskampagne. (nak mit dpa)

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