1. Startseite
  2. Politik

Russland schickt Soldaten ohne Gewehre in den Ukraine-Krieg

Erstellt:

Von: Moritz Serif

Kommentare

Immer wieder gibt es Berichte über die schlechte Ausstattung der russischen Armee. Manche Soldaten sollen unbewaffnet in den Krieg geschickt werden.

Moskau – Russland ist eine Weltmacht doch offenbar ist der Kreml nicht in der Lage, seine Soldaten mit kriegstauglicher Ausrüstung zu versorgen: Russische Truppen, die in der Ukraine kämpfen sollen, erhalten Schusswaffen, die „kaum zu gebrauchen“ sind. Einige Truppen melden sich sogar ohne Waffen zum Dienst, so ein Bericht des britischen Geheimdienstes. Russische Verluste würden sich negativ auf die Moral der Soldaten auswirken.

Am Montag veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium sein tägliches Update über den Stand des Krieges in der Ukraine und twitterte: „Russland hat seit Mitte Oktober mehrere tausend neu mobilisierte Reservisten an die Front in der Ukraine entsandt. In vielen Fällen sind sie schlecht ausgerüstet. Im September waren russische Offiziere besorgt darüber, dass einige kürzlich mobilisierte Reservisten ohne Waffen in der Ukraine ankamen“, berichtet Newsweek.

Russlands Soldaten kämpfen mit unbrauchbaren Schusswaffen

„Bilder aus offenen Quellen deuten darauf hin, dass es sich bei den Gewehren, die an mobilisierte Reservisten ausgegeben wurden, in der Regel um AKMs handelt, eine Waffe, die erstmals 1959 eingeführt wurde. Viele von ihnen sind wahrscheinlich aufgrund schlechter Lagerung in kaum brauchbarem Zustand“, so das Ministerium weiter.

Die AKMs, die an die neuen Truppen in der Ukraine ausgegeben werden, feuern mit 7,62-mm-Munition, während die regulären russischen Kampftruppen in der Regel AK-74M- oder AK-12-Gewehre mit 5,45-mm-Munition erhalten.

Soldaten des tschetschenischen Sonderpolizeiregiments sind im Verlauf der russischen Militäroperation am Stadtrand von Lisichansk zu sehen. Aufnahme vom 2. Juli 2022.
Tschetschenische Truppen kämpfen unter Putin im Ukraine-Krieg. Ramsan Kadyrow, Machthaber in der russischen Republik, räumte jetzt Verluste in den eigenen Reihen ein. (Archivbild) © Viktor Antonyuk/imago

Russische Logistik bekommt immer größere Probleme

„Die Integration von Reservisten mit Vertragssoldaten und Kampfveteranen in der Ukraine bedeutet, dass russische Logistiker zwei Arten von Handfeuerwaffenmunition an die Front bringen müssen, anstatt nur eine. Dies wird die ohnehin schon angespannte russische Logistik wahrscheinlich noch weiter erschweren“, so das Ministerium.

„Das russische Verteidigungsministerium scheint ein sehr veraltetes Konzept für die Bereitstellung und Versorgung der Militäreinheiten zu haben“, sagte Kokcharov gegenüber Newsweek. „Das Fehlen neuerer Waffen hängt wahrscheinlich mit der weit verbreiteten Korruption in Russland zusammen, auch bei den Streitkräften“, so der Fachmann.

Russische Verluste wirken sich negativ auf Moral aus

„Infolgedessen werden die russischen Streitkräfte in der Ukraine wahrscheinlich eine hohe Zahl von Opfern zu beklagen haben. Die hohe Fluktuation wird sich auch negativ auf die Moral auswirken. Letztendlich wird dies dazu führen, dass die russischen Streitkräfte eine suboptimale Kampfbereitschaft aufweisen werden“, fügte er hinzu. (mse)

Auch interessant

Kommentare